Der SV Afferde kämpft in der Kreisliga C um die Rückkehr in die nächst höhere Klasse. © Art
Fußball

Spitzenreiter SV Afferde ist der doppelte Verlierer der Corona-Krise

Kein Abstieg - aber auch kein Aufstieg. Einen Unnaer Vorortklub trifft es ganz hart. Der SV Afferde kann zum doppelten Verlierer der Corona-Saison werden.

Der SV Afferde, lange Zeit fester Bestandteil der Kreisliga B (2) Unna/Hamm, musste den Abstieg in die C-Liga hinnehmen. In der nun annullierten Saison aber legten die Schwarz-Weißen einen Auftakt fast nach Maß hin. In fünf Spielen blieben sie ungeschlagen. Die Hoffnungen auf den Aufstieg waren groß – und zerplatzten auch gleich wieder mit Corona.

Schon die Vorbereitung im Sommer vergangenen Jahres lief unter dem Trainerteam mit Dirk Franke, Angelo Lo Guidice und Lorenz Wagener bestens. Der SV Afferde gewann alle Testspiele und die Stimmung beim Training war prächtig. „Da wir drei Trainer sind, können wir auch regelmäßig ein gutes Training anbieten“, erklärt Routinier Dirk Franke. „Das nehmen die Spieler an.“

SV Afferde als ungeschlagener Tabellenführer der Kreisliga C (2)

In der Meisterschaft ging es gleich weiter. Drei knappen Siegen und einem 1:1- Remis gegen die Dritte des Königsborner SV folgte ein erstes klares 3:0 gegen den FC TuRa Bergkamen II. Der SV Afferde war Tabellenführer und alle Augen waren auf den Unnaer Vorortklub gerichtet, als es in den Corona-Lockdown ging. Und der endete bekanntlich in der Annullierung.

Trainer Dirk „Pantani” Franke stellte sich beim SV Afferde auch schon zwischen die Pfosten. © Michael Neumann © Michael Neumann

„Bis zur Meisterschaft und dem Aufstieg wäre es sowieso noch ein langer Weg gewesen“, ärgert sich Franke am Ende nicht wirklich als Verlierer der Corona-Saison. „Wir sind gut gestartet und standen auf eins – mehr nicht.“

Spieler des SV Afferde sind auch von A-Kreisligisten umworben

Als Spitzenreiter, der nicht aufgestiegen ist, muss sich der Klub nun aber mit ganz anderen Dingen auseinandersetzen. Andere Vereine, selbst aus der Kreisliga A, sind auf die Spieler um Torjäger Daniel Fröse und Co. aufmerksam geworden. Franke: „Das Interesse ist groß und die jungen Spieler wollen gewiss auch höherklassig spielen.“

Das kann der SV Afferde seinem Team in der neuen Saison eben noch nicht bieten. Es gibt aber einen neuen Anlauf. „Wir haben gerade erst mit den Gesprächen für die neue Spielzeit begonnen und hoffen, dass wir den Großteil des Kaders weiterhin in Afferde halten können“, sagt Dirk Franke.

Aber auch der 51-Jährige weiß: „Wir sind und bleiben ein Dorfverein und bleiben unserer Linie treu.“ Wenn es ganz hart kommt, könnte der Verein am Ende sogar als doppelter Verlierer dastehen: ohne Aufstieg und ohne ein, zwei Topspieler.

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Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
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Thorsten Teimann