Nachwuchs in Dortmund: „Wenn du reißt, verlierst du“

Reiten: Signal-Iduna-Cup

Beim Signal-Iduna-Cup in Dortmund hatten die Werner Reiterinnen Hannah Kosanetzki (14) und Saskia Völkel (15) vom RV St. Georg den bislang größten Auftritt ihrer noch jungen Karriere. Im Interview schildern sie ihre Eindrücke aus der Westfalenhalle.

von Paul Klur

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, 09.03.2016, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nachwuchs in Dortmund: „Wenn du reißt, verlierst du“

Hannah Kosanetzki (l.) und Saskia Völkel traten beim Signal-Iduna-Cup in Dortmund an.

In Dortmund war die Kulisse ja viel größer als bei Turnieren auf dem Land. Wie hat sich das bei euch bemerkbar gemacht?

Völkel: Ich war eigentlich kaum nervös, obwohl vor allem am Samstag ziemlich viel los war. Mein Pferd Cedro musste sich an die große Halle und die vielen Menschen aber erst gewöhnen. Beim dritten Wettkampf am Samstag wusste er dann aber schon, was abgeht.Kosanetzki: In ein paar größeren Hallen war ich schon am Start, deswegen kenne ich Wettkämpfe dieser Größenordnung schon.

Welche Rolle spielt denn der Kopf bei einer Springprüfung?

Völkel: Eine ziemlich große. Springreiten ist ein Sport, bei dem man nicht zu viel nachdenken sollte. Denn dann kann es schnell daneben gehen.Kosanetzki: Natürlich kann dich ein großes Publikum aber auch motivieren. Wenn die Halle voll ist, dann ist das schon ein ganz besonderes Gefühl.

Wie viele Zuschauer haben sich eure Wettkämpfe angesehen?

Kosanetzki: Generell wird das Publikum in Dortmund immer kleiner. Als mein Vater damals in Dortmund internationale Wettbewerbe geritten ist, war die Westfalenhalle bis ganz nach oben besetzt. Heute ist das nicht mehr so.Völkel: Ich war von Donnerstag bis Samstag dabei. Da habe ich schon gemerkt, dass der Zuschauerandrang immer größer wurde. Die größten Wettkämpfe waren ja auch am Wochenende.

Welche Schwierigkeiten hattet ihr in den Prüfungen zu überwinden?

Völkel: Ich musste über drei Tage konstant eine gute Leistung in unterschiedlichen Parcours abrufen. Am Samstag gab es eine Zwei-Phasen-Springprüfung, bei der ich leider schon im ersten Teil ausgeschieden bin. Da ist aber nur der Sieger fehlerfrei geblieben, so war ich also trotz des Fehlers platziert.Kosanetzki: Mein Wettkampf war eine Stilspringprüfung. Die Preisrichter schauen also auf die Sitzposition, den Umgang mit dem Pferd und andere Stil-Aspekte. Wichtig ist aber: Wenn du eine Stange reißt, kannst du ein gutes Ergebnis schon vergessen. Das ist mir aber zum Glück nicht passiert, sodass ich am Ende tatsächlich gewonnen habe.

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Habt ihr mit solch guten Ergebnissen gerechnet?

Kosanetzki: Dass mein Pferd einen guten Eindruck macht, hatte ich mir im Vorfeld schon gedacht. Umso schöner, dass es zum Sieg gereicht hat.Völkel: Nachdem Cedro und ich uns ein bisschen eingefunden haben, waren die Platzierungen auf jeden Fall eine schöne Sache.

Wie geht es jetzt für euch weiter? Habt ihr schon die nächsten Turniere im Visier?

Kosanetzki: Für uns beide steht in ein paar Wochen erstmal Lenklar (Anm. d. Red: 8. bis 17. April) an.Völkel: Das ist ja unser Heimturnier, darauf freuen wir uns natürlich besonders.

Klasse A**-Springen gewonnen
Hannah Kosanetzki gewann am Samstag die Nationale Stil-Springprüfung Klasse A** mit Norma Jean Baker und Wertnote 8,6. Ihr Preis war ein exklusiver Reithelm. „Der müsste so um die 350 Euro wert sein“, schätzt Kosanetzki. Saskia Völkel konnte sich in Dortmund bei allen Springen der Escon-Small-Tour (Klasse L) platzieren. Am Donnerstag und Freitag wurde sie Elfte bei Springprüfungen nach Fehlern und Zeit. Am Samstag holte sie in der Zwei-Phasen-Springprüfung Platz zehn.

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