Kein Reitturnier in Herbern: „Ohne Zuschauer geht der Flair verloren“

mlzReitsport

Mitte Juli hätte der RV von Nagel normalerweise sein großes Turnier veranstaltet. Obwohl das trotz der Corona-Pandemie stattfinden könnte, haben sich die Verantwortlichen dagegen entschieden.

Herbern

, 11.06.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist das große Highlight beim Reitverein von Nagel - das alljährliche Turnier am dritten Juli-Wochenende. Fast ganz Herbern findet sich dann auf der Reitanlage ein, um spannende Wettkämpfe zu verfolgen. Nun steht aber fest: In diesem Jahr fällt das beliebte Event ins Wasser.

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„Unser Reitturnier ist in Herbern immer ein wenig wie ein Volksfest“, erzählt Barbara Kümer, Geschäftsführerin des Reitvereins von Nagel. „Unter den aktuellen Voraussetzungen war das so aber nicht durchführbar, sodass wir uns schweren Herzens dazu entschlossen haben, das Turnier abzusagen.“

Barbara Kümer: „Eine bedauerliche, aber richtige Entscheidung“

Natürlich sei diese Entscheidung sportlich sehr bedauerlich. „Aber wir dürfen laut den aktuellen Auflagen nur maximal 100 Zuschauer reinlassen“, so Kümer. „Aber wir wollen dem 101. Gast dann nicht sagen, dass er nach Hause gehen muss. Außerdem geht ohne Zuschauer der Flair völlig verloren.“

Zweiter Vorsitzender Bernd Burghardt, Geschäftsführerin Barbara Kümer und Vorsitzender Ludger Selhorst haben sich gegen eine Durchführung des Turniers entschieden.

Zweiter Vorsitzender Bernd Burghardt, Geschäftsführerin Barbara Kümer und Vorsitzender Ludger Selhorst haben sich gegen eine Durchführung des Turniers entschieden. © Schürmann

Neben der Anzahl der Besucher seien aber auch die anderen Auflagen für den RV von Nagel nur schwer umsetzbar. „Es ist einfach schwierig, wenn nur maximal eine Person pro Teilnehmer mitkommen darf und man auf den Mindestabstand achten muss. Das sind alles sinnvolle Maßnahmen, die aber ein Reitturnier wirklich schwierig machen.“

Zudem sei auch eine angemessene Organisation und Vorbereitung unter den aktuellen Auflagen nicht einfach. „Man darf sich ja nur mit maximal zehn Leuten treffen“, erinnert Kümer. „Klar, möglich ist das dann trotzdem - aber schon deutlich schwieriger.“

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Auch finanziell spürt der Reitverein durchaus die Einbußen: „Natürlich, das ist eine große Einnahmequelle, die für uns jetzt einfach wegfällt. Aber es wäre ja auch so mit der Gastronomie und so einfach schwierig geworden.“

Eine Verlegung auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr schließt der Verein aus. „Wir sind ja bereits in der Mitte der Saison, da wird eine Verlegung schwierig“, erklärt die Geschäftsführerin. „Außerdem gibt es ja in jedem Jahr einen Turnierplan, die Turniere aller Veranstalter liegen immer gleich. Da wollen wir auch nirgendwo anders reinpfuschen.“

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Stattdessen soll es dann 2021 wieder mit dem nächsten großen Turnier weitergehen. „Wir freuen uns jetzt eben bereits auf das kommende Jahr, das ist keine Frage“, so Kümer. „Und dann wird es eben hoffentlich noch umso besser laufen.“

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