Nach Spielabsage: Der SV Stockum II will diese Saison „auf jeden Fall durchziehen“

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Der SV Stockum II kämpft derzeit mit Problemen. Das Spiel am Sonntag musste wegen Personalmangel sogar abgesagt werden. Die Stockumer hadern mit sich selbst - und dem Gegner.

Stockum

, 16.10.2019, 17:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sorgen beim SV Stockum sind groß. Nicht nur, dass die erste Mannschaft in der Fußball-Kreisliga A auf einem Abstiegsplatz rangiert. Auch die Reserve, derzeit auf Platz zwölf in der Kreisliga C, kämpft mit großen Problemen. Wegen Personalmangel musste am Sonntag sogar ein Spiel abgesagt werden. Damit wird das Spiel als 0:2-Niederlage gewertet. Dazu müssen die Stockumer eine Strafe zahlen.

Dennoch halten die Stockumer die Spielabsage für unabdingbar. Nur neun Spieler wären für das Spiel gegen die SG Isenbeck Hamm einsatzbereit gewesen. „Es gab kurzfristig viele Ausfälle aus Krankheits- und Arbeitsgründen. Da hat es einfach keinen Sinn gemacht“, erklärt Yassine Najih, Geschäftsführer des SV Stockum. Dazu kommt noch die ebenfalls angespannte Personalsituation in der ersten Mannschaft.

Es sind viele Dinge zusammengekommen

Für die Verantwortlichen ist aber dennoch klar: Die Spielabsage soll eine Ausnahme bleiben. „Ich bin sicher, dass das nicht nochmal vorkommt“, sagt Spielertrainer Abdelfittah Bhihi. Der 34-Jährige hat die Mannschaft erst vor wenigen Wochen nach dem Abgang von Jamal Ayaou übernommen.

Am Sonntag seien einfach viele Dinge zusammengekommen, berichtet er: „Wir haben Spieler, die sonntags arbeiten müssen und nicht immer ihre Arbeitszeiten anpassen können. Dann gab es Spieler mit Krankenschein und jemanden mit einer Gelb-Rot-Sperre.“ Man hätte zwar mit neun oder zehn Spielern antreten können, aber das sei ja auch nicht sinnvoll, sagt der Trainer.

Bhihi: „Für mich ist das kein Fairplay“

Da sich die Probleme der Stockumer bereits zwei Tage vor dem Spiel abzeichneten, habe man noch versucht, das Spiel zu verlegen. Dieser Wunsch sei beim Gegner aber auf Ablehnung gestoßen, berichtet Abdelfittah Bhihi. Das ärgert den 34-Jährigen: „Für uns ist das eine doofe Situation. Natürlich, Isenbeck ist oben drin und spielt um den Aufstieg. Die können die Punkte, die sie dann einfach zugesprochen bekommen, gut gebrauchen. Aber für mich ist das kein Fairplay.“

Die SG Isenbeck Hamm war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme in dieser Sache nicht zu erreichen.

Neue Hoffnung in der kommenden Woche

Für die Stockumer gilt nun: Neue Woche, neues Glück. Abdelfittah Bhihi macht Hoffnung, dass es nächste Woche schon deutlich besser aussehen wird: „Da kommen angeschlagene Spieler zurück. Außerdem ist einer der Jungs erst seit dem 15. Oktober spielberechtigt, der kann dann am Sonntag auch dabei sein.“

Insgesamt stünden eigentlich 17, 18 Spieler im Kader der zweiten Mannschaft, so Yassine Najih: „Im Moment kam einfach alles zusammen. Aber eigentlich haben wir einige Jungs, die spielen können.“ Zudem kommen auch noch Spieler dazu, die erst ab dem 1. November spielberechtigt seien, so Najih.

Auch die erste Mannschaft mit Personalsorgen

Zudem kommt der Reservemannschaft zu Gute, dass die erste Mannschaft am Sonntag spielfrei hat. Denn auch der A-Kreisligist hatte zuletzt mit großen Personalsorgen gekämpft. Sogar Abdelfittah Bhihi selbst hatte am Sonntag dort ausgeholfen.

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„Wir als Vorstand müssen jetzt sehen, dass wir die Löcher geflickt bekommen. Das ist nicht einfach, aber ich bin optimistisch“, sagt Yassine Najih über die aktuelle Situation im Verein.

„Gucken, wie es danach weitergeht“

„Wir sprechen hier ja von ganz Stockum. Das sieht von außen natürlich so aus, als würde es nur noch bergab gehen. Aber so ist das nicht“, ist Abdelfittah Bhihi sicher. „Ich habe das Yassine und auch mir selbst versprochen, dass ich mit meiner Mannschaft auf jeden Fall bis zum Ende der Saison durchziehe.“

Wie es danach weitergeht, wisse der 34-Jährige noch nicht. „Da muss man dann einfach gucken. Ich habe den Jungs gesagt, wir müssen offen und ehrlich miteinander reden“, sagt er. „Aber Fußball muss auch Bock machen. Und wenn das dann nicht mehr so ist, müssen wir in der nächsten Saison einfach gucken, wie es weitergeht.“

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