Erste Spielabsage wegen Coronavirus in der Landesliga 4

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Nachdem mehrere Corona-Fälle in Senden bekannt wurden, stellt der VfL Senden den Spielbetrieb ein. Wirkt sich Corona nun auf das Derby zwischen dem SV Herbern und dem WSC aus?

von Isabell Michalski

Werne

, 06.03.2020, 14:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Staffelleiter der Landesliga 4, Gerhard Rühlow, erreichte am Donnerstag erstmalig die Bitte, ein Landesligaspiel aufgrund des Coronavirus abzusetzen. Betroffen ist die Partie zwischen dem VfL Senden und dem SC Westfalia Kinderhaus, aufgrund inzwischen 13 Infizierter in Senden und Umgebung.

In eben dieser Liga spielen auch der Werner SC, RW Deuten und der SV Herbern. Auf Anfrage unserer Redaktion zeigte sich Gerhard Rühlow über weitere Auswirkungen des Coronavirus unwissend: „Ich bin da genauso schlau wie alle anderen auch." Ob noch weitere Spiele abgesagt werden, konnte Rühlow nicht beantworten.

Thomas Morzonek, Trainer des Fußball Landesligisten aus Senden, der akut von der Spielabsage betroffen ist, bedauert die Einstellung des Trainings- und Spielbetriebes: "Wir hätten gerne gespielt und hatten schon einen Schlachtplan für das Spiel gegen den Tabellenführer des SC Westfalia Kinderhaus herausgearbeitet", sagt Morzonek.

Doch hat er Verständnis für die Spielabsage: „Stand jetzt ist es nur eine Vorsichtsmaßnahme und wir haben keinen Fall in unserer Mannschaft." Von einer generellen Spielabsage, von der auch das Derby zwischen dem SV Herbern und dem Werner SC betroffen wäre, hält Thomas Morzonek hingegen wenig: "Wenn man Schülern sagt sie dürfen nicht in die Schule gehen oder Fußballspiele absagt, bleibt trotzdem keiner Zuhause. Auch die Spieler machen dann etwas anderes. Da wir nicht unter Quarantäne stehen, ist das schwierig."

Auf Seiten des Werner SC kommt trotz des Coronavirus keine Panik auf. Thomas Overmann, erster Vorsitzender des WSC, hat trotz der ersten Spielabsage in der Landesliga keine Sorge vor möglichen Infizierungen und freut sich auf das Duell beim SV Herbern. „Man muss die Gefahren abwegen können. Wir fahren optimistisch nach Herbern, das Spiel findet statt. Wenn Spielabsagen erforderlich sind, muss es sein. Die Gesundheit geht im Zweifelsfall immer vor", sagt Thomas Overmann.

Auch der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen sieht dem Coronavirus entspannt entgegen und ruft auf Ruhe zu bewahren. Der FLVW gründete Ende Februar dazu eine Task Force, deren Mitglieder die aktuelle Entwicklung des Coronavirus verfolgen. Meike Ebbert vom FLVW berichtet: "Sobald das Gesundheitsamt oder die Krisenstäbe Empfehlungen zur Spielabsage aussprechen, würden Spiele abgesagt. Derzeit sind keinerlei Sportanlagen durch die Kommunen gesperrt."

Dementsprechend grünes Licht bekommt auch das Derby zwischen dem SV Herbern und dem Werner SC.

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