Kurtulus Öztürk zum Coronavirus: „Was zählt ist Eintracht Braunschweig, nicht ich als Einzelner“

mlzCorona-Krise

Erst im Februar hatte Kurtulus Öztürk seine Arbeit als Co-Trainer beim Drittligisten Eintracht Braunschweig begonnen. Jetzt hat er wegen des Coronavirus Zwangspause.

Werne

, 25.03.2020, 13:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich müsste Kurtulus Öztürk aktuell in Braunschweig sein. Vor wenigen Wochen hatte der Werner Fußballlehrer den Posten des Co-Trainers an der Seite seines langjährigen Weggefährten Marco Antwerpen übernommen. Wenn die Situation normal wäre, würde er gerade wohl mitten in den Vorbereitungen für das Auswärtsspiel bei der SpVg Unterhaching stecken.

Doch die Situation ist alles andere als normal. Denn anstatt in Braunschweig auf dem Trainingsplatz zu stehen und Anweisungen zu geben, sitzt Öztürk in Werne am Schreibtisch und hilft seiner Tochter bei den Schulaufgaben. Denn natürlich ist auch beim Drittligisten der Spielbetrieb eingestellt worden. Vorläufig bis zum 19. April, wie es danach weitergeht, ist aktuell noch ungewiss.

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„Natürlich bleiben meine Familie und ich zuhause und halten uns an die Regeln“, so der Werner Trainer. Nun müsse man sich eben mit anderen Dingen beschäftigen und den Fußball für eine Weile mal hinten anstellen.

Zu Spielern und Trainerteam der Eintracht hat Kurtulus Öztürk aber natürlich weiterhin Kontakt - wenn auch deutlich weniger als normal. „Ich weiß, dass sowohl Spieler, als auch Trainer alle gesund sind“, berichtet der Werner. „Sonst passiert aber aktuell eigentlich nichts.“

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Und weil das so ist, sind auch in Braunschweig Spieler und Trainer für den Zeitraum der Corona-Krise in Kurzarbeit angestellt. Damit verzichten sie auf einen Großteil ihres Gehaltes. „Da habe ich keine Sekunde drüber nachgedacht, das ist absolut selbstverständlich“, so Kurtulus Öztürk. „An der Eintracht hängt so viel mehr dran, als nur wir Trainer und Spieler. Da ist es nur logisch, auf diesem Weg zu helfen.“

Doch nicht nur seine Arbeit in Braunschweig hat sich durch die Corona-Krise verändert. Auch die Kaderplanung des Werner SC für die kommende Saison, an der Kurtulus Öztürk als externer Berater beteiligt ist, ist durch die aktuelle Situation ins Stocken geraten.

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Dennoch kann der Werner bereits positive Neuigkeiten vermelden: „Aus dem aktuellen Kader haben außer Vier alle Spieler für die kommende Saison zugesagt. Das ist ein super Zeichen für den Verein.“ Bei den Zögernden gehe es auch nicht darum zu pokern: „Bei denen könnte sich möglicherweise die Lebenssituation ändern. Da kann man dann abwarten.“

Dennoch hat sich Kurtulus Öztürk bereits vor der Corona-Krise umgeschaut. „Natürlich waren wir bereits mit Neuzugängen im Gespräch, die auch generell signalisiert haben, zum WSC kommen zu wollen“, so der Werner. „Aber aktuell liegen da die Gespräche natürlich weitestgehend auf Eis, da niemand weiß, wie es weitergeht.“

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Und was steht statt Eintracht Braunschweig und dem Werner SC in der Zwangspause bei den Öztürks auf dem Plan? „Wir verfolgen viel die Nachrichten“, erklärt der Werner. „Da hofft man natürlich auf positive Entwicklungen, dass es sich dann irgendwann wieder normalisiert.“

Dass aber nach dem 30. April - bis dahin pausiert der Spielbetrieb in der dritten Liga - wirklich wieder Fußball gespielt werden kann, kann sich Kurtulus Öztürk derzeit nicht vorstellen: „Es ist schwer, zum jetzigen Zeitpunkt wirklich eine Prognose abzugeben, man muss alle Situationen in Betracht ziehen.“

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Wie es bei einem vorzeitigen Saisonende für den Werner persönlich weitergehen könnte, steht noch nicht fest. Eigentlich hat er nämlich nur noch bis dahin Vertrag. „Aber jetzt steht Eintracht Braunschweig im Vordergrund, nicht ich als Einzelner“, so Kurtulus Öztürk. „Ich habe vollstes Verständnis, dass der Verein jetzt gerade ganz andere Baustellen hat. Und die sind viel wichtiger.“

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