Union muss nach Skandal-Spiel Strafe zahlen

Pyrotechnik und Beleidigungen

Pyrotechnik abgefackelt und den Gegner beleidigt - nach diesen Szenen bei einem Fußballspiel der B-Junioren von Union Lüdinghausen und dem SV Herbern in Werne Mitte November gibt es nun ein Urteil: Union muss ein Ordnungsgeld von 400 Euro zahlen. Denn das Sportgericht sah drei Dinge als erwiesen an.

SEPPENRADE

, 12.12.2014, 01:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Während des Spiels gegen den SV Herbern zündeten die Lüdinghausener Anhänger Böller und Pyrotechnik. Bestraft werden sollen sie dafür nun aber doch nicht.

Während des Spiels gegen den SV Herbern zündeten die Lüdinghausener Anhänger Böller und Pyrotechnik. Bestraft werden sollen sie dafür nun aber doch nicht.

gekommen. Eine Gruppe jugendlicher Union-Anhänger verhielt sich äußerst unsportlich.

  • Erstens seien vor und während des Spiels mehrfach Pyrotechnik gezündet worden, trotz des Hinweises, dies zu unterlassen.
  • Zweitens habe es massive Beleidigungen und Schmähgesänge gegen Herberner Spieler gegeben.
  • Drittens sei ein Banner mit der Aufschrift "Fuck SVH" aufgehangen worden.

Matthias Gießler, der die Sitzung leitete, fand klare Worte: "Wenn alle erkannt haben, dass es etwas so falsch läuft, ist es für mich schockierend, dass niemand etwas tut." Als Zeugen waren der Schiedsrichter Dirk Glischinski, Herberns Trainer Matthias Struhkamp, seine Spieler Johannes Kruckenbaum und Patrick Sobbe, ein Vertreter des Platzdienstes des WSC, Jürgen Schmidt als der Koordinator des Spielbetriebes und Rainer Gründges als Vorsitzender des Kreisjugendausschusses geladen. Die Vertreter des SC Union Lüdinghausen baten zudem Vereinsmitglied Wolfgang Raabe in den Zeugenstand. Alle Zeugen bestätigten die gezündete Pyrotechnik und erkannten das Fehlverhalten der Lüdinghausener Jugendlichen an. Während Schiedsrichter Glischinski "das Spielgeschehen nicht beeinflusst" sah, weil der Nebel der Rauchbomben nicht aufs Spielfeld geweht worden sei, beschrieben die Herberner Spieler, inwieweit sie doch von den Handlungen abseits des Platzes "verunsichert und abgelenkt waren", wie SVH-Kapitän Kruckenbaum sagte. Sobbe