Landesliga-Fußballerinnen des SV Herbern stehen im Abstiegskampf plötzlich ohne Trainer da

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Die Fußballerinnen des SV Herbern stecken zehn Spieltage vor dem Saisonende in der Krise - und stehen nun auch noch ohne Trainer da. Doch dafür gibt es Gründe.

11.03.2020, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem nächsten Rückschlag folgte die erneute Ernüchterung - und mit ihr wuchs die Erkenntnis, dass er sein letztes Spiel auf der Trainerbank bereits hinter sich hatte. Frank Große-Budde ist als Coach der Damen des SV Herbern zurückgetreten. Zu diesem Entschluss kam der 50-Jährige nach der 1:2 (1:1)-Niederlage bei Abstiegskampf-Konkurrent BSV Brochterbeck. „Nach dem Spiel am Sonntag fühlte ich das schon so mehr oder weniger in mir, dass es so nicht weitergehen kann“, berichtet Große-Budde. Am Montag vor dem Training teilte er seinen Entschluss dann seinem Team mit.

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Damit stehen die Herberner Damen zehn Spieltage vor Saisonende ohne Trainer da. Zwar mit zwei Zählern Vorsprung auf den BSV Brochterbeck, der den ersten Abstiegsplatz belegt, allerdings hat der Konkurrent ein Spiel weniger als die Blaugelben absolviert.

Der Zeitpunkt kommt aber nicht von ungefähr, seine Entscheidung war keine Kurzschlussreaktion nach dem erneuten Rückschlag. „Wenn man eine Sportliche Leitung hätte, würde man in unserer Situation zehn Spieltage vor Schluss den Trainer in Frage stellen. Da wir keine Sportliche Leitung haben, habe ich gesagt, ich ziehe den Hut - in der Hoffnung, dass es der Mannschaft einen positiven Ruck gibt“, erklärt der 50-Jährige.

„Mache das zum Wohle der Mannschaft“

Er hoffe, dass „die jetzt alle näher zusammenrücken, sich im Abstiegskampf wehren und andere Dinge vielleicht mal hintenanstellen und sich mehr auf Fußball konzentrieren“. Denn den Klassenerhalt traut er den Herbernerinnen vollkommen zu. „Das hört sich doof an, aber ich mache das zum Wohle der Mannschaft“, sagt Große-Budde und erläutert: „Für mich war eigentlich das Gefühl entscheidend, dass ich bei dieser Truppe nichts mehr bewegen kann. Da kommt zu wenig bei einem Teil der Truppe an, daraufhin habe ich nach dem Spiel dann über Nacht den Entschluss gefasst.“

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Eine Entscheidung, die den 50-Jährigen schmerzt. „Mir tut es in der Seele weh, aber so hat es keinen Sinn mehr. Ich habe das Aufhören nicht gerne gemacht, aber ich glaube, dass das der einzige Weg ist, dass noch was passieren kann. Und jetzt ist es noch früh genug. Vier Spieltage vor Saisonende ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt.“

Und der Klassenerhalt in der Landesliga sei wichtig - auch für den Verein. „Es geht ja auch im nächsten Jahr weiter, da kommen junge Leute nach. Und da sollten sie schon die Landesliga halten.“

Herberner Fan statt Trainer

Die Leitung des Trainings übernehme vorerst der Mannschaftsrat, gemeinsam mit Torwart-Trainerin Mieke Hüttig. Für Große-Budde selbst geht es aber nicht weiter. „Für mich ist Schluss. Ich werde jetzt ein SVH-Fan sein und meine Tochter (Sarah, Anm. d. Red.) weiter unterstützen, wenn sie das möchte und keiner was dagegen hat. Ich werde wohl keinen Trainerposten mehr annehmen, eigentlich wollte ich schon vor einem Jahr nur noch Fan sein.“

Nachdem er die Herberner Damen vier Jahre lang trainiert und dann zum Aufstieg in die Bezirksliga geführt hatte, hatte Große-Budde bereits ein Jahr Pause eingelegt. Als das Team dann im letzten Jahr aber ohne Trainer dastand, sprang der 50-Jährige doch noch einmal ein. Jetzt soll wirklich Schluss sein.

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