„Hätte alles glatt laufen müssen“: Der Kreis Münster zeigte bereits vor der Saison Weitsicht

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In den überkreislichen Ligen muss man sich so langsam überlegen, wann und wie alle ausgefallenen Fußball-Spiele nachgeholt werden können. Der Kreis Münster hat dafür schon vor der Saison eine Lösung.

Herbern, Werne

, 12.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fußball pausiert seit nun fast zwei Wochen. Und mit der Pause wird die Liste der Nachholspiele länger und länger. Inzwischen sorgen sich einige Teams gerade in den überkreislichen Ligen, wie die ganzen Spiele nachgeholt werden sollen. Der Kreis Münster hat sich dazu schon vor der Saison Gedanken gemacht - und hätte als Vorbild dienen können.

Denn im Kreis Münster wurden die Kreisligen in dieser Saison in mehrere Staffeln aufgeteilt. Lediglich 14 Teams spielen pro Staffel. Das sorgt dafür, dass in der Kreisliga C in dieser Saison vier Staffeln an den Start gehen anstatt der sonst üblichen drei. In den A- und B-Ligen sind es jeweils drei.

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Durch die 14 Teams hat immer ein Team pro Spieltag spielfrei. Doch die geringe Anzahl wurde vom Kreis Münster nicht etwa gewählt, damit die Spieler öfter mal die Füße hochlegen können sonntags. Stattdessen dachte man hier bei der Einteilung schon an die jetzt eingetretene Zukunft, wie der Kreis-Vorsitzende Norbert Krevert erklärte.

„Wir haben vor der Saison versucht, mit Weitsicht zu planen und schon überlegt, was ist, wenn es nochmal eine Corona-Unterbrechung geben würde“, so Krevert. Daher habe man die A-Ligen gedrittelt. Wäre diese Liga nämlich in zwei Gruppen gewesen, wäre der SV Herbern U23 II unter anderem in einer 20er-Staffel gestartet in der Kreisliga A2. „Dann hätte aber alles glatt laufen müssen, nicht nur Corona-mäßig. Wir hatten kaum Spielraum, nicht mal für einen eisigen Winter“, erklärt Krevert.

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Das hat also nun zur Folge, dass sowohl die U23 des SV Herbern (Kreisliga A2), als auch die Dritte (Kreisliga C4) sowie der Werner SC II (Kreisliga B3) weniger Spiele nachholen müssten als beispielsweise die beiden ersten Mannschaften der Teams in der Landesliga 4, in der in dieser Saison gleich 18 Mannschaften gemeldet sind. Lediglich in der Kreisliga B sei man bei drei Staffeln geblieben, da hier die Anfahrtswege nicht so weit und dadurch auch Spiele unter der Woche möglich sind.

Krevert lobt die Vereine

Insgesamt sei die Zahl der Nachholspiele bis zur Corona-Pause im November aber auch überschaubar gewesen laut Norbert Krevert. „Hätten wir den 31. Oktober als Nachholspieltag noch nutzen können, wären wir quasi glatt gewesen“, erklärt der Kreisvorsitzende. Einzig das Kontaktsportverbot des Kreises Unna, was den Werner SC und die SG Selm betraf, habe für einen Anstieg an Spielausfällen gesorgt. Zwar habe man in den Kreisligen auch Spiele verschieben müssen, meist aber eher als Vorsichtsmaßnahme, weil im Nachgang gemerkt wurde, das ein Spieler infiziert war. „Insgesamt kann man sagen, dass sich im Kreis Münster kein Spieler über den Sport infiziert hat“, meint Krevert.

Die kleinere Staffel-Größe sei bei den Vereinen bereits vor der Saison mit positivem Feedback begrüßt worden. Krevert lobte hierbei die Zusammenarbeit mit den Vereinen für ihre „Flexibilität und Zusammenarbeit“.

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Wann wieder gespielt werden darf, steht natürlich noch in den Sternen. Im Kreis Münster habe man gehofft, bis Ende Mai fertig zu sein, da trotz der drei Staffeln nur zwei Teams aus der Kreisliga A aufsteigen können. Dennoch wirkt Krevert hier bislang entspannt - und wiederum weitsichtig: „Zur Not können wir noch in den Juni gehen.“

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