So reagieren die Trainer auf die Regeländerung

mlzKarten für Trainer

Plötzlich können Fußballtrainer Gelbe und Rote Karten sehen, ab der Saison 2020/2021 drohen ihnen sogar Sperren. Die Werner und Herberner Trainer sind nicht glücklich über diese neue Regel.

von Timo Janisch, Niklas Dvorak

Werne, Herbern

, 31.07.2019, 16:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 1. Juli 2019 gelten neue Regeln im Fußball - in den Profi- und Amateurligen. Darunter gibt es ab sofort auch Karten für die Trainer, die sich während eines Spiels nicht angemessen benehmen können. Zurzeit diskutiert die Deutsche Fußball-Liga (DFL) sogar über eine mögliche Sperre für Trainer, die in der Saison mindestens drei Gelbe Karten gesammelt haben. Eine solche Regel würde allerdings erst zur Saison 2020/2021 Realität werden.

FLVW-Vorsitzender klärt auf

Christian Ritter, Vorsitzender des Kreisfußballausschuss im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), gibt Einblicke in das neue Regelwerk: „Die Durchführungsbestimmungen für die jetzige Saison stehen fest. Wenn sich die DFL dafür entscheidet, den Trainern eine Sperre zu geben, wenn sie drei Gelbe Karten gesammelt haben, dann kann das erst in der nächsten Saison eingeführt werden. Bekommt ein Trainer in dieser Saison die Rote Karte in einem Spiel, muss er den Innenraum verlassen und sich hinter die Bande stellen, ist für das nächste Spiel aber nicht gesperrt, sondern kann am nächsten Spieltag ganz normal am Seitenrand coachen. Die Karten werden normal im Spielbericht festgehalten, wie vorher auch schon, wenn der Schiedsrichter einen Trainer verwarnt hat.“

Ermahnung, Verwarnung, Feldverweis: Diese drei Möglichkeiten haben Schiedsrichter künftig, wenn sich ein Teamoffizieller auf oder vor der Bank nicht „verantwortungsbewusst“ verhält. Doch was sagen die Trainer zu den Änderungen im Regelwerk?

Sie können den Anlass zur Regeländerung nicht nachvollziehen. Holger Möllers, Trainer des Landesligisten SV Herbern, findet es „ein bisschen überzogen“, dass er bald mit Karten bestraft werden kann. „Normalerweise hat man ja einen guten Kontakt zu den Linienrichtern“, sagt Möllers. Einen Anstieg der Innenraumverweise hat Möllers zumindest in der Landesliga 4 nicht feststellen können.

So reagieren die Trainer auf die Regeländerung

WSC-Fußballchef Thomas Overmann nimmt auch die Spieler in die Verantwortung. © Timo Janisch

Handelt es sich also um eine Regel, die sich vor allem an untere Amateurklassen richtet? „Wahrscheinlich schon“, so Möllers. Mario Martinovic trainiert mit Eintracht Werne einen A-Kreisligisten, der immerhin zwei Ligen unter Möllers SVH spielt. Doch auch Martinovic ist kein Freund der neuen Möglichkeiten für Schiedsrichter. „Man hat noch eine Baustelle mehr, auf die man aufpassen muss“, sagt er. Fußball sei eben emotional, so der Eintracht-Trainer.

Mario Martinovic: „Jetzt muss man das kommunikativ irgendwie regeln“

„Die meisten Trainer waren selbst mal Spieler, da konnte man das auf dem Platz rauslassen. Jetzt muss man das kommunikativ irgendwie regeln.“ Nichtsdestotrotz werde die Eintracht Strafen, die durch die neuen Regeln ausgesprochen werden, in ihren Strafenkatalog aufnehmen.

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Beim Werner SC weist man auch auf die Verantwortung der Spieler und Trainer hin. „Ob du spielst oder nicht, du solltest dich immer so verhalten, als stündest du auf dem Platz“, sagt WSC-Fußballchef Thomas Overmann.

Ob es für die kommende Saison eine Sperre für zu viele Gelbe Karten oder eine Sperre für eine Rote Karte gibt, entscheidet sich am 21. August. Dann trifft die DFL die finale Entscheidung.

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