„Nur eine Disziplin wäre mir zu langweilig“- Erfahrener Neuzugang bei Werner Wasserfreunden

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Mit Lennard Langerbein (22) haben die TV Werne Wasserfreunde seit dieser Saison einen erfahrenen Triathleten im Team, der bereits in der NRW-Liga gestartet ist. Doch das ist nicht sein einziger Vorteil.

Werne

, 30.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Für die Triathlon-Mannschaft der Werner Wasserfreunden ist es eigentlich fast schon Tradition. Ein Jahr geht vorbei und sie steigen eine Liga höher. Nun sind sie in der dritten, in der NRW-Liga, angekommen und haben diese Saison auch gleich Verstärkung bekommen. Und was für eine, denn mit Lennard Langerbein kommt nämlich ein junger Mann in das Team, der als einziger Athlet bereits Erfahrungen in der NRW-Liga gesammelt hat. Seine Stärken liegen vor allem im Schwimmen, da er ursprünglich aus dieser Sportart kommt. In der Sprintdistanz - 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen - hat er in den vergangenen Jahren seine Triathlon-Heimat gefunden. Im Interview spricht Langerbein über Tempoläufe, seine Ambitionen und das aktuelle Training in Coronazeiten.

Wie oft träumt ein Triathlet eigentlich vom großen Ironman in Hawaii?

Der Ironman ist wahrscheinlich das, was die meisten Leute kennen, wenn man vom Triathlon spricht. Aber bei dieser Langstreckenform sehe ich mich aktuell eigentlich gar nicht. Ich verfolge zwar die Profis in dem Bereich, habe aber noch keine Ambitionen dort anzutreten. Die wenigsten wissen nämlich gar nicht, dass es in dieser Sportart auch schnell zugehen kann. Und das mag ich viel lieber, weswegen ich momentan die Sprintdistanz favorisiere. Wenn ich älter bin, kann sich das vielleicht noch mal ändern.

Woher kommt bei dir die Liebe zum Triathlon?

Vor rund 15 Jahren hat mein Vater mit einem Freund angefangen Triathlon zu machen. Meine Schwester ist dann auch auf den Geschmack gekommen und ich habe es ihr anschließend nachgemacht. Im Laufe der Zeit hat sich das dann bei mir immer weiterentwickelt, sodass ich mich irgendwann für den Triathlon entschieden habe und nicht nur noch geschwommen bin. Drei Disziplinen gleichzeitig zu trainieren, viele Stunden an der frischen Luft und die ständige Abwechslung gefallen mir besonders gut. Nur eine Disziplin zu machen, wäre mir auf Dauer, glaube ich, zu langweilig.

Warum hast du dich für die Werner Wasserfreunde entschieden?

Bei meinem letzten Wettkampf bin ich mit Ralf Koch (Mitglied der Werner Wasserfreunde, Anmerkung der Redaktion) ins Gespräch gekommen. Er hat mich gefragt, wie es aktuell läuft und da mein damaliger Verein abgestiegen ist, war die Lage für mich nicht sehr gut. Scherzeshalber hatte er damals dann gesagt, dass ich mich melden soll, wenn ich noch einen Verein brauche. Das Angebot habe ich auch angenommen, denn bei dem gleichen Wettkampf ist Werne nämlich in die NRW-Liga aufgestiegen.

Was war dir persönlich wichtig bei der Vereinswahl?

Für mich war es wichtig, dass die Leute im Team stark sind und Lust darauf haben in der NRW-Liga zu starten. In vielen Vereinen ist es ein Problem, dass am Anfang der Saison alle starten wollen und auch fit sind. Doch im Laufe der Zeit machen sie dann auch bei anderen Einzelwettkämpfen wie dem Marathon mit und legen den Fokus somit woanders. Ich habe in Werne relativ schnell gemerkt, dass die Sportler den Schwerpunkt voll und ganz auf die NRW-Liga legen und genug für das Team haben.

Inwiefern können die anderen, die zuvor noch nie in der NRW-Liga waren, von dir lernen oder profitieren?

Mein größter Vorteil ist wahrscheinlich, dass ich gegenüber den anderen das Format der NRW-Liga kennen. Denn dort gibt es für uns Triathleten die Windschattenfreigabe. Somit ist es wichtig, dass man schnell schwimmt und in der ersten Radgruppe ist, um am Ende beim Laufen Körner zu sparen. Die anderen kennen bisher nur das andere Format, in dem es von Bedeutung ist, dass man schnell Rad fährt und läuft. Hinzu kommt, dass ich ziemlich gut schwimmen kann. Und das fehlt vielen Triathleten.

Auf der Facebookseite der TV Werne Wasserfreunde steht, dass deine Lieblingstrainingseinheiten die Tempoläufe auf der Bahn sind. Die sind bei vielen Sportlern verhasst, warum bei dir nicht?

Sprinter mögen oft keine Tempoläufe, da sich schnell viel Lactate bildet und es dann ziemlich weh tut. Für mich haben diese Einheiten einen Wettkampfcharakter, was ich sehr gut finde. Das geht dann richtig ab auf der Bahn mit den Leuten aus dem Verein und macht mir mega viel Spaß.

Was sind deine Ambitionen für die nächste Saison mit dem neuen Verein und der neuen Mannschaft?

Ich fände es ganz cool, wenn ich mit der Mannschaft unter die ersten zehn oder sogar die ersten fünf kommen würde. Das ist aber immer schwer vorherzusehen, da die Rennen alle sehr dynamisch sind. Aber eigentlich ist mein Hauptziel, dass ich mich verbessere und gute Wettkämpfe mache. Im Laufen noch schneller werden, steht auch noch auf dem Plan. Deswegen bin ich auch noch im Laufverein des LC Rapid Dortmund, für den ich manchmal 1500- und 3000-Meter-Läufe absolviere.

Welche Ziele willst du in deiner sportlichen Karriere noch erreichen?

Wir sind jetzt zwar in der dritten Liga, aber es gibt immer noch zwei Ligen dadrüber. Vielleicht kann man noch mal anpeilen in die Zweite und sogar noch höher zu kommen. Das hängt aber davon ab, wie sich der Sport bei mir weiter entwickelt. Denn vom Profi bin ich noch weit entfernt. Ich kenne einige Leute von früher, die in diesem Bereich starten und das ist eine ganz andere Welt. Der Trainingsumfang ist viel höher und viele haben noch mal einen anderen Biss in Wettkampfsituationen und die Bereitschaft, wirklich alles zu geben.

Konntest du schon mit deinem neuen Team zusammen trainieren?

Momentan machen wir alles noch alleine. Aber durch Social Media ist es leicht, sich zu verbinden und sich auszutauschen. Aktuell trainiere ich auch mit meinem Bruder, von dem ich viel lernen kann, da er ein wirklich guter Läufer ist. Momentan rennt er mir aber noch weg.

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