Frank Mill und Markus Brzenska erzählen aus ihren Fußballerkarrieren

Fußballtalk

Bei der ersten Ausgabe von „Volltreffer“ waren Frank Mill und Markus Brzenska im Deutschen Fußballmuseum zu Gast. Thema war unter anderem einer der legendärsten Patzer der Fußballhistorie.

Werne, Selm, Lünen

, 06.02.2019, 22:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Frank Mill und Markus Brzenska erzählen aus ihren Fußballerkarrieren

Beim ersten RN-Talk „Volltreffer“ waren Frank Mill (l.) und Markus Brzenska (M.) zu Gast und beantworteten die Fragen von Moderator Sebastian Reith © Weitzel

Rund 80 Leserinnen und Leser folgten am Mittwochabend der Einladung der Redaktionen aus Lünen, Selm, Werne in das DFB-Fußballmuseum in Dortmund zur neuen RN-Talkrunde „Volltreffer“. Zu Gast waren die ehemaligen Borussia Dortmund Profis Frank Mill und Markus Brzenska.

Zuvor stand für die Gäste die Führung durch das DFB-Museum auf dem Plan. Hier sahen die Fußballfans die Geschichte des DFB, angefangen beim ersten Länderspiel 1908 gegen die Schweiz bis in die Gegenwart. In drei Gruppen wurden chronologisch die Weltmeisterschaften von 1954 – als die Spieler noch 1200 Euro, einen Fernseher, einen Motorroller und einen Kühlschrank für den Gewinn der Weltmeisterschaft bekamen – über die Siege 1974 und 1990, bis zum letzten Erfolg 2014 vorgestellt.

Karrierestart in Essen

Am Ende der Führung durften die Gäste in der Schatzkammer einen Blick auf die verschiedenen Fußballpokale werfen. Nach einer kurzen Erfrischung durch kalte Getränke folgte die Talkrunde mit Frank Mill und Markus Brzenska. Beide haben ihre Wurzeln im Ruhrgebiet. Mill in Essen, Brzenska in Lünen.

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Markus Brzenska und Frank Mill zu Gast im Deutschen Fußballmuseum

Frank Mill und Markus Brzenska waren bei unserem ersten Fußball-Talk "Volltreffer" unsere Gäste im Deutschen Fußballmuseum.
06.02.2019
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Mill, der seine ersten Schritte im Fußball beim BV Eintracht in Altenessen machte, wurde 1990 mit der Deutschen Nationalmannschaft Weltmeister. Zwei Jahre zuvor holte er mit Deutschland Bronze bei der Olympiade in Seoul. Von seinen frühen Anfängen bis hin zu seinem Karriereende stand Mill dem Publikum Rede und Antwort. Angefangen hatte alles in seinen jungen Jahren, als sein Vater ihm 50 Pfennig pro erzieltes Tor versprach und schnell merkte, dass es ihn von Woche zu Woche um einige Mark ärmer machte. „Irgendwann war mein Vater es Leid und hat mir nur noch drei Mark versprochen, egal wie viele Tore ich schieße“, erzählte Mill.

Legendärer Patzer

Viele kennen Mill vor allem wegen seines Debüts bei Borussia Dortmund. Dies verfolgt ihn bis zum heutigen Tag immer wieder. Am 9. August 1986 spielte der BVB im Olympiastadion von Bayern München. Mill, der seine Stärken im Antritt und seiner Sprungkraft sah, ließ die gesamte Münchener-Hintermannschaft aussteigen. Er umkreiste den Torwart und stand vor dem leeren Tor. Der BVB-Stürmer musste nur noch einschieben und dann passierte ihm der bis heute legendäre Patzer. Er schoss an den Pfosten. Heute kann Mill darüber lachen: „Die Zuschauer fragten sich wahrscheinlich damals, was der Verein für einen Blindfisch gekauft hat. Aber das ich beim 2:2 beide Tore vorbereitet habe interessierte natürlich niemanden“, sagte er.

Mill leistete übrigens auch einen persönlichen Beitrag zum Fußballmuseum. Er schenkte dem Museum das originale Trikot von Diego Maradona aus dem WM-Finale 1990. „Ich bin damals in der Halbzeitpause zu ihm hin und hatte ihn nach dem Trikot gefragt. Er sagte, ich könne es nach der Partie holen. Das habe ich nach dem Spiel auch bekommen“, erklärte er. Mit einem Schmunzeln fügte er hinzu: „Das Trikot war mir fast so wichtig wie der WM-Titel.“

Der Aufstieg ist das Ziel

Der 60-jährige betreibt als Unternehmer unter dem Namen „Kidsactive“ 88 Fußballschulen für Kinder und Jugendliche. „Eine Trainerkarriere konnte er sich nie vorstellen. „Ich glaube dafür bin ich zu direkt“, sagte Mill.

Brzenska und Mill eint ein ähnliches Schicksal: Auch Brzenska, der zweite Gast des Abends blickt auf ein misslungenes Debüt für Borussia Dortmund zurück. In der Saison 2003/04 debütierte er auch gegen Bayern München. Er spielte allerdings nicht lange. Nach 43 Minuten war sein erster Einsatz zu Ende. Er flog mit Gelb-Rot vom Platz. Wer das schlimmere Debüt hatte? „Eindeutig ich“, antwortete Brzenska. Nach 86 Einsätzen für den BVB wechselte Brzenska im Jahr 2009 zum MSV Duisburg. Danach folgten Stationen bei Energie Cottbus und 2017 beendete er seine Karriere bei Viktoria Köln, der Verein, wo er momentan als Co-Trainer arbeitet und den Aufstieg in die 3. Liga plant.

Brzenska, der seine Anfänge bei BV Lünen machte, hat in seiner Trainerkarriere hohe Ziele. „Ich will irgendwann in der Bundesliga trainieren. Das ist mein Traum“, sagte er.

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