Eintracht Wernes Neuzugang Emir Bajric sieht die Rückkehr zum Fußball zwiespältig

mlzEintracht Werne

Eigentlich wollte Eintracht Werne gar keinen Neuzugang verpflichten. Jetzt haben die Evenkämper einen starken Spieler geholt, der seine Rückkehr in den Fußball nicht nur positiv sieht.

Werne

, 28.01.2020, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollte Mario Martinovic seine Mannschaft Eintracht Werne in der Winterpause nicht verstärken. Der Fußball-A-Ligist sieht sich selbst als gut aufgestellt, eine Verstärkung war aus Sicht der Eintracht nicht nötig. Doch über Kontakte der Familie Martinovic haben die Evenkämper doch einen Transfer getätigt. Beim Test gegen Lohauserholz war er bereits gute 78 Minuten dabei.

Die Rede ist von Emir Bajric. Der Neuzugang war zuletzt bei der IG Bönen unter Vertrag, hat dort aber seit über einem Jahr gegen keinen Ball mehr getreten. Der Grund: Bajric hatte sich im Bezirksligaspiel gegen den TuS Freckenhorst im Oktober 2018 sämtliche Bänder im Knie gerissen. Bis dahin war er Kapitän der Böner gewesen.

Zurück auf dem Rasen nach über einem Jahr

Die Verletzung machte das Fußball spielen für ihn auch im Sommer noch schwer, als er mit der IG in die Vorbereitung auf die neue Saison starten wollte. Um langsam wieder in Form zu kommen, sollte Bajric bei der zweiten Mannschaft in der Kreisliga C mitspielen. Darauf verzichtete der 29-Jährige aber. Jetzt ist er nach über einem Jahr Pause zurück auf dem Rasen - für Eintracht Werne.

Jetzt lesen

Trainer Mario Martinovic freute sich über die gelungene Verpflichtung des Bosniers: „Mit Emir haben wir einen klasse Mann dazu bekommen. Der spielt auf der Sechs, könnte aber auch als Innenverteidiger auflaufen. Er ist zweikampfstark, intelligent und hat Erfahrung auch aus den höheren Ligen.“

Erster Einsatz dauerte 78 Minuten

Nach nur 1,5 Wochen Training stand der Bosnier auch beim ersten Testspiel der Evenkämper bereits 78 Minuten auf dem Platz - viel länger, als eigentlich geplant. „Wir wollten Emir eigentlich nur eine Halbzeit spielen lassen“, sagte Trainer Mario Martinovic. „Aber wir waren etwas dünn besetzt. Dafür hat er es sehr gut gemacht.“

Auch Bajric selbst war zufrieden mit seinem Debüt nach langer Verletzungspause: „Natürlich kann man sagen: Das wird alles in drei Wochen noch besser laufen. Aber es war ein guter Anfang für mich.“

Jetzt lesen

Menschlich fühlt er sich in der Mannschaft bereits jetzt sehr wohl. „Das sind super Jungs, die haben mich gut aufgenommen“, so Bajric. „Außerdem kenne ich sehr viele Spieler wie Enes (Akyüz, Anm. d. Red.), Apo (Abdullah Sahin, Anm. d. Red.) und Marko (Martinovic, Anm. d. Red.), das hat es natürlich auch einfacher gemacht.“

Dennoch gibt es für den Bosnier bei aller Freude, endlich wieder spielen zu dürfen, einen Nachteil, erklärt er: „Die Verletzung war schlimm. Aber sie hatte auch einen Vorteil. Im Sommer ist mein Sohn zur Welt gekommen, den konnte ich aufwachsen sehen und meiner Frau unter die Arme greifen.“ Nun freuen sich Frau und Kind zwar für den Papa, dass er die Fußballschuhe doch nochmal anziehen kann. Aber dennoch: „Ich werde es sonntags sicherlich auch vermissen, mit meinem Sohn zu spielen.“

Lesen Sie jetzt