Sky-Kommentator Hansi Küpper traut Borussia Dortmund „die Meisterschaft auf jeden Fall zu“

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Eigentlich wollte Hansi Küpper in dieser Woche ganz entspannt nach dem Saisonende zurück nach Herbern zurückziehen. Wegen des Coronavirus ist er nun aber mitten drin im Ligaendspurt.

von Nico Ebmeier

Werne

, 26.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ersten Geister-Spieltage sind geschafft. Die Erleichterung riesig. Für die Fußballfans, Politiker und für Kommentatoren wie den Herberner Hansi Küpper. Doch ganz neu sind Geisterspiele für ihn gar nicht.

Im Jahr 2013 kommentierte Küpper bereits vor leerer Kulisse das Europa-League-Achtelfinale zwischen Lazio Rom und dem VfB Stuttgart. Dennoch ist die neue Situation für ihn besonders. „Es ist schon irgendwie bemerkenswert“, sagt der 59-Jährige. „Klar war für uns alle die Erleichterung groß, dass es wieder losging. Aber dass dann auch gleich 6 Millionen Menschen am Samstag zuguckten und was für eine Reaktion danach von allen Seiten kam, war einzigartig.“

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Dabei kommentierte Küpper nach der Corona-Pause noch gar nicht live aus einem Geister-Stadion. „Ich mochte die Konferenz schon immer sehr gerne und bin deshalb vorrangig dafür eingeteilt“, erklärt er. Am ersten Spieltag nach dem Re-Start kommentierte er deshalb in der Konferenz aus dem Sky-Studio in München den Kellerkracher zwischen Paderborn und Düsseldorf - und auch am Mittwoch folgt sein zweiter Einsatz beim Spiel Hoffenheim gegen Köln „nur“ aus der bayrischen Landeshauptstadt.

Für Hansi Küpper heißt es: Bundesliga statt Urlaub und Umzug

Dabei passt ihm die Bundesliga gerade eigentlich gar nicht so recht in seine Jahresplanung: „Wir wollten eigentlich ganz entspannt nach der Saison in den Spanien-Urlaub und dann nach Herbern umziehen. Nun ist der Urlaub gestrichen und wir haben hier eine fest leere Wohnung mit nur noch einem Campingtisch, einem Bett, einem Fernseher und Gott sei Dank dem Kühlschrank. „Wenigstens kann sich der Noch-Bayer dann am Dienstagabend das Bundesliga-Topspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München angucken. „Das ist in diesem Jahr schon etwas anderes. Wir freuen uns natürlich alle, dass es endlich wieder richtig spannend werden kann“, so der Herberner.

Hansi Küpper glaubt sogar daran, dass der Titelkampf noch längst nicht entschieden ist: „Wie Dortmund aktuell spielt, können sie die Bayern sicher schlagen. In dieser Form traue ich ihnen die Meisterschaft auf jeden Fall zu.“ Doch nicht nur die Borussen-Stärke macht dem Kommentator Hoffnung. „Auch die Bayern sind nach der Corona-Pause noch nicht ganz die Alten. Ich habe selten gesehen, dass sie - wie in Frankfurt - einen sicheren Sieg so schnell fast aus der Hand geben. Wenn Dortmund gewinnt, ist es nur noch ein Punkt Abstand und dann wird es richtig eng.“

Dennoch denkt der Herberner aber auch, dass bei einem Remis und dadurch weiterhin vier Punkten Vorsprung der Münchener der Titelkampf entschieden ist. „Erstmal freue ich mich, dass ich mir das Topspiel ganz in Ruhe anschauen kann, ohne Arbeiten zu müssen. Wie es dann ausgeht, werden wir sehen.“

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Genauso spannend wie in der Bundesliga geht es aber auch im Fußball-Unterhaus zu. Bielefeld, Hamburg, Stuttgart und Heidenheim streiten sich hier um die begehrten Aufstiegsplätze. Beim allerletzten Ligaspiel vor Zuschauern Mitte März zwischen der Arminia und dem VfB Stuttgart war Küpper sogar noch als Kommentator live vor Ort.

„Mich beeindruckt es sehr, was Arminia Bielefeld da geschaffen hat. Nach der totalen Pleite stehen sie jetzt vor der Rückkehr in die Bundesliga. Das würde mich persönlich auch sehr freuen“, sagt Küpper. „Dahinter wird es wahrscheinlich noch richtig eng. Keiner der ersten Drei hat nach der Corona-Pause ein Spiel gewonnen. Vielleicht passiert da noch etwas Überraschendes.“

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