Die Mannschaft des SSV Mühlhausen-Uelzen von 1981. © Archiv
Fußball

SSV-Aufstieg vor 40 Jahren: 180 Spielminuten und ein nahezu undenkbares Szenario

Das Duell zwischen dem SSV Mühlhausen-Uelzen und der Warendorfer Sport-Union im Jahre 1981 hatte vieles zu bieten. Auch ein Ex-BVB-Profi und ein ehemaliger Nationalspieler mischten mit.

Auf den Frühsommer vor 40 Jahren blicken die Mitglieder des SSV-Mühlhausen-Uelzen in diesen Tagen besonders gern zurück. Der Grund liegt auf der Hand: Feierte die Fußball-Abteilung des 1949 gegründeten Klubs vom Mühlbach doch mit dem Aufstieg in die damals viertklassige Verbandsliga, den bis dahin größten sportlichen Erfolg ihrer Vereinsgeschichte.

Einer der Väter dieses Erfolges war sicherlich der viel zu früh verstorbene Ex-Profi Heinz Libuda, den der SSV zur Spielzeit 1978/79 als Spielertrainer verpflichtet hatte. Dümpelte der Kampmann-Klub, wie der Verein von der Konkurrenz seinerzeit respektvoll genannt wurde, bis dahin zwischen der 1. Kreisklasse und der Bezirksklasse herum, so sollte sich das schnell ändern.

Bereits im ersten Jahr unter der Regie des vom SuS Kaiserau stammenden Übungsleiters schaffte der SSV Mühlhausen-Uelzen den Aufstieg in die Landesliga. Damit aber nicht genug: Nach Abschluss der folgenden Spielzeit 80/81 hatten die Unnaer Vorstädter die große Chance, noch ein Treppchen höher, also in die Verbandsliga aufzusteigen.

Drama im Hammer Jahnstadion

Nach Beendigung dieser Spielzeit nämlich stand der SSV zusammen mit der Warendorfer Sport-Union punktgleich auf Rang eins in der Landesliga Westfalen (5.) Also musste nach den damaligen Regularien ein Entscheidungsspiel auf neutralem Boden herhalten: Es passte für beide beteiligten Teams geografisch gut ins Bild, dass das Hammer Jahnstadion als Austragungsstätte ausgewählt wurde.

Waren maßgeblich am Verbandsliga-Aufstieg 1981 beteiligt: Die Kampmann-Brüder (Hubert als Spieler) sowie Franz und Heinrich als Funktionäre (von links).
Waren maßgeblich am Verbandsliga-Aufstieg 1981 beteiligt: Die Kampmann-Brüder (Hubert als Spieler) sowie Franz und Heinrich als Funktionäre (von links). © Werner Hahn © Werner Hahn

Rund 2500 Besucher sahen am 31. Mai 1981 eine Partie, welche an Spannung nicht zu überbieten war. Die Mannschaft aus dem Münsterland ging in diesem Match jeweils drei Mal in Führung, doch die Unnaer wussten mit Treffern von Heinz Libuda, Klaus Borschel und Wilfried Mössing jeweils die passende Antwort zu geben.

„Der Ausgleichstreffer zum 3:3 durch Mössing fiel erst fast mit dem Schlusspfiff. Zu diesem Zeitpunkt hatte kaum noch jemand ein Pfifferling auf uns gesetzt“, erinnert sich SSV-Ehren-Vorsitzender Franz Kampmann heute mit 40 Jahren Abstand. Im Klartext: Es war ein zweites Spiel notwendig, um den Meister und Aufsteiger zur Verbandsliga zu ermitteln.

Nach 180 Minuten war alles klar

In dieser Begegnung vor wiederum rund 2500 Zuschauern hatte der SSV Mühlhausen-Uelzen leichtes Spiel: Treffer von Reinhold Wosab, Klaus Borschel und Volkmar Penski sorgten schnell für klare Verhältnisse, sodass der Aufstieg perfekt war.

„Die Warendorfer waren sich vor dem ersten Spiel wohl schon zu sicher. Hatten den Sekt schon kaltgestellt. Vielleicht spielte da auch eine Portion Arroganz mit. Was will diese Alt-Herren-Truppe denn überhaupt, war aus dem Lager unseres Gegners nicht zu überhören“, kann sich Hubert Kampmann, Mitglied dieser Meister-Mannschaft auch heute noch eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen. „Wir dagegen hatten eine gute Mischung aus Alt und Jung, das passte“, so Hubert Kampmann weiter.

Sei es drum: Der Durchmarsch war geschafft. Natürlich reduzierte sich dieser SSV-Triumph nicht nur auf Heinz Libuda. Besonders Ex-BVB-Profi Reinhold Wosab, der am Mühlbach wie Libuda so etwas wie Legenden-Status besitzt, sorgte mit seinen vielen Treffern dafür, dass der Klub am Ende überhaupt so gut dastand. Nicht zu vergessen natürlich auch Cracks wie Klaus Borschel oder Gerd Haselhoff, um nur einige Akteure zu nennen, die auch großen Anteil am Aufstieg hatten.

Ein Aufstieg mit Nachwirkungen

Übrigens: Gerd Haselhoff verletzte sich in der ersten Auseinandersetzung am Knöchel. Er nutzte die viertägige Pause zwischen den beiden Spielen zu einem Trip nach Norderney. Das Wasser der Nordsee bewirkte wohl Wunder, jedenfalls war die Schwellung am Knöchel von Haselhoff wie von Geisterhand abgeklungen, sodass einem Einsatz im zweiten Spiel nichts entgegenstand.

Immerhin vier Jahre lang hielt sich der SSV in der Verbandsliga, ehe der Abstieg in die Landesliga erfolgte. Bekanntlich schaffte der Mühlbachklub nach einer zwischenzeitlichen sportlichen Talfahrt unter Dirk Eitzert 2008 den Sprung in die fünftklassige Westfalenliga.

Ob diese Mannschaft stärker als die von 1981 war, darüber herrscht bei den SSV-Verantwortlichen keine Einigkeit: „Es waren verschiedene Zeiten. Man kann dieses nicht miteinander vergleichen. Der Fußball ist aber seit 1981 ganz sicher schneller geworden“, gibt sich Franz Kampmann diesbezüglich sehr moderat.

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