Gerd Tolz: Dauerlauf im Ruhestand

WERNE Er ist Läufer aus Leidenschaft und Überzeugung. Und im Ruhestand. Gerd Tolz, alter Werner Leichtathletik-Haudegen, lebt mittlerweile auf Usedom. Nicht ganz so nobel wie auf Sylt, aber es läuft. Er auch.

von Von Dominik Möller

, 23.01.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er fühlt sich wohl auf Usedom, auch weil er recht schnell Kontakte zu Läufern vor Ort knüpfen konnte. Und auch wenn sich Tolz und seine - größtenteils polnischen - Lauffreunde nur mit Händen und Füßen verständigen können: "Die beste Völkerverständigung ist Sport", sagt Tolz. Und bekennt: "Ich spreche kein Englisch und nix. Aber wir verstehen uns trotzdem. Das Laufen verbindet uns." An die örtlichen Gepflogenheiten musste er sich allerdings erst gewöhnen. Wettkämpfe starten entweder früh am Morgen - oder sonntags erst am Mittag.

Er fühlt sich wohl auf Usedom, auch weil er recht schnell Kontakte zu Läufern vor Ort knüpfen konnte. Und auch wenn sich Tolz und seine - größtenteils polnischen - Lauffreunde nur mit Händen und Füßen verständigen können: "Die beste Völkerverständigung ist Sport", sagt Tolz. Und bekennt: "Ich spreche kein Englisch und nix. Aber wir verstehen uns trotzdem. Das Laufen verbindet uns." An die örtlichen Gepflogenheiten musste er sich allerdings erst gewöhnen. Wettkämpfe starten entweder früh am Morgen - oder sonntags erst am Mittag.

"Erst kommt der geregelte Sonntag mit Familie und Kirche und allem. Und dann wird gelaufen", erklärt Tolz. Auch Umkleiden sucht man bei vielen Wettkämpfen rund um Usedom - der Laufkalender 2008 umfasst 25 Rennen - vergebens. "Warmduscher gibt's da nicht. Die sind alle abgehärtet", sagt Tolz. Er zwinkert und grinst.

"Der Rest ist Querfeldein"

Umstellen musste sich der Werner Läufer auf Abwegen aber auch anderweitig. Die Streckenprofile an der Ostsee sind mit denen in und um Werne nicht zu vergleichen. "Hier gibt's nur Cross- und Waldläufe", so Tolz. Straßenrennen wie es sie hier im Umkreis gibt, kennt man auf Usedom nicht. "Und eine flache Strecke gibt's nur am Strand. Der Rest ist Querfeldein, mit allem drum und dran", erzählt der Exil-Werner. Die sportliche Bandbreite unterscheidet sich indes nicht. Auch rund um die deutsch-polnische Grenze versammeln sich ambitionierte Läufer und Hobbysportler.

Große Strecken läuft Tolz mittlerweile nicht mehr. Seine Marathonkarriere hat er beendet, nachdem er die 42,195 km Strecke 70 Mal bezwungen hatte. 25 Jahre hatte er dafür gebraucht, ließ zwischen 1979 und 2004 kaum einen Marathon aus.

"Mein Beitrag zur grenzenlosen Völkerverständigung"

Nur einen Traum, den hat er sich als Läufer nicht erfüllen können: den Start beim New York Marathon. Aber das macht ihm nichts. "Jetzt leiste ich meinen sportlichen Beitrag zur grenzenlosen Völkerverständigung", sagt Tolz gelassen. Es bleibt also dabei: Er lief noch niemals ins New York...

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