Reiter Christian Jansen sichert sich in Abu Dhabi zwei Medaillen

Special Olympics

Einmal Gold, einmal Silber: Reiter Christian Jansen war bei den Special Olympics in Abu Dhabi erfolgreich. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde ihm gleich die nächste Ehrung zuteil.

Werne

, 01.04.2019, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Jansen brachte Edelmetall mit nach Hause: Bei den Special Olympics in Abu Dhabi gewann der 36-jährige Reiter Silber und Gold. V.l.: Uta Deutschländer, Christian Jansen und Arndt Holtsträter.

Christian Jansen brachte Edelmetall mit nach Hause: Bei den Special Olympics in Abu Dhabi gewann der 36-jährige Reiter Silber und Gold. V.l.: Uta Deutschländer, Christian Jansen und Arndt Holtsträter. © Karolin Mersch

Ein fremdes Land, spannende Wettkämpfe und lauter Siegesjubel: Reiter Christian Jansen hat im März an den Special Olympics in Abu Dhabi teilgenommen und ist mit zwei schillernden Medaillen heimgekehrt. Er belegte den zweiten Rang im Geschicklichkeitsreiten und räumte Gold in der Kategorie English Equitation ab.

Zusätzlich wählte ihn die Stadt Lünen zum Sportler des Jahres, sodass sich nun ein großer Pokal in seiner Vitrine befindet.

Der 36-Jährige flog in Begleitung von Uta Deutschländer und Arndt Holtsträter zu dem größten internationalen Wettbewerb für Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung.

Videoschaltung mit Horst Seehofer - Sebastian Rode vor Ort

Doch zunächst stand ein pompöser Abschied am Frankfurter Flughafen an. Die Lufthansa organisierte dort für die deutschen Athleten nicht nur die Videozuschaltung von Horst Seehofer, sondern Fußballspieler Sebastian Rode und Zehnkämpfer Frank Busemann waren persönlich vor Ort. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sport-Bundes, gehörte ebenfalls zu dem großen Unterstützungskomitee.

Nach sechsstündigem Flug war der fremde Ort dann endlich erreicht. „Es war schön warm und ein reiches Land“, beschrieb Jansen seine Eindrücke. Für ihn und seine Mitstreiter standen nämlich nicht nur das Reiten auf dem Programm, sondern auch Kulturprogramm.

Er besuchte die Pace International School in Sharjah. Dort bastelten und malten die Sportler gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern. „Viele davon hatten deutsche Namen“, wunderte sich der Reiter. Nachmittags besuchte er dann noch ein Aquarium und eine Ausstellung vieler Oldtimer.

Mehr als 190 Nationen bei den Spielen vertreten

Am 14. März war es dann endlich soweit – die lang ersehnten Special Olympics begannen. Die prunkvolle Eröffnungsfeier fand im großen Zayed Sport City Stadium statt. Mehr als 190 Nationen waren bei den Spielen vertreten. Nachdem das passende Pferd gefunden war – die Athleten waren ohne ihre eigenen Tiere angereist und mussten sich auf fremde einstellen – ging es endlich in den Wettkampf.

Die Überraschung war groß: Bereits in der ersten Kategorie, dem Geschicklichkeitsreiten, ergatterte Jansen Silber. Dass es nicht für Gold gereicht hat, hatte ein wenig mit Pech zu tun: In der zweigeteilten Reithalle scheute das Pferd einer Teilnehmerin auf einem parallel laufenden Wettkampf. Als die Reiterin stürzte, gingen erschreckte Schreie durch die Zuschauermenge, sodass auch Jansens Pferd empfindlich reagierte und das Hindernis ausließ. Der 36-Jährige handhabte die Situation aber so professionell, dass es noch für Silber reichte.

Im Wettkampf Englisch Equitation stimmte dann absolut alles. „Da kam der Arndt auf mich zu: Christian, du hast Gold“, erzählte Jansen. Die Freude war riesig und Jansen stieß einen so lauten Jubelschrei aus, dass Arndt Holtsträter ihn noch heute hört. „Das breite Grinsen hat er gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Das war ein bewegender Moment“, berichtete er. In der Dressur reichte es dann nur noch für den vierten Platz. „Da war ich schon etwas durch den Wind“, meinte der erfolgreiche Reiter.

Feier bei Wüstensafari

Einen Tag später feierte er seinen Erfolg gemeinsam mit Deutschländer und Holtsträter bei einer Wüstensafari. Das Reiten auf den Kamelen fiel ihm auch dort leicht. „Er hat sogar angefangen ein bisschen zu voltigieren und die Arme ausgebreitet“, erinnerte sich Uta Deutschländer. Es folgten eine rasante Fahrt mit einem Jeep sowie leckeres Essen und Tanzchoreografien.

Voller neuer Eindrücke und mit zwei Medaillen im Gepäck kehrte Jansen zu seiner stolzen Familie nach Deutschland zurück. Es sollte noch besser kommen: Am Freitag wählte die Stadt Lünen ihn zum Sportler des Jahres 2018. „Mein Bruder hat geweint“, erzählte er von der Rührung seiner Familie.

Viel Zeit für eine Pause bleibt nicht: Im Juni stehen bereits die Landesspiele in Hamm an. Dort werden Reiter aus ganz Europa erwartet und Jansen trainiert fleißig weiter. Schließlich möchte er auch 2023, wenn die Special Olympics in Berlin stattfinden, ein Teil davon sein.

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