Jannik Prinz (23) ist der gefeierte Held: „Matchwinner würde ich zurücknehmen“

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Erst einen Tag vorher angereist, zwei Mal getroffen, vom Platz geflogen und als Derbysieger den Platz verlassen. Jannik Prinz hatte einen turbulenten Tag beim Derby gegen den SV Herbern.

Werne

, 09.09.2019, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jannik Prinz verließ etwas ungläubig den Kunstrasen am Sportzentrum Lindert. Es läuft die 59. Minute der Partie gegen den SV Herbern. Der Werner SC führt mit 3:0, Prinz erzielte die ersten beiden Tore, verfrachtete die Werner so auf die Siegerstraße und wäre wahrscheinlich mit Standing Ovations verabschiedet worden, wenn es eine Auswechslung gegeben hätte. Doch Prinz musste den Platz verlassen, weil er soeben die Gelb-Rote Karte sah.

Prinz hatte im Mittelfeld Herberns Johannes Richter festgehalten. Der Ball rollte weiter, Patrick Sobbe schnappte sich ihn und wurde gleich in der nächsten Aktion durch Wernes Henry Poggenpohl zu Fall gebracht. Ein Foul und Freistoß für Herbern. Es bricht im Anschluss an den Pfiff eine kurze Diskussion aus - zwischen den Teams und dem Schiedsrichter Pascal Alack. Als sich die Szenerie beruhigt, zeigt Alack die Gelb-Rote Karte für Prinz, der bereits in der ersten Hälfte eine Verwarnung sah. Prinz blickte etwas ungläubig drein, trottete dann niedergeschlagen vom Platz. „Ich fand, dass es überhaupt keine Gelb-Rote Karte war. Ich weiß nicht, warum man da Gelb-Rot geben muss“, sagte Prinz nach dem Spiel.

Jannik Prinz (23) ist der gefeierte Held: „Matchwinner würde ich zurücknehmen“

Hier die Szene, die zu Jannik Prinz (l.) Platzverweis führte. Prinz hält Johannes Richter fest. © Jürgen Weitzel

Zufrieden war der 23-Jährige trotzdem, denn der WSC brachte das Spiel über die Zeit, kassierte nur noch ein Gegentor. Das Gefühl für diese Leistung im Derby, hatte Prinz bereits schon vor dem Anpfiff: „Ich habe schon damit gerechnet, dass es so läuft. Spätestens nach dem 2:0.“ Doch schon zuvor beim Warmmachen, sei die positive Stimmung spürbar gewesen. „Ab dem Aufwärmen dachte ich mir so, heute gewinnen wir. Nicht nur ich, sondern die ganze Truppe. Das Aufwärmen war schon heute ein bisschen anders. Man hat gemerkt, dass gewinnen wir heute“, beschreibt Prinz die Stimmung.

Dass Prinz überhaupt auf dem Platz stand, hing nur damit zusammen, dass er über 300 Kilometer am Freitag zurücklegte. Prinz arbeitet mittlerweile in Hamburg, pendelt am Wochenende immer nach Werne, um für den Werner SC auflaufen zu können. „Ich bin gestern Abend (Freitagabend, einen Tag vor dem Derby, Anm. d. Red.) erst um halb eins aus Hamburg wieder hier gewesen, das war so ein bisschen kritisch noch“, erzählte er. Dem Einsatz von Prinz am Samstag stand aber dann nichts mehr im Weg und das hat sich ausgezahlt.

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Bereits nach sechs Minuten schoss Prinz das erste Tor, in der 43. Minute erhöhte er per Kopf auf 2:0, brachte Werne damit auf den Weg zum ersten Derby-Sieg in der Landesliga und konnte sich so nach dem Spiel auch feiern lassen, doch Prinz gab sich bescheiden: „Matchwinner würde ich vielleicht ein bisschen zurücknehmen, ich hab es den Jungs ja am Ende ein bisschen schwerer gemacht mit dem Platzverweis.“

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Vielmehr freute sich Prinz über den Sieg gegen Herbern: „Das ist schon ganz geil so. Es wurde endlich mal Zeit, dass wir gegen die gewinnen.“ Für Prinz ganz besonders, denn er traf gleich doppelt. „Das ist das geilste Spiel, um überhaupt Tore zu schießen“, machte er die Bedeutung des Spiels deutlich, spielte seine eigenen Tore wieder herunter: „Ich finde, es kommt gar nicht drauf an, wer die Tore macht, sondern das man gewinnt. Von daher würde ich das ganze komplett an die Mannschaft geben und das nicht auf mich richten.“

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