Jannis Vertgewall vom WSC selbstkritisch: „Ich kenne meine Baustellen“

mlzWerner SC

Die vergangene Saison verlief für den Werner Fußballer Jannis Vertgewall (22) nur mittelprächtig. Das soll sich nicht wiederholen. Daran arbeitet er zurzeit schon - mit einem Mitspieler.

Werne

, 23.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zehn Einsätze, ein Tor. Die persönliche Bilanz der vergangenen Saison von Außenbahnspieler Jannis Vertgewall im Trikot des Fußball-Landesligisten Werner SC liest sich für Außenstehende so: Es ist noch Luft nach oben. Das sieht der Spieler genauso. „Für mich war es gut, nach dem Abstieg mit Bockum-Hövel ein zweites Jahr mit dem WSC in der Landesliga zu spielen. Aber es hätten doch ein paar mehr Einsätze sein können“, gibt sich der Spieler selbstkritisch.

Die Gründe dafür, dass der 22-Jährige in seinem ersten WSC-Seniorenjahr selten in der Startelf von Trainer Lars Müller stand, kennt er genau: „Ich habe zu Beginn der letzten Saison gleich die ersten beiden Spiele verpasst wegen Urlaub. Danach war es schwer, wieder zurück in die Mannschaft zu kommen.“

„Bin an meine Grenzen gestoßen“

In der Winterpause war Vertgewall dann im „Klausurenstress“, wie er sagt. Acht bis neun Stunden büffelte er täglich für sein Studium. „Bei vielen ist es ja so, dass sie beim Fußballspielen den Kopf frei bekommen. Ich konnte nach der ganzen Lernerei abends beim Training aber nicht mehr 100 Prozent geben. Da bin ich an meine Grenzen gestoßen und konnte nicht das abrufen, was ich eigentlich kann.“

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Die Klausuren hat Vertgewall indes schon lange hinter sich gelassen. „Die liefen alle gut“, sagt er. Auch die neuerliche Klausurenphase hat der Wirtschaftspsychologie-Student bereits überstanden. Und weil in diesem Sommer coronabedingt kein Urlaub für Vertgewall ansteht, geht er davon aus, die Vorbereitung mit dem WSC komplett durchziehen zu können.

Neue Konkurrenz von „technisch gutem Spieler“

Klappt es dann auch, öfter zu spielen? „Das hoffe ich“, sagt er, „offensiv haben wir ein paar Abgänge. Moppel (Mondrian Runde, Anm. d. Red.) ist in die zweite Mannschaft gegangen. Im Winter haben uns schon Dominik Hennes (Wechsel zu Blau-Weiß Alstedde, Anm. d. Red.) und Marvin Schuster (SuS Kaiserau) verlassen. Im Sturm haben wir jetzt nicht mehr so viel Auswahl. Dementsprechend ist mein Ziel, der Mannschaft noch häufiger zu helfen.“

In zehn Einsätzen gelang Jannis Vertgewall in der abgelaufenen Saison ein Tor.

In zehn Einsätzen gelang Jannis Vertgewall in der abgelaufenen Saison ein Tor. © Marcel Schürmann

Neue Konkurrenz könnte Vertgewall jedoch von einem Neuzugang erhalten. Mirac Kavakbasi stößt aus der U19 von Westfalia Rhynern in die Mannschaft. Ein Spieler, von dem Vertgewall viel hält: „Er ist ein technisch guter Spieler. Das hat man im Training schon gesehen. Ich bin gespannt, wie wir uns aufstellen werden. Aber das wird sich alles erst im Laufe der Vorbereitung zeigen.“ Die beginnt offiziell am 2. August.

Workouts mit Teamkollegen

Um seine Chancen auf Startelf-Einsätze zu erhöhen, arbeitet Vertgewall bereits an sich. Er will seine Schwächen auszumerzen: „Ich bin laufstark und mache offensiv wie defensiv sehr viel. Woran ich aber arbeiten muss, sind Tempodribblings und Eins-gegen-eins-Situationen. Da habe ich gemerkt, dass mir in der letzten Saison manchmal die Körner gefehlt haben. Zudem will ich häufiger zum Torabschluss kommen, das sind derzeit noch meine Baustellen.“

Daher will sich der Linksfuß nun in eine „Topverfassung“ bringen, schiebt dafür Schichten im Fitnessstudio und geht laufen. Allerdings nicht allein. „Das mache ich zusammen mit unserem Innenverteidiger Zoran (Martinovic, Anm. d. Red.).

Das Ziel lautet: Weiterentwicklung

Neben den eigenen Ambitionen hat Vertgewall aber das Kollektiv im Blick. Er sieht den WSC auch in diesem Jahr gut aufgestellt für die Landesliga. „Wir haben immer noch eine hohe Qualität im Kader. Wir wollen auf jeden Fall an den Anfang der letzten Saison anknüpfen.“ In der vergangenen Spielzeit war der Werner SC furios gestartet, holte neun Siege aus den ersten elf Spielen und führte lange die Tabelle an.

In der neuen Spielzeit wird die Liga aufgestockt. 18 statt wie bisher 16 Teams umfasst die Liga. Die drei Aufsteiger Kinderhaus, Mesum und Deuten fallen weg. Vertgewall denkt jedoch nicht, dass die Liga dadurch leichter geworden ist.

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„Alle haben Liga-Neuling IG Bönen auf dem Zettel, die sich mit Spielern aus der Regional- und Oberliga verstärkt haben“, sagt er. „Aber auch bei den Aufsteigern darf man sehr gespannt sein. Die Liga ist definitiv nicht schwächer geworden.“ Das WSC-Ziel formuliert er so: „Wir wollen uns als Mannschaft weiterentwickeln.“ Das will Vertgewall persönlich ebenfalls.

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