Josef Holtmann gehört beim Werner SC zum Inventar - und betet vor jedem Spiel

mlzWerner SC

Seit der Gründung ist Josef Holtmann glühender Anhänger des Werner SC. Jeden Sonntag steht er beim WSC am Platz. Aufhören will er erst, wenn auch ein Verantwortlicher die Segel streicht.

Werne

, 20.02.2020, 14:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon immer war der Fußball die große Leidenschaft von Josef Holtmann. Aber während Freunde und Bekannte es mit dem BVB, Schalke 04 oder dem FC Bayern hielten, hatte der Werner immer nur Interesse an einem Verein - dem SSV Werne. Oder heute: dem Werner SC.

„Die beste Ablenkung vom Alltag war für mich schon immer der Fußball“, berichtet Holtmann. Schon seit 1965 steht der Werner jedes Wochenende am Rand, wenn seine Mannschaft um die drei Punkte kämpft.

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Doch damit nicht genug: Auch unter der Woche dreht sich bei dem Rentner alles um den WSC. Er schreibt Aufstellungen auf, schneidet Zeitungsartikel aus und heftet sie ein. Alles, was es zum Werner SC in den vergangenen Jahren zu wissen gab, befindet sich in seiner Sammlung.

Und vieles hat er nicht nur zu Papier gebracht. Er hat es auch im Kopf, berichtet Josef Holtmann: „Das glaubt mir niemand, woran ich mich noch alles erinnern kann. Das ist alles schon so lange her, viele Sachen weiß ich aber noch ziemlich genau.“

Josef Holtmann ist seit 1965 am Spielfeldrand dabei

Besonders seine erste Saison 1965 am Spielfeldrand - damals noch in der Bezirksklasse Hellweg - ist ihm in lebhafter Erinnerung geblieben. Direkt in der ersten Partie gab es einen Sieg - 4:1 gegen Wacker Ahlen. „Die Mannschaft gibt es ja schon gar nicht mehr. Für mich war das aber ein besonderes Spiel, weil es mein erstes war“, berichtet Holtmann.

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Seitdem hat der Werner viel miterlebt bei seinem Verein - von guten über schlechte Zeiten, über die Fusion zum Werner SC bis zum Aufstieg in die Landesliga. Auch viele Präsidenten, Trainer und Spieler hat er miterlebt. An einen erinnert er sich ganz besonders zurück: „Adolf Pourie (ehemaliger Spieler des SSV Werne und Vater von Profi-Fußballer Marvin Pourié, Anm. d. Red.) war mein großes Vorbild. Ich wollte immer so spielen wollen wie er. Unglaublich, das Talent ja scheinbar so vererbbar ist.“

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Pourie allerdings ist nicht die einzige Persönlichkeit, die für Josef Holtmann eine ganz besondere Rolle spielt in der Entwicklung seines Vereins. Auch Thomas Overmann, Vorsitzender des Werner SC, sei ein wichtiger Teil des Klubs, so der Werner: „Er tut alles für den Verein und legt da seine ganze Leidenschaft rein. So lange er Vorsitzender bleibt, werde ich mich auch weiterhin für den Verein engagieren.“

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Doch die Wertschätzung ist nicht nur einseitig. Denn auch Thomas Overmann weiß um die Bedeutung Holtmanns für den WSC - und gab ihm eine Aufgabe im Verein. „Ich kümmere mich ein bisschen um die Pflege der Platzanlage mit allem, was dazu gehört. Das macht mir Spaß und das mache ich gerne“, so Holtmann.

Und wenn dann wieder Sonntag ist, steht er im Lindert und drückt dem heutigen Landesligisten die Daumen für drei weitere Punkte. Und damit auch alle Weichen für einen Sieg gestellt sind, hat Josef Holtmann sein ganz persönliches Fußballritual: „Ich gehe vor jedem Spiel in die Kirche und bete für einen Sieg und für meinen Verein.“

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