Ehemaliger WSC-Topstürmer Martin Südfeld hat seinen Torriecher nicht verloren

mlzWas macht eigentlich...?

Martin Südfeld war viele Jahre die Tormaschine beim Werner SC. Mit seinen Toren hatte er maßgeblichen Anteil am Aufstieg in die Bezirksliga. Heute lebt und kickt er in Niedersachsen.

Werne

, 13.02.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es ist Sonntag, der 22. Mai, im Jahr 2011. So gegen 16.50 Uhr. Rauch steigt über dem Rasenplatz des SV Stockum auf. Mondrian Runde rennt wild jubelnd mit einer Bengalischen Fackel über den Platz. Andere Mitspieler folgen ihm, andere gönnen sich eine Sektdusche. Der Werner SC hat gerade vor mehr als 200 Zuschauern das Ortsderby beim SV Stockum gewonnen. Das 4:0 bedeutet den vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft in der Kreisliga A und damit den Aufstieg in die Bezirksliga.

Dass der WSC nach sechs Jahren Abstinenz wieder auf Bezirksebene spielen darf, daran hat Martin Südfeld einen großen Anteil. 28 Tore erzielt er in der Aufstiegssaison. Beim 4:0 in Stockum trifft der kopfballstarke, groß gewachsene Stürmer doppelt. „Das war ein sehr emotionaler Moment, auf jeden Fall der schönste in meiner Fußballerlaufbahn. Wir waren schon eine geile Truppe, hatten mit Andreas Zinke auch einen tollen Trainer“, sagt Südfeld.

Südfelds neue Heimat liegt in Niedersachsen

Der heute 30-Jährige erinnert sich gerne an die Zeit beim Werner SC zurück. Schließlich ist das sein Heimatverein, Südfeld ist ein Werner Junge. Seine neue Heimat ist rund 90 Kilometer entfernt. Südfeld, Werkzeughändler im Außendienst, wohnt mit seiner Verlobten – 2019 soll geheiratet werden – in Bad Iburg im südlichen Niedersachsen. Hier kickt er momentan in der Ü32 des TuS Glane. „Der Torriecher ist noch da. Nur die Beweglichkeit nicht mehr so. Ein paar Kilos sind mittlerweile zu viel drauf“, erzählt Südfeld und lacht.

Der eigentliche Grund, warum er kürzer treten musste, war aber ein Bandscheibenvorfall vor drei Jahren – Südfeld musste operiert werden. Mittlerweile ist er aber so weit zu sagen, dass die Ambition, im Fußball noch einmal anzugreifen, wieder groß ist. „Um ehrlich zu sein, die Ü32 reicht mir da nicht“, sagt der 30-Jährige. Ihm fehle der durch den Fußball getaktete sonntägliche Ablauf.

Schnell Anschluss gefunden durch den Sport

Der Fußball ist für Martin Südfeld in seiner neuen Heimat ein gutes Mittel, um Kontakte zu knüpfen. „Durch den Sport habe ich hier schnell Anschluss gefunden. Viele Nachbarn spielen in dem Verein“, so Südfeld.

Wenn er nicht arbeitet oder mit der Ü32 trainiert, geht er gerne mit seiner Verlobten und seinem Hund spazieren. Oder er besucht seinen Vater und seine Schwester in Werne, die ihn stets treu am Spielfeldrand angefeuert haben. „Die Familie ist mir sehr wichtig“, sagt Südfeld. Zum Derby zwischen seinem alten Klub Werner SC und dem SV Herbern kommt er auch immer gerne vorbei.

Davaria Davensberg war ein Experiment

In die Landesliga-Truppe des Werner SC würde Südfeld auch heute noch gut reinpassen. Für die Kreisliga war Südfeld in seinen besten Jahren viel zu gut. 2007 wollte es der damals 19-Jährige wissen, wechselte zum Westfalenligisten Davaria Davensberg. Das Experiment missglückte. „In Davensberg war ich unzufrieden. Einmal, da hatte mich der damalige Trainer Heiko Ueding in der 55. Minute eingewechselt und dann nur ein paar Minuten später wieder ausgewechselt – ohne Begründung. Anschließend habe ich die Saison auf der Bank abgesessen“, erzählt Südfeld, der 2009 zum WSC zurückkehrte.

Zwei Jahre später dann der ersehnte Aufstieg in die Bezirksliga. In der WSC-Meistertruppe von 2011 gab es einige seines Schlages: Alle waren jung und erfolgshungrig. Dementsprechend verlief dann auch gleich die erste Saison in der Bezirksliga überragend. Der WSC landete auf dem fünften Platz.

Umzug nach Witten und in die Landesliga

Während dieser Zeit zog Südfeld nach Witten um. Der Liebe wegen. Zum Training und zu den Spielen pendelte er. Irgendwann wurde ihm die Pendelei zu viel. 2012 wechselte er zum SV Herbede, ein Jahr später zum TuS Stockum – beides Landesligisten aus Witten. Beim TuS Stockum wurde Südfeld mit 18 Treffern Torschützenkönig der Landesliga Staffel 3. Den Abstieg verhindern konnte er mit seinen Toren allerdings nicht. „Das war sehr ärgerlich“, erinnert sich Südfeld.

Nach einer Saison in der Bezirksliga mit dem TuS Stockum folgte der Umzug in den Norden. Hier kickte er zunächst für den SC Velpe-Süd zwei Jahre in der B-Liga. Auch hier wurde er Torschützenkönig. In seinem zweiten Jahr dann der Bandscheibenvorfall.

Südfeld will bald wieder angreifen

Aber Südfeld ist ein Kämpfer: „Mir fehlt der Wettkampf. Ich habe ja schon mit 17 Jahren bei den Senioren angefangen, Fußball zu spielen. Deshalb werde ich nächste oder übernächste Saison auch wieder bei den Senioren angreifen. Wenn auch nur in der Kreisliga“, sagt Südfeld.

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