Pech im Doppelpack - die Brüder Vincent und Eric Sabe reißen sich beide das Kreuzband

mlzSV Herbern

Wenn es schlecht läuft, dann richtig - bei Vincent und Eric Sabe sogar gleich doppelt: Die Kicker des SV Herbern zogen sich im Abstand von ein paar Monaten beide einen Kreuzbandriss zu.

Herbern

, 23.01.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Die Mutter von Eric und Vincent Sabe hat es nicht leicht: Als Mutter von zwei Fußballern musste sie innerhalb von ein paar Monaten mit ansehen, wie sich erst Eric (24) im Sommer 2018 und dann nur ein paar Monate später Vincent (28) das Kreuzband rissen.

Das wahrscheinlich Schlimmste für sie daran: Sie ist gelernte Physiotherapeutin, weiß also ganz genau, was die Verletzungen für ihre Söhne, die beide in der Landesliga-Mannschaft des SV Herbern kicken, bedeuten.

Eltern hätten es lieber, wenn die Brüder es ruhiger angehen

„Natürlich sind unsere Eltern nicht begeistert, allen voran unsere Mutter“, erklärt Vincent, der sich in der zweiten Januarwoche im Freundschaftsspiel gegen die Spielvereinigung Emsdetten das Kreuzband im linken Knie riss.

„Sie hätte es lieber, wenn wir es ruhiger angehen lassen - aber zum Schach kriegt man uns nicht“, sagt der 28-Jährige und lacht. Vielleicht würden er und sein kleiner Bruder irgendwann mal zum Tennis wechseln, wann „das entscheiden wir dann aber selbst“, so der Herberner.

Kreuzbandriss ohne Fremdeinwirkung


Fünf Minuten stand Vincent Sabe gegen Emsdetten auf dem Platz, als er zum Kopfball hochstieg. Die Situation war nicht gefährlich, der Außenverteidiger des SV Herbern war in keiner Zweikampfsituation. Als er wieder aufkam, knickte sein Knie nach links weg.

„Ich habe sofort gemerkt, dass das Knie total instabil war“, sagt Vincent, der Anfang der Saison von Ascheberg zu den Blau-Gelben an die Werner Straße wechselte.

SVH-Trainer: „Er ist auf dem Platz eine richtige Mentalitätsperson“

Das Spiel gegen Emsdetten war sofort gelaufen, für den 28-Jährigen ging es zum Arzt. Der stellte dann die Diagnose, die jeder Sportler fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser: Kreuzbandriss.

Für Vincent Sabe ist die Landesliga-Saison gelaufen. „Er wird uns sehr fehlen“, beklagt auch SVH-Trainer Holger Möllers den Ausfall von Sabe. „Er ist auf dem Platz eine richtige Mentalitätsperson.“

Pech im Doppelpack - die Brüder Vincent und Eric Sabe reißen sich beide das Kreuzband

Vincent Sabe machte in dieser Saison bereits acht Spiele für den SVH, kommt auf 362 Einsatz-Minuten. © Kerk

Als Vincents jüngerer Bruder Eric, der an diesem Tag nicht mit in Emsdetten war, von der Verletzung erfuhr, war er geschockt: „Ich habe gedacht, dass das einfach nicht wahr sein kann“, beschreibt der 24-Jährige den Moment.

Der unglaubliche Grund, warum Eric nicht beim Testspiel in Emsdetten dabei war: Er laboriert zurzeit selbst noch an einem Kreuzbandriss. Diese erste von zwei schlimmen Knieverletzungen in der Familie Sabe liegt schon ein bisschen weiter zurück.

Noch kein Spiel für den SV Herbern bestritten

Im Sommer 2018, noch vor dem Vorbereitungsstart des SV Herbern, nahm Eric an einem Freizeitturnier teil. Er ging in einen harmlosen Zweikampf, hatte aber keinen großartigen Kontakt zum Gegenspieler. Plötzlich knickte sein rechtes Knie nach hinten durch.

„Es hat geknackt“, beschreibt der 24-Jährige. „Klar hatte ich auch Schmerzen, ich hätte aber nicht gedacht, dass es gleich ein Kreuzbandriss ist.“ War es aber. Seine Landesliga-Karriere beim SV Herbern ist also erst einmal vorzeitig beendet - noch bevor Eric auch nur ein Spiel für den SVH gemacht hat.

Pech im Doppelpack - die Brüder Vincent und Eric Sabe reißen sich beide das Kreuzband

Eric Sabe (l.), hier 2015 im Trikot des SV Herbern. Diese Saison ist der 24-Jährige wieder zum SVH zurückgekehrt. © Felgentäger

Was damals schon doppelt ärgerlich für die Sabe-Brüder war: Eric war extra von Gievenbeck an die Werner Straße gewechselt, um endlich mit seinem Bruder zusammen zu spielen. Holger Möllers bezeichnet Eric Sabe sogar als „Königstransfer“ der Herberner.

