Punktabzug droht der Hammer SpVg: Ex-Werner Damir Kurtovic glaubt dennoch an Klassenerhalt

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Mit der Hammer SpVg spielt Ex-Eintracht-Fußballer Damir Kurtovic eine durchwachsene Oberliga-Rückrunde: Punktabzug und Abstieg drohen. Der Innenverteidiger gibt sich dennoch optimistisch.

von Marcel Schürmann

Werne

, 10.05.2019, 12:07 Uhr / Lesedauer: 3 min

So richtig gut verlief die Rückkehr von Damir Kurtovic zur Hammer Spielvereinigung bisher nicht. Der ehemalige Spieler von Eintracht Werne, der im Winter vom Ligakonkurrenten Westfalia Herne zu den Hammern wechselte, lief in der Rückrunde bislang neunmal für die Rot-Weißen auf. Mit ihm auf dem Platz gelang Hamm lediglich ein Sieg und ein Remis. Dazu kassierte Kurtovic bereits einen Platzverweis.

„Rufen nicht das ab, was wir können“

„Die komplette Rückrunde lief für uns sehr durchwachsen“, sagte Damir Kurtovic. Auf die Frage, warum sich die Hammer SpVg derzeit so schwertue, hat der 28-Jährige auf die Schnelle auch keine Antwort parat: „Gute Frage. Ich weiß es ehrlich gesagt selbst nicht genau.“ Nach kurzem Überlegen dann aber doch: „In manchen Spielen hatten wir etwas Pech mit Verletzten oder Last-Minute-Gegentoren. Auch die eigene Chancenverwertung ließ oftmals zu Wünschen übrig. Das sind die Gründe für die unerfreuliche Rückrunde. Wir rufen einfach nicht das ab, was wir eigentlich können.“

Dennoch ist Kurtovic nach wie vor von seiner Mannschaft und dem Klassenerhalt überzeugt: „Wir sind eine eingeschworene Truppe, gehen denselben Weg wie vorher auch. Ich bin mir sicher, dass wir die letzten drei Spiele für uns entscheiden werden.“

Schweres Restprogramm

Einfach wird es wahrlich nicht, trifft die Hammer SpVg schließlich noch auf die Sportfreunde Siegen (Tabellen-Zehnter), den Holzwickeder SC (Zwölfter) und den FC Gütersloh (Elfter). Der HSC und der FCG befinden sich angesichts der Ausbeute von 36 beziehungsweie 37 Punkten ebenfalls noch mittendrin im Abstiegskampf.

Die Hammer SpVg (Platz 16) steht aktuell bei 33 Zählern auf der Habenseite noch vor einem Abstiegsplatz. Der Vorsprung könnte jedoch knapper nicht sein: Null Punkte, dafür die bessere Tordifferenz auf Brünninghausen - jedoch nur um ein Tor. Ob der Vorsprung in der kommenden Woche noch besteht, ist derzeit noch ungwiss. Der Hammer SpVg droht wegen Kurtovic womöglich ein Punktabzug.

Punktabzug wegen Kurtovic? Das sagt der Spieler

Denn Damir Kurtovic stand in der Spielzeit 2018/19 bereits bei drei Vereinen unter Vertrag, lief auch für alle Teams auf. Laut Regelwerk darf ein Spieler jedoch nur für zwei Vereine pro Saison spielen. Im Sommer wechselte der Innenverteidiger zurück in die Kreisliga A zu Eintracht Werne, „weil ich wegen meines Jobs fußballerisch etwas kürzertreten wollte.“ Mit einem Wechsel des Arbeitgebers erfolgte nach Saisonbeginn sogleich der Wechsel zurück in die Oberliga zu Westfalia Herne - dem Klub, für den Kurtovic bereits in den zwei Spielzeiten zuvor auflief.

„Leider lief es bei meiner Rückkehr anfangs nicht so gut in Herne. Wir sind schlecht gestartet. Im Winter war für mich dann klar, dass ich unbedingt zu meinem Lieblingsverein nach Hamm zurückkehren wollte. Und ich bin froh, dass es geklappt hat“, so Kurtovic, der von 2014 bis 2016 bereits das Trikot der Hammer SpVg getragen hatte.

Dass seinetwegen plötzlich ein möglicher Punktabzug zur Debatte steht, hat Kurtolic völlig überrascht: „Da habe ich nicht mit gerechnet.“

Vier Punkte Abzug drohen der Hammer SpVg

In den beiden Spielen, in denen Kurtovic für die Hammer auflief und sein Team gepunktet hat (0:0 gegen Rheine, 3:0 gegen Schermbeck), soll Kurtovic unberechtigterweise auf dem Platz gestanden haben. Diese vier Punkte könnten den Hammern demnach wieder abgezogen werden. Ein etwaiger Punktabzug dürfte seines Wissens nach aber nur zehn Tage rückwirkend geschehen. „Das Rheine-Spiel liegt ja schon ein paar Wochen zurück. Von daher dürften es wohl - wenn überhaupt - nur drei Punkte werden. Ich hoffe, dass wir Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche Klarheit haben“, sagte Kurtovic am Donnerstag.

Eine Bestätigung seitens des Verbands habe der Verein laut Kurtovic noch nicht erhalten. Doch wie reagiert der Abwehrmann auf die Vorwürfe und den möglichen Punktabzug? „Ich persönliche sehe das so“, holt Kurtovic aus, „mein Verein kann wenig für die Situation. Es wurden im Winter alle erforderlichen Unterlagen abgegeben. Dass ich nur für zwei Vereine spielen darf, wusste ich nicht. Man setzt sich ja auch mit der Passstelle und dem Verband auseinander. Und dann bekommt man aus Duisburg entweder Grünes Licht - oder eben nicht. Ich nehme an, dass ich grünes Licht bekommen habe. Ein halbes Jahr später rechnest du da einfach nicht mehr damit, dass plötzlich Probleme auftauchen. Sollte es zum Punktabzug kommen, wäre es schon sehr unglücklich.“

Kurtovic will bleiben - auch im Falle eines Abstiegs

Im schlimmsten Falle könnte der Punktabzug dafür sorgen, dass die Hammer SpVg den Gang in die Westfalenliga antreten muss. Doch auch im Falle eines Abstiegs würde Kurtovic seinem Herzensverein die Treue halten: „Ich will nächste Saison defitiniv für Hamm spielen.“ Ligazugehörigkeit egal.

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