Fußballregeln statt PC-Spiele: Romeo Stamm (14) wird Schiedsrichter beim SV Herbern

mlzSV Herbern

Der SV Herbern hat einen neuen Schiedsrichter. Romeo Stamm hat die Corona-Zeit für die Ausbildung genutzt - und ist jetzt wohl einer der jüngsten Referees im Kreis Münster.

Herbern

, 14.06.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fußballverrückt ist Romeo Stamm schon immer. Als Torwart der C1 des SV Herbern steht er selbst regelmäßig auf dem Platz. Sonntags ist er ein regelmäßiger Gast bei den Spielen der ersten und zweiten Mannschaft. Die Corona-Zeit hat der 14-Jährige nun genutzt, um noch weiter zu gehen.

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„Ich habe mich schon immer für Schiedsrichter interessiert. Dann habe ich mir den Arm gebrochen und es kam Corona, da habe ich mich für die Ausbildung entschieden“, erklärt Romeo Stamm, womit er sich in den vergangenen Monaten beschäftigt hat.

Über eine App absolvierte der 14-Jährige jede Menge Übungsfragen, lernte über Onlineseminare - alles aufgrund des Coronavirus. „Wir hatten ein einziges Seminar vor Ort, einen Tag vor der Prüfung“, so Romeo Stamm. „Sonst lief das meiste über die App.“

Vier Stunden verbrachte der 14-Jährige am Tag vor der Prüfung gemeinsam mit den anderen angehenden Schiedsrichtern in Münster. Dabei war Romeo Stamm der Jüngste - schließlich ist die Arbeit als Schiri erst ab einem Alter von 15 Jahren erlaubt.

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„Romeo wird aber im September 15. Vorher wird es wahrscheinlich eh keine Spiele geben und selbst wenn, wird er halt danach erst eingesetzt“; erklärt Jürgen Steffen, der Vorsitzende des SV Herbern. Für die Herberner ist Romeo Stamm der geforderte achte Schiedsrichter, den der Verein noch brauchte.

30 Fragen bis zum Schiedsrichter

Die Prüfung bestand für Romeo Stamm aus 30 Fragen. „Zehn Mal musste ich nur ankreuzen, 20 Fragen waren darauf aus, dass ich die Bestrafung und Spielfortsetzung aufschreiben musste. Das hat aber gut geklappt“, berichtet der 14-Jährige.

Für Steffen ist es besonders bemerkenswert, dass Romeo Stamm sich in dem jungen Alter für die Ausbildung zum Schiedsrichter entschieden hat: „Viele Kinder sitzen dann ja lieber Nächte lang vor dem Computer und zocken. Da ist es schon etwas Besonderes, dass Romeo jetzt Schiedsrichter wird.“

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Deswegen wird der Verein den Jung-Schiedsrichter auch unterstützen. „Wir stellen ihm seine komplette Erstausrüstung“, erklärt Jürgen Steffen. „Außerdem: Wenn er irgendwo Unterstützung braucht, wird er die vom Vorstand immer kriegen. Es kann auch jemand mit ihm zu Spielen fahren.“

Zu Beginn wird Romeo Stamm nun erstmal D- und C-Junioren in der Kreisliga pfeifen. „Es kann natürlich noch höher gehen, aber das sind die Spielklassen, in denen man beginnt“, erklärt Florian Suthues, Schiedsrichter-Obmann des SV Herbern.

Wenn nun auch andere Jugendliche Blut geleckt haben und Schiedsrichter werden wollen, freut sich der SV Herbern über Referee-Nachwuchs, erklärt Jürgen Steffen: „Wir sind immer offen, wenn jemand das auch machen möchte. Man kann sich gerne bei uns melden.“

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