Vincent, der in der vergangenen Saison noch das Trikot der Ascheberger trug, ist ebenfalls vor der aktuellen Saison in das Team von Holger Möllers gewechselt. „Wir wollten endlich mal zusammen zocken“, so der 24-jährige Eric Sabe.

Das hat bei den beiden Brüdern, die in Ascheberg wohnen, bisher noch nicht geklappt. Zwar haben beide bereits in der Jugend beim SV Herbern gekickt, aber bei vier Jahren Altersunterschied natürlich in verschiedenen Mannschaften.

Das gemeinsame Debüt beim SV Herbern rückte näher

Diese Saison sollte es aber endlich soweit sein - bis Eric sich das Kreuzband riss. Das erste Mal zusammen spielen verschob sich also nach hinten. Zuletzt war Eric endlich wieder im Lauftraining.

„Ich mache zwar noch keine Zweikämpfe mit, bin aber ansonsten wieder bei jeder Einheit dabei“, so der 24-Jährige. Er habe sich keinen zeitlichen Punkt gesetzt, an dem er wieder voll mit einsteigen will. Trotzdem war endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen - das gemeinsame Debüt der beiden Brüder rückte wieder näher. Bis zum Testspiel in Emsdetten.

Am meisten ärgert sich Sabe über geplatzten Skiurlaub

„Das ist alles so ärgerlich“, erklärt Eric Sabe. Trotzdem versucht der Ascheberger positiv zu denken: „Vielleicht sollte es einfach noch nicht sein, wer weiß, wofür es gut ist.“

Auch sein älterer Bruder Vincent, der in sechs Wochen operiert wird, sieht die Sache den Umständen entsprechend schon wieder gelassen: „Natürlich kotzt mich das mit der Verletzung an, aber ganz ehrlich: Es gibt so viel Schlimmeres, das jeden Tag passiert.“ Was den 28-Jährigen am meisten an der Sache ärgert: Der geplante Skiurlaub falle flach, erklärt Vincent mit einem Lachen.

Pech im Doppelpack - die Brüder Vincent und Eric Sabe reißen sich beide das Kreuzband

Die Neuzugänge des SV Herbern vor der aktuellen Saison: Vincent Sabe (oben in der Mitte) ist hier schon ohne seinen Bruder zu sehen, der hatte sich zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits das Kreuzband gerissen. © Kerk

Vincent Sabe geht positiv an die Sache ran

„Ich freue mich jetzt aber vor allem für Eric, dass es bei ihm langsam wieder weitergeht“, erklärt der große Bruder. Diese positive Einstellung freut auch SVH-Trainer Holger Möllers: „Am Anfang war Vincent schon fertig, aber am Sonntag im Test gegen Wolbeck stand er schon wieder an der Seitenlinie bei uns“, so Möllers. „Ich sage mal so: Ich glaube, er ist drüber weg“, so der SVH-Coach.

Für Vincent Sabe, der Kfz-Meister ist, steht in nächster Zeit eine ganze Menge Langeweile an: Nach der OP in sechs Wochen müsse er mindestens zwei Monate auf der Arbeit aussetzen, das Fußballtraining hat sich auch für die nächsten Monate erledigt. „Das wird bestimmt eine langweilige Zeit“, erklärt er.

Beide Brüder sind Außenverteidiger

Tipps für die freie Zeit kann er sich von seinem Bruder Eric allerdings nicht holen: Nach seiner Operation im vergangenen Jahr konnte der kleine Bruder, der bei den Stadtwerken Münster arbeitet, zwar auch nicht arbeiten oder trainieren, dafür konnte er sich auf sein Studium konzentrieren.

„Da hat er endlich mal Zeit gehabt, richtig zu lernen“, sagt sein Bruder Vincent, der in dieser Saison bereits 362 Minuten für den SVH auf dem Platz gestanden hat, und lacht.

Sabe zieht auch etwas Gutes aus seiner Verletzung


Etwas Gutes habe seine Verletzung außerdem auch, erklärt Vincent, der genau wie sein Bruder Eric Außenverteidiger ist: „Wenn ich fit gewesen wäre und Eric wieder einsteigt, wäre es natürlich schwer für ihn geworden, überhaupt ins Team zu kommen“, erklärt der große Bruder, der auf der gleichen Position spielt, mit einem Augenzwinkern.

Die Sabe Brüder haben SVH-Trainer Holger Möllers übrigens bereits ihre Zusagen für die nächste Saison gegeben - vielleicht klappt es dann auch endlich mit einem Debüt der beiden Brüder im SVH-Trikot.

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