Jordanis Bairaktaridis verlässt RWU nach drei Jahren als Co-Trainer der Damenmannschaft. © RWU
Fußball

RWU-Coach plötzlich in der 2. Bundesliga: „Es war ein wenig unwirklich“

Jordanis Bairaktaridis hat seinen Einstand bei den Frauen der SpVg Berghofen früher gegeben als gedacht. Der scheidende RWU-Coach spricht über seinen Wechsel und die Reaktionen aus seinem Team.

Die Nachricht war schon ein kleiner Schock für die Fußball-Frauen von RW Unna. Jordanis Bairaktaridis wird den Verein im Sommer wie berichtet nach drei Jahren als Co-Trainer der Damenmannschaft verlassen. Es zieht ihn zur aktuell noch in der 2. Bundesliga spielenden SpVg Berghofen. Ein Riesen-Karriereschritt für den 25-Jährigen, der sogar schon seinen Einstand bei den Dortmundern gegeben hat – wenngleich einen eher unglücklichen.

Weil der Spielbetrieb im Amateurbereich weiterhin ruht und es bis vor Kurzem wegen einer noch zu hohen Inzidenz auch noch keine Trainingsmöglichkeiten im Kreis Unna gab, feierte Bairaktaridis seinen Einstand in Berghofen etwas früher als zunächst gedacht.

Jordanis Bairaktaridis: „Ein ganz tolles Gefühl“

Bei der 0:2-Niederlage gegen die Bundesliga-Reserve des amtierenden Deutschen Meisters VfL Wolfsburg war er das erste Mal mit dabei – ziemlich spontan, wie er sagt: „Es war ein wenig unwirklich. Fast 14 Monate – mit einer kurzen Unterbrechung im vergangenen Sommer – kannte man Fußball ja nur noch aus Büchern und Videos. Auf einmal war ich wieder neben dem Platz und Teil eines Trainerteams. Das war etwas Besonderes und ein ganz tolles Gefühl.“

Die Kehrtwende schaffte Berghofen auch mit dem neuen Co-Trainer nicht mehr. „Gegen Wolfsburg standen wir mit dem Rücken zur Wand. Es kam nicht mehr überraschend, dass am Ende der Abstieg feststand“, so Berghofens neuer Co-Trainer.

Große Erfolge mit RWU rufen andere Vereine auf den Plan

Doch wie kam es dazu, dass der Unnaer B-Lizenz-Inhaber plötzlich in Berghofen aufschlägt? Im Winter hatte er den Kreisstädtern schließlich seine Zusage für die kommende Saison gegeben. „Berghofen hat kurzfristig einen neuen Co-Trainer für die erste Damenmannschaft gesucht. Ich hatte im Vorfeld schon mit den Verantwortlichen von RWU gesprochen und mitgeteilt, dass ich mich nach neuen Aufgaben umschauen möchte“, erzählt Bairaktaridis nun im Gespräch mit der Sportredaktion.

Gegen den VfL Wolfsburg II feierte Jordanis Bairaktaridis seinen Einstand als Co-Trainer. Die Wende konnte aber auch er nicht mehr einleiten. © SpVg Berghofen © SpVg Berghofen

Und weiter: „Wir haben mit RWU große Erfolge erzielt, haben seit letzter Saison fast alles gewonnen. Es gab Trainerkollegen aus dem Umkreis von Berghofen, die sich unsere Spielerinnen angeguckt haben – und dabei vielleicht auch ein Auge auf uns Trainer geworfen haben.“ Dass einige im Verein nun enttäuscht von Bairaktaridis Entscheidung sind, kann er durchaus nachvollziehen: „Es tut mir auch leid, aber ich habe auch von vielen Spielerinnen Glückwünsche erhalten.“

Erstes Angebot abgelehnt, beim Zweiten konnte Bairaktaridis nicht widerstehen

Der Kontakt zu dem Dortmunder Klub sei schon im Frühjahr entstanden. Im März erhielt Bairaktaridis eine erste Anfrage – allerdings für einen anderen Posten. „Damals hatte ich Berghofen aber abgesagt“, so Bairaktaridis. Das zweite Angebot war jetzt attraktiver – und der Unnaer konnte nicht widerstehen. Bei dem Zweitliga-Absteiger ist er für die Spielanalyse sowie die Vor- und Nachbereitung hauptverantwortlich.

Apropos Absteiger: Dass Berghofen nach nur einem Jahr in der zweiten Liga wieder den Gang in die Regionalliga antreten muss, ist für den neuen Co-Trainer kein Problem: „Ich habe mich bewusst für Berghofen entschieden. Nicht wegen der Ligazugehörigkeit, sondern weil es ein sehr gut geführter Verein ist. Die Gespräche waren super und wir waren sofort auf einer Wellenlänge“, erklärt er. Zudem möchte er als Trainer weiter wachsen, gegebenenfalls auch die A-Lizenz erwerben. Dafür sei Berghofen nun der richtige Schritt.

Bairaktaridis gibt Torwart-Posten ebenfalls auf

Als Spieler war der 25-Jährige ebenfalls für RW Unna aktiv und stand bei dem Klub zwischen den Pfosten. Auch damit hört Bairaktaridis nun auf. „Ich halte es mir offen, freizeitmäßig weiterhin zu kicken, aber meine Trainertätigkeit wird mich zeitlich genug fordern. Zudem hatte ich letztes Jahr auch ein paar Verletzungsprobleme und ohnehin nicht so viel Spielpraxis.“

Seinem nun Ex-Klub traut Bairaktaridis einiges zu: „Ich denke, der Verein hat die Qualität für die Bezirksliga. Das Team wird keine Probleme haben, sich in der Liga zu etablieren.“ Wenn es die Zeit zulässt, wird man Bairaktaridis auch in Zukunft noch im ETS Stadion Süd sehen. „Auf jeden Fall. Der Verein liegt mir am Herzen. Ich werde versuchen, mir die Spiele der Frauen als auch der Herren anzuschauen. RWU war meine erste Trainerstation, die werde ich nie vergessen.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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