Marcel Niewalda plant bei einem WSC-Derbysieg ein spezielles Präsent für Herberns Sebastian Schütte

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Noch sieben Tage bis zum Derby - und Marcel Niewalda und Sebastian Schütte sind dabei. Die beiden Fußballer sind eigentlich gute Freunde, auf dem Fußballplatz schenken sie sich aber nichts.

Werne, Herbern

, 02.03.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich, da sind sich Marcel Niewalda und Sebastian Schütte einig, sind sie enge Freunde. Bereits seit der Grundschule kennen sich die beiden, sind gemeinsam in einem Stammtisch. „Wir unternehmen regelmäßig sehr viel miteinander, wie zum Beispiel im Fitnessstudio oder Fahrten zum FC Schalke 04“, erklärt Sebastian Schütte.

Sebastian Schütte (l.) und Marcel Niewalda (r.) kennen sich bereits aus der Kindheit.

Sebastian Schütte (l.) und Marcel Niewalda (r.) kennen sich bereits aus der Kindheit. © Niewalda

Nur bei einer Sache sind sie sich uneinig - beim Amateurfußball. Denn während Sebastian Schütte seit 2013 ein fester Bestandteil beim SV Herbern ist, läuft Marcel Niewalda für den Lokalkonkurrenten Werner SC auf. Am Sonntag kommt es zum großen Aufeinandertreffen in der Landesliga (15 Uhr, Kunstrasenplatz am Siepenweg). Wir haben die beiden zu einem Doppelinterview getroffen.

Herr Niewalda, Herr Schütte, Sonntag ist endlich wieder Derby-Zeit. Wie groß ist die Vorfreude auf das Spiel?

Sebastian Schütte: Die Vorfreude ist unfassbar groß. Gerade nach der langen Verletzung sehne ich mich sehr nach dem Spiel und es tat mir umso mehr weh, wie wir das Hinspiel verloren haben (der SVH verlor mit 1:3, Anm. d. Red.).

Marcel Niewalda: Die Vorfreude wird größer. Aber es ist auch ein Meisterschaftsspiel wie jedes andere - mit vielleicht ein paar kleinen Besonderheiten wie das Publikum oder eben die Freunde in der gegnerischen Mannschaft.

In der Saison gibt es ja viele spannende Spiele wie zum Beispiel gegen den Spitzenreiter oder ähnliches. Kann man dennoch sagen, dass das Derby ein Highlight ist?

Sebastian Schütte: Ich für mich kann schon sagen, dass es mit das Highlight der Saison ist, wenngleich in dem Spiel auch nur drei Punkte vergeben werden. Aber es ist einfach Fakt, dass es ein anderes Spiel ist als gegen räumlich entferntere Mannschaften.

Marcel Niewalda: Natürlich gibt es viele geile Spiele in der Saison, zum Beispiel gegen die spielstarken Gegner wie Kinderhaus oder Mesum. Allerdings ist das Derby schon ein besonderes Highlight, da man sich da gegen seine Freunde vorallem auch behaupten will. Da will man zeigen, wer zur besseren Mannschaft gehört.

Sportlich spricht die aktuelle Situation ja eher für den SV Herbern. Ist man da auf Herberner Seite schon siegessicher?

Sebastian Schütte: Ich will von keinem Favoriten sprechen. Für uns geht es darum, den positiven Trend zu bestätigen und unsere gesteckten Ziele zu erreichen. Das geht nur mit einem Sieg gegen Werne. Verlieren tue ich generell unfassbar ungern.

Und wie sieht es auf Werner Seite aus, Herr Niewalda? Schiebt man dem Gegner die Favoritenrolle zu?

Marcel Niewalda: Natürlich spielt die sportliche Situation aktuell auch eine wichtige Rolle. Wir sind Tabellennachbarn, da könnte man mit einem Sieg wieder vorbeiziehen. Ich denke nicht, dass es einen klaren Favoriten gibt. Herbern hat zuletzt mehr überzeugt als wir, also ist die Tendenz eher bei ihnen.

Und wenn Ihre Mannschaft dann am Sonntag doch gewinnt, worauf kann sich Sebastian Schütte dann gefasst machen?

Marcel Niewalda: Je nach dem wie das Spiel ausgeht, werden wir uns sicher erstmal beglückwünschen. Wenn wir gewinnen, gibt es sicherlich ein paar Neckereien. Vielleicht bringe ich ihm ein paar Taschentücher vorbei, wenn es notwendig ist.

Und wie sieht es andersrum aus?

Sebastian Schütte: Wenn wir am Sonntag gewinnen sollten, haben wir drei Punkte mehr. Dass der Kollege Niewalda dann beim Stammtisch einen ausgeben wird, versteht sich von alleine.

Wenn Sie an die Derbys der letzten Jahre zurückdenken: Gibt es eine besondere Erinnerung?

Marcel Niewalda: Das erste Derby war für mich schon etwas besonderes. Unter so einer Kulisse habe ich vorher noch nie in einem Seniorenspiel spielen dürfen. Außerdem war das auch sportlich gut für uns. Wir haben uns nach einem 1:2-Rückstand zurückgekämpft. Und dann war das Spiel auch noch direkt vor Simjü, da gab es nochmal einen Grund mehr zu feiern.

Sebastian Schütte: Gerne denke ich an alle Derbysiege zurück. Besonders in Erinnerung ist mir das erste Derby in Herbern bei Flutlicht. Das Ergebnis war am Ende des Tages leider nur unentschieden, die Kulisse aber schon ziemlich stark.

Zum Abschluss noch eine schwierige Frage: Trauen Sie sich, einen Tipp abzugeben?

Marcel Niewalda: Ich tue mich schwer, einen Tipp abzugeben, weil es an ganz vielen Faktoren hängt. Ich denke mal, dass, wenn wir klar im Kopf sind und das abrufen können, was wir zu Beginn der Saison geleistet haben, kann ich mir schon gut vorstellen, dass wir mit drei Punkten zurück in den Lindert fahren. Allerdings gehe ich davon aus, dass es knapper wird als im Hinspiel, deswegen tippe ich auf ein 1:0 für uns.

Sebastian Schütte: Einen Tipp möchte ich aktuell nicht abgeben, das ist schwierig. Ich würde mich aber freuen, wenn wir ein Tor mehr schießen als Werne.

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