Derby-Trainer im Interview: „Meine Jungs haben auf Simjü wohl den richtigen Bierstand genommen“

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Bereits fünf Mal trafen Holger Möllers und Lars Müller in Derbys aufeinander. Das Spiel am Sonntag wird vorerst das letzte sein. Schenken wollen sie sich dabei aber nichts.

Werne, Herbern

, 06.03.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als sie 2017 zum ersten Mal in einem Pflichtspiel mit ihren beiden Mannschaften aufeinandertrafen, gab es für Herbern-Coach Holger Möllers und Lars Müller, Trainer des Werner SC, ein 2:2-Unentschieden. Seitdem steht die Bilanz mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage leicht zu Gunsten der Herberner. Am Sonntag hat der Werner SC die Möglichkeit, das zu ändern. Wir haben vorher mit den beiden Trainern gesprochen über Vorfreude, alte Erinnerungen und den richtigen Bierstand bei Simjü.


Herr Müller, Herr Möllers, am Sonntag treffen sie zum sechsten Mal in einem Derby aufeinander. Wie groß ist die Vorfreude?

Holger Möllers: Natürlich ist sie groß, besonders vor heimischem Publikum. Wir haben da ja jetzt im Prinzip ein halbes Jahr drauf gewartet, dass wir die Niederlage aus dem Hinspiel begleichen können. Das war damals eines der schlechtesten Spiele der Saison für uns.

Lars Müller: Natürlich ist das Spiel immer etwas besonderes. Aber natürlich ist es für uns gerade in der aktuellen Situation gut, dieses Spiel zu haben, was ein bisschen außer der Reihe ist. Wir sind sportlich vielleicht nicht so gut drauf aktuell, aber bei dem Spiel kann man das vielleicht ein bisschen ausblenden. Das ist losgelöst vom Rest der Saison.

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Ist es dann auch im Training anders? Sind die Spieler motivierter als sonst vielleicht?

Holger Möllers: Natürlich ist jeder sowieso top motiviert. Für manche kommt dann eben noch dazu, dass sie einen Bezug dazu haben, weil in Werne vielleicht Freunde von ihnen spielen. Aber bei den anderen ist es dann eben so, dass sie die Revanche für das Hinspiel wollen. Also auch die haben richtig Bock.

Lars Müller: Ehrlicherweise macht es nicht den riesigen Unterschied. Natürlich ist es das Gesprächsthema, das ist ja zu erwarten. Aber die Spieler waren auch vor dem Spiel gegen Senden motiviert und sind es nicht erst jetzt gegen Herbern.

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Jetzt wurde es schon angesprochen von Ihnen: Einige Jungs haben einen engen Bezug zum Gegner. Fällt es da vielleicht nochmal ein bisschen schwerer, jemanden nicht aufzustellen?

Holger Möllers: Natürlich wollen die Jungs unbedingt spielen, aber darauf Rücksicht zu nehmen, wäre falsch. Wir werden die Mannschaft aufstellen, die unserer Meinung nach die besten Chancen hat, gegen die Werner zu gewinnen. Das verstehen die Jungs auch.

Lars Müller: Natürlich kann es da ein paar Härtefälle geben, die eben diese besondere Beziehung haben oder besonders motiviert sind. Aber wir werden die beste Elf auf den Platz stellen und können dabei, wie Holger schon sagt, nicht die Rücksicht nehmen, wer irgendeine besondere Verbindung hat zu der Partie.

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Natürlich ist das jetzt am Sonntag ein Derby, ein Favorit ist da immer schwer festzulegen. Können Sie trotzdem einen benennen?

Lars Müller: Ja, normalerweise schieben wir uns das ja immer so ein bisschen hin und her. Aber ich denke, dieses Mal kann man schon klar und deutlich sagen, dass Herbern der Favorit ist. Sie haben schon seit dem Ende der Hinrunde eine ganz starke Form, die sich jetzt auch über die Vorbereitung so durchgezogen hat. Dazu haben sie auch noch ganz starke Spieler geholt im Winter, die ihnen sicherlich weiterhelfen können.

Bei uns läuft es da ein wenig umgekehrt. Wir hatten keine gute Phase, es läuft einfach nicht gut. Und dann sind uns eben noch diese wichtigen Stützen weggefallen mit Niklas Link und Marvin Stöver. Da sind die Rollen dieses Mal, denke ich, schon klar verteilt.

Holger Möllers: Ich habe schon gehört, dass Lars uns als Aufstiegsaspiranten sieht. Das ist natürlich aber eine höhere Motivation für seine Jungs, wenn die denken, dass sie uns irgendwelche Titelchancen versauen. Das steht bei uns aber ja gar nicht auf der Agenda. Wir nehmen die aktuelle Situation mit, haben da aber gar keinen Druck.

Was die Favoritenrolle angeht, müssen wir die, glaube ich, annehmen. Wir haben seit Simjü kein Spiel mehr verloren, Werne keins mehr gewonnen. Ich weiß auch nicht, was da passiert ist. Meine Jungs scheinen auf jeden Fall den richtigen Bierstand genommen zu haben.

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Wenn man jetzt vor Sonntag nochmal zurückschaut: Sie haben beide schon einige Derbys erlebt. Gibts da irgendeine Erinnerung, die für Sie besonders ist?

Holger Möllers: Ich habe ja jetzt wirklich schon einige Derbys erlebt. Natürlich erinnert man sich lieber an die Siege zurück, als an die Niederlagen. Und da freut es mich wirklich, dass die Bilanz mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage aktuell so positiv für uns ist.

Lars Müller: Für mich war tatsächlich auch das erste Derby etwas besonderes. Flutlicht, Freitagabend, viele Zuschauer - und dann auch noch ein Unentschieden, sodass beide Mannschaften gerne zurückdenken können. Sonst gibt es da ja viele unterschiedliche Erinnerungen. Das letzte Derby in Herbern war zum Beispiel sehr, sehr schlecht, während das Hinspiel in dieser Saison richtig gut war.

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Am Sonntag stehen Sie sich zum letzten Mal in einem Derby gegenüber, da Holger Möllers den SV Herbern zum Saisonende verlässt. Ist das ein komisches Gefühl?

Holger Möllers: Ich beschäftige mich da ehrlicherweise noch gar nicht mit, das ist vollkommen im Hintergrund. Deswegen ist es aktuell für mich auch wirklich gar nicht komisch.

Lars Müller: Ich finde es sicherlich schade. Holger und ich kamen immer super aus, haben uns gut verstanden. Es ist auch schade für Herbern. Aber Holger wird irgendwann bestimmt wieder mittelfristig irgendwo einen Trainerjob übernehmen. Vielleicht sieht man sich ja dann nochmal.

  • Anpfiff für das Derby ist am Sonntag um 15.15 Uhr
  • Gespielt wird auf dem Kunstrasenplatz des SV Herbern am Siepenweg
  • Der Eintritt für alle Kinder und Jugendlichen bis 15 Jahre ist frei
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