Tschernoster: „Das Team ist ungemein wichtig“

Radsportler vor wichtiger Saison

Jan Tschernoster hat mit seinem Rennrad in der vergangenen Saison zahlreiche Erfolge eingefahren. Obwohl er bald für das Team Rad-Net Rose auf internationaler Ebene startet, ist er auch beim RSC Werne weiter aktiv. In der anstehenden Saison will sich der 19-Jährige im Kreise erfahrener Rennradfahrer zeigen - und behaupten.

von Paul Klur

WERNE

, 20.01.2016, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf dem Zeitfahrrad ist Jan Tschernoster besonders stark. Für seine herausragenden Leistungen in der Rad-Bundesliga, bei der Oder-Rundfahrt und zahlreichen anderen Rennen verleiht ihm die Stadt Werne bei der Sportlerehrung die Sportplakette.

Auf dem Zeitfahrrad ist Jan Tschernoster besonders stark. Für seine herausragenden Leistungen in der Rad-Bundesliga, bei der Oder-Rundfahrt und zahlreichen anderen Rennen verleiht ihm die Stadt Werne bei der Sportlerehrung die Sportplakette.

Ein Saison-Höhepunkt für Tschernoster war die Oder-Rundfahrt. Bei diesem viertägigen Etappenrennen gewann er die Gesamtwertung. Es war sein erster Sieg bei einer Rundfahrt und damit der Beweis, dass Tschernoster als kompletter, konstanter Fahrer bestehen kann. "Da war so ziemlich jedes Terrain vertreten", sagt der 19-Jährige. Unter den fünf Etappen waren sowohl lange, flache Teilstücke als auch ein Einzelzeitfahren und ein hügeliger Rundkurs. Wie so oft bei kürzeren Rundfahrten habe das Zeitfahren den Sieg entschieden, sagt Tschernoster. Der Kampf allein gegen die Uhr - das ist seine Stärke. Und dort konnte er seine Mitstreiter in der Gesamtwertung entscheidend distanzieren.

Doch so ganz alleine ist eine Rundfahrt kaum zu gewinnen. "Das Team ist ungemein wichtig. Sobald du im Führungstrikot bist, ist die Mannschaft in der Verantwortung, das Rennen zu kontrollieren", erklärt Tschernoster. Mit seiner Verbandsmannschaft, dem Rose Team NRW, war er auch erstmals in der Straßenrad-Bundesliga unterwegs. In dieser Rennserie zeigte der 19-jährige ebenfalls große Konstanz und sicherte sich gleich in seiner ersten Saison den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Schaut man bei dieser Liga in den Palmarès, so nennen Radsportler ehrfurchtsvoll die Siegerlisten, findet man viele große Namen. Linus Gerdemann, John Degenkolb, Tony Martin und Marcel Kittel konnten sich in jungen Jahren dort platzieren. Mit diesen Größen möchte sich Tschernoster aber noch nicht vergleichen: "Ich würde dem jetzt noch nicht zu viel Wert beimessen. Es ist eben eine nationale Rennserie", so Tschernoster.

Auf einer noch größeren Bühne möchte sich der 19-Jährige aber in der kommenden Saison präsentieren. Dafür wechselt er in das Hagener Rad-Net Rose Team, welches zu den Continental Teams gehört. Das ist die dritte Liga des Radsport-Weltverbandes UCI. Mit seinem neuen Team wird Tschernoster in diesem Jahr auf europäischer Ebene fahren. Als erster Saisonhöhepunkt steht die Tour de Normandie auf dem Plan. Bei der einwöchigen Rundfahrt wird er auch auf hart gesottene Profis treffen. "Da wird schon anders Rad gefahren", sagt Tschernoster.

Leistungssprung nötig

Dass ein Leistungssprung notwendig ist, weiß der 19-Jährige. "Mein Rennkalender wird in diesem Jahr auf jeden Fall voller", sagt er. Dabei möchte Tschernoster auch 2016 den größten Teil der Bundesliga-Rennen fahren. "Mein großes Ziel ist aber, auf internationalem Niveau einen guten Eindruck zu machen". Deshalb würde er auch gerne im Trikot der Deutschen Nationalmannschaft beim Nations Cup U23 antreten. Dort stehen auch namhafte belgische Klassiker-Rennen wie Gent-Wevelgem oder die Flandern-Rundfahrt auf dem Programm.

Doch auch mit vollem Rennkalender zeigt sich Jan Tschernoster immer wieder bei seinem Heimverein RSC Werne. "Im vergangenen Jahr bin ich mit einigen Kollegen jeden Mittwoch mit Nachwuchsfahrern durchs Münsterland gefahren", sagt er. So möchte er andere junge Talente auf dem Weg zum Wettkampfsport begleiten. Für seine Erfolge und sein Engagement verleiht ihm der Rat der Stadt Werne am Samstag die Sportplakette.

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