FLVW-Funktionär Korfmacher: "Wir kommen mit den Vereinen klar"

AUS DER REGION Ab der kommenden Saison beginnt ein Sonntagsspiel der Bundesliga um 15.30 Uhr. Zum Leidwesen der Amateure, die einen Zuschauerschwund auf heimischen Plätzen befürchten (wir berichteten mehrfach). Der Präsident des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen, Hermann Korfmacher, hat dem "Hellweger Anzeiger" jetzt ein Interview gegeben. Er sehe die Angelegenheit mit Gelassenheit.

05.03.2009, 11:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
FLVW-Funktionär Korfmacher: "Wir kommen mit den Vereinen klar"

Hermann Korfmacher ist DFB-Vizepräsident und FLVW-Chef. Er sagte nun: "Die Amateurvereine sollten sich mehr um ihre Zuschauer kümmern."

Ich möchte das so nicht unbedingt stehen lassen. Am vergangenen Sonntag beispielsweise spielte der Bezirksligist SV Holzwickede vor 1100 Zuschauern gegen Westfalia Wickede, während im Bezahlfernsehen zwei lukrative Bundesliga-Spiele ausgestrahlt wurden. Am Freitagabend verfolgten sogar 150 Zuschauer ein Spitzenspiel der Jugend, statt sich vor den Fernseher zu setzten. Und wir dürfen nicht vergessen: Das Sonntagsspiel soll im Pay-TV gezeigt werden, was nicht jeder hat.

Gut, die amtliche Anstoßzeit in den Ligen wird nicht verändert. Das muss schon seinen geregelten Lauf nehmen, sonst machen da die Staffelleiter nicht mit. Vereine, die aber in unmittelbarer Nähe eines Bundesligisten liegen, können ihre Begegnungen verlegen. Beide Clubs müssen sich auf einen neuen Termin einigen. Das ist dann sogar verpflichtend. Übrigens haben meine vielen Besuche in den Fußballkreisen gezeigt, dass beispielsweise ausgerechnet Vereine in Bochum und Dortmund bereit sind, sich zu arrangieren.

Nein. Wir kommen mit den Vereinen klar, führen sachliche Diskussionen. Es ist aber falsch, wenn einem immer vorgeworfen wird, der Verband hätte nichts getan. Wir sind für die Vereine da, gehen auch auf die Clubs zu - auch wenn uns derzeit ein teils eisiger Wind entgegen weht.

Die Amateurvereine sollten sich mehr um ihre Zuschauer kümmern. Es hat doch immer noch eine andere Qualität, wenn man mit Gleichgesinnten bei Bier und Bratwurst auf dem Sportplatz seines Clubs steht. Das muss den Zuschauern vielleicht mehr bewusst gemacht werden. Eigens dafür planen wir sogar eine Image-Kampagne für unsere Verein. Wir wollen ihnen helfen. Aber, was sage ich: Die Kampagne ist beispielsweise geplant, da gibt es auch schon hier die ersten Kritiker statt nach einem gemeinsamen Lösungsweg zu suchen. Es ist nicht immer einfach.

Nein, bestrafen in diesem Sinne werden wir keinen. Fest steht aber laut Satzung, dass ein Verein, der zu einem Spiel nicht antritt, mit Punktabzug und dem Ordnungsgeld zu rechnen hat. Tritt er drei Mal nicht an, dann wird er vom Meisterschaftsbetrieb aus geschlossen. Dazu sind wir alleine doch schon verpflichtet, um den geregelten Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Außerdem gibt es bei den Clubs unterschiedliche Meldungen über einen Boykott. Fragen Sie mal so manchen Sportlichen Leiter, was die ihnen sagen.

Optimistisch. Ich denke, dass wir das alles meistern werden. Es gibt ja auch noch andere Probleme wie beispielsweise den demografischen Wandel. In dieser Saison haben wir verbandsweit 100 Senioren Mannschaften weniger als in der Spielzeit zuvor. Die Teams brechen einfach unten weg. Auch muss so manch ein Verein einmal sein Bezahlwesen im Amateursport überdenken, statt immer an den Gebühren des Verbandes zu mäkeln. Der Trainer, der bei uns einen Lizenz-Lehrgang absolviert, hat die Kosten dafür ja bereits im ersten Monat seines Engagements bei seinem Verein heraus. Also können wir wohl nicht so teuer sein.

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