Der starken Saison des SV Herbern fehlt das krönende Ende

mlzSaisonfazit

Es war ein schwacher Start, dann aber eine starke Saison, die der SV Herbern auf dem vierten Platz beendete. Das Coronavirus ließ mögliche Aufstiegsträume platzen, bevor diese geträumt werden konnten.

Herbern

, 18.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Saison ist in den Amateurligen seit Anfang Juni beendet. Zeit, um auf die Leistungen der Werner und Herberner Vereine zu blicken, ihre Stärken und Schwächen zu beleuchten. Wir ziehen ein Saisonfazit und starten mit dem Landesligisten SV Herbern, der sich im Saisonverlauf extrem gesteigert hat und am Ende fast zufrieden ist.

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Saisonverlauf: Der Start der Herberner war holprig. Gegen die „großen Teams“ von oben setzte es zu Beginn der Saison einige Niederlagen, sodass sich die Mannschaft von Holger Möllers zwischenzeitlich auf Rang 13 wiederfand. Danach ging es aber kontinuierlich bergauf. Seit Oktober setzte es nur noch eine einzige Niederlage gegen den VfL Senden.

Stärken: Der SV Herbern hat sich nahezu über die gesamte Spielzeit bewiesen - in der Defensive steht das Team felsenfest. Mit nur 22 Gegentoren stellen sie die drittbeste Defensive der Landesliga 4. Nicht einmal ist die Mannschaft von Holger Möllers richtig untergegangen und kassierte lediglich im Derby beim Werner SC drei Gegentore.

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Baustellen: Ganz klar: Die Chancenverwertung. Eine starke Leistung zeigten die Herberner in fast jeder Partie, die Siege fielen häufig jedoch nur knapp aus. Als Beispiel ist hier die Partie gegen Wiescherhöfen zu nennen, in der der SVH eindeutig feldüberlegen war - allerdings nur mit 1:0 gewinnen konnte.

Bestes Spiel: „Unter den Umständen, die wir da hatten, muss man die Partie gegen Deuten nennen. Das war schon Wahnsinn“, erinnert sich Jens Kalpein, Co-Trainer des SV Herbern. Das erste und einzige Mal waren die Herberner in Deuten ohne Ersatztorwart unterwegs - das rächte sich prompt. Sven Freitag musste nach 15 Minuten mit einer schweren Knieverletzung ausgewechselt werden - für ihn ging Feldspieler Joe Breloh zwischen die Pfosten. Dem herausragenden Spiel der Herberner tat das aber keinen Abbruch und so siegten sie mit 5:2.

Auch die Tatsache, dass Joe Breloh gegen RW Deuten im Tor stand, hinderte den SV Herbern nicht am Sieg.

Auch die Tatsache, dass Joe Breloh gegen RW Deuten im Tor stand, hinderte den SV Herbern nicht am Sieg. © Leistner

Schwächstes Spiel: Beim Gedanken daran hat Jens Kalpein ein schmerzhaftes Bild vor Augen: „Das war ganz klar das Derby in der Hinrunde. Da haben wir gar nicht zu unserem Spiel gefunden und es nicht gut gemacht.“ Das zeigte sich auch im Ergebnis: Mit 1:3 unterlag der SVH gegen den Werner SC.

Beim Derby in der Hinrunde konnten Johannes Richter und der SV Herbern nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Beim Derby in der Hinrunde konnten Johannes Richter und der SV Herbern nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. © Jürgen Weitzel

Bester Torjäger: Einen echten Knipser, der in nahezu jeder Partie trifft, hatten die Herberner in dieser Spielzeit nicht. Zwar war Whitson mit sieben Treffern bester Torschütze beim SVH und strahlte auch durchaus Torgefahr aus, allerdings begleitete ihn zeitweise auch eine kleine Durststrecke, weshalb sein Trefferkonto dann doch nicht so prall gefüllt war.

Whitson war, wie schon in der vergangene Spielzeit, Top-Torjäger in Herbern.

Whitson war, wie schon in der vergangene Spielzeit, Top-Torjäger in Herbern. © Johanna Wiening

Dauerbrenner: Die meisten Minuten sammelte ein Neuzugang. Philip Just stand in 18 von 18 Spielen auf dem Platz und sammelte dabei 1602 von 1620 Minuten. Ein herausragender Wert für den jungen Außenverteidiger, der einen großen Anteil an der stabilen Defensive des SV Herbern hatte.

Philip Just verpasste lediglich 18 Minuten in dieser Saison.

Philip Just verpasste lediglich 18 Minuten in dieser Saison. © Jura Weitzel

Spieler der Saison: Einen Spieler herauszuheben, ist schwierig. Der SV Herbern überzeugte zumeist mit mannschaftlicher Geschlossenheit. Diesen Gedanken brachte wohl der defensive Mittelfeldspieler Airton besonders deutlich auf den Platz. Der Brasilianer gab stets 120 Prozent und opferte sich für die Mannschaft auf.

Fazit und Prognose: Der SV Herbern ist durchaus zufrieden mit seiner Saison, betont auch Jens Kalpein: „Wir haben uns ja deutlich gesteigert und können mit dem Erreichten zufrieden sein. Natürlich hätten wir aber gerne zu Ende gespielt.“ Vor dem Saisonabbruch standen die Herberner vor den Wochen der Wahrheit. Hätten sie gegen Mesum und Kinderhaus noch Zählbares mitnehmen können, wäre wohl auch der Aufstieg in greifbarer Nähe gewesen.

So sind die Herberner nun oben mit dabei, wenn die neue Spielzeit angepfiffen wird. Natürlich muss man sehen, wie sich die Situation mit dem neuen Trainer Benjamin Siegert entwickelt. Dennoch ist der SVH mit der eingespielten und erfahrenen Mannschaft durchaus in der Lage, oben anzugreifen.

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