Burak Yilmaz (links) feiert mit Renato Sanches (M.) und seinem Teamkollegen Yusuf Yazici mit dem OSC Lille die Meisterschaft. Auf dem Stürmer in Höchstform ruhen die EM-Hoffnungen der türkischen Fans. © dpa
Fußball-EM

Türkische Kicker vor der EM voller Hoffnung: „Burak Yilmaz ist brutal gut drauf“

Die Türkei eröffnet die EM und die Hoffnungen der türkischen Kicker im Kreis Unna sind groß. Alle wünschen sich ein gutes Abschneiden - auch, weil die Mannschaft anders aufgestellt ist.

Anpfiff zur Europameisterschaft: Die Türkei bestreitet am Freitagabend (21 Uhr, live in der ARD) in Rom das Eröffnungsspiel gegen Italien. Die Hoffnungen der türkischen Fußball-Fans sind wieder einmal groß. Ziel ist das Achtelfinale und – wenn möglich – noch mehr. Unsere Sportredaktion hat sich unter den heimischen Fußballern umgehört.

Die Mehrheit glaubt, dass die Türkei die Gruppenphase übersteht. Vor allem, weil die nationale Auswahl um Trainer Senol Günes zunehmend Spieler aus europäischen Spitzenklubs in ihren Reihen vorweisen kann. Dabei fällt immer wieder der Name eines Hoffnungsträgers.

Emre Aktas, Trainer VfL Kamen: Ich bin natürlich Türkei-Fan, aber ich bin auch Realist. Wir sind in einer komischen Gruppe, da kannst du weiterkommen, aber auch mit null Punkten Letzter werden. Italien scheint das stärkste Team zu sein, dann sehe ich die Schweiz und uns auf einem gleichen Niveau. Wales und Gareth Bale sind unberechenbar. Das Viertelfinale wäre toll für uns, aber es wird wohl am Ende nur bis zum Achtelfinale reichen.

Wir haben eine gute Defensive und ein gutes Mittelfeld um Hakan Calhanoglu. Und wir haben einen Stürmer ‚on fire‘: Burak Yilmaz vom OSC Lille. Der ist unsere Stärke und Schwäche zugleich, weil alle auf ihn schauen werden. Deutschland ist schwer einzuschätzen. Sie haben das Potenzial, um Europameister zu werden, können ab er auch in dieser schwächeren Gruppe rausfliegen. Kommen sie weiter, dann kommen sie weit. Die typische Turniermannschaft halt.“

Erkan Gökce (r.), hier mit Alex Berger, hofft auf einen disziplinierten Auftritt der türkischen Mannschaft, der das Team weit bringen würde. © awa © awa

Erkan Gökce, Co-Trainer TuRa Bergkamen: „Ich denke, dass die Türkei nach Italien weiter kommt. Dann hängt vieles von der Disziplin ab, ob mannschaftsdienlich weitergespielt wird. Die Akteure aus den europäischen Spitzenklubs müssen auch bei der EM ihre guten Leistungen abrufen. Wenn das gelingt, kommt die Türkei getragen von Emotionen und Motivation weit. Deutschland ist eine disziplinierte und gut organisierte Turniermannschaft. Es ist Löws letztes Turnier und die Nationalmannschaft hat noch etwas gutzumachen.“

Sitki Üstün, Spieler SG Massen: „Ich denke, dass die Türkei in der Gruppe weiterkommt und das Viertelfinale erreicht. Das Team ist in diesem Jahr sehr gut besetzt – in der Defensive und Offensive. Die kreativen Spieler wie Hakan Calhanoglu und Yusuf Yazici sind gefordert. Probleme könnte es geben, wenn wir im ersten Spiel eine hohe Niederlage kassieren. Dem deutschen Team traue ich das Halbfinale zu, wenn nicht sogar das Finale oder den Titel. Die werden dem Löw noch ein Abschiedsgeschenk machen.“

Ahmet Keske glaubt: Wäre die Saison normal verlaufen, wäre für RWU der Aufstieg drin gewesen. © rwu © rwu

Ahmet Keske, Spieler RW Unna und FC TuRa: „Die Türkei schafft auf jeden Fall die Gruppe. Lille-Stürmer Burak Yilmaz ist brutal gut drauf, der ist älter geworden und damit abgeklärter. Überhaupt haben wir mehr Spieler im Team, die in den europäischen Spitzenklubs spielen. Das macht sich in der Leistung bemerkbar. Unsere Innenverteidigung dürfte eine der besten der EM sein. Ich denke, dass es für das Achtelfinale reicht. Für Deutschland ist mehr drin. Diese Turniermannschaft erreicht mindestens das Halbfinale.“

Kadir Arslan, Spieler Königsborner SV: „Die türkische Mannschaft sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Immer mehr Akteure spielen in Top-Klubs. Wir haben eine sehr starke und auch junge Mannschaft, in der trotzdem der erfahrene Burak Yilmaz seine Treffer macht. Wenn wir gegen Italien gut ins Turnier starten, dann werden wir selbstbewusst weit kommen. Den Titel werden wir aber dennoch nicht holen.“

Über den Autor
Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
Zur Autorenseite
Thorsten Teimann

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.