Beim SV Stockum: Schiedsrichter weigerte sich zunächst, das Spiel abzubrechen

mlzSpielabbruch in der Kreisliga

An Fußballspielen war am Sonntag bei dem starken Wind im Spiel Bergkamen gegen Stockum nicht zu denken. Aber der Schiedsrichter ließ bis zur Pause spielen - trotz Protesten.

Stockum

, 11.03.2019, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sonntag, 10. März, Bergkamen, etwa 16 Uhr Ortszeit. Die Fußballspieler von TuRa Bergkamen reden nach dem Halbzeitpfiff eindringlich auf Schiedsrichter Walter Kilian ein. Was war los im Kreisliga A-Spiel zwischen Bergkamen und dem SV Stockum?

Der Regen peitschte und der Wind pflügte in heftigen Böen über den Platz - auch vor dem Bergkamener Sportplatz machte Sturmtief Eberhard keinen Halt. An Fußballspielen war in der Kreisliga-Partie am Sonntag nicht zu denken. „Vor dem Spiel war es schon sehr windig, aber der Schiedrichter wollte unbedingt anpfeifen“, erklärt Stockum-Spieler Ali Karaman die Situation.

Auch sein Trainer, Zakaria Slimani, war nicht zufrieden damit, dass die Partie angepfiffen wurde: „Ich habe mich von vornherein gefragt, was das soll“, beschwerte sich der Stockum-Trainer schon am Sonntagnachmittag.

Schiedsrichter bleibt zunächst bei seiner Entscheidung

Zunächst sei die Partie aber noch einigermaßen normal verlaufen, aber dann wurde es schlimmer, beschreibt Karaman: „Jeder Abschlag vom Torwart ging ins Aus, kontrollierte lange Pässe waren nicht möglich.“ - „Fußballspielen war nicht möglich“, pflichtete ihm Slimani bei. Karaman will die Sache in die Hand nehmen und spricht während des laufenden Spiels den Unparteiischen Walter Kilian an.

„Es sind Gegenstände durch die Luft geflogen.“
Ali Karaman

„Ich habe ihn gefragt, ob er nicht abbrechen will, aber er hat gesagt, er will durchspielen“, so Karaman. Er sei bei der Wetterlage von der Reaktion des Schiedsrichters überrascht gewesen. Es nützte nichts, das Spiel ging - mehr schlecht als recht - weiter.

Auch wenn die Entscheidung von Kilian, weiterspielen zu lassen, umstritten war, formell gesehen gehe sie in Ordnung, erklärt Staffelleiter Friedhelm Wittwer. „Der Schiedsrichter hat die volle Entscheidungsgewalt, er kann das Spiel jederzeit abbrechen, oder auch nicht.“

Spielabbruch liegt im Ermessen des Schiedsrichters

Mit jeder gespielten Minute am Sonntag seien neben den Stockumern auch die Bergkamener unruhiger geworden, erzählt Ali Karaman - verständlich: „Es sind dann auch kleinere Gegenstände durch die Luft geflogen.“ Dann ist endlich Halbzeit, aber Ali Karaman schien es nicht so, dass der Schiedsrichter die Partie abbrechen würde. „Ich hatte das Gefühl, er hätte es bis zum Schluss durchgezogen.“ Aber nach den Protesten der Bergkamener entschied Walter Kilian dann doch, die Partie in der Halbzeit abzubrechen.

„Wenn nach Ermessen des Schiedsrichters kein Fußballspielen mehr möglich ist, kann er - und nur er - die Partie abbrechen, so wie das im Spiel Bergkamen gegen Stockum auch passiert ist“, erläutert Friedhelm Wittler den Spielabbruch. Es gebe nur eine Möglichkeit, ein Spiel von Vereinsseite zu verhindern - vor dem Anpfiff der Partie. „Wenn ein Verein mich anruft und sagt, dass der Platz nicht bespielbar ist, dass sie ein Spiel nicht verantworten können, dann kann ich das Okay für ein Nicht-Stattfinden geben“, so Wittwer.

Stockum-Spiel bereits neu angesetzt

Über die Hälfte der Spiele in der Kreisliga A wurden am Sonntag abgebrochen, das erlebt auch Staffelleiter Wittwer so nicht alle Tage. Nach den Abbrüchen ging für ihn die Arbeit erst richtig los: Es mussten Termine für die Neuansetzungen der Spiele gefunden werden. Das Stockum-Spiel wurde mittlerweile auf Donnerstag, 21. März, verlegt. Nur einen Tag vorher findet das Nachholspiel der Stockumer Reserve gegen Wiescherhöfen III statt.

„Es wird schwierig, die zwei Spiele unter der Woche nachzuholen. Das ist alles blöd gelaufen“, sagte Zakaria Slimani, der beide Mannschaften betreut. Auch Ali Karaman hat deswegen „Bauchschmerzen“. „Aber da müssen wir durch und wir schaffen das auch“, gibt sich Karaman kämpferisch.

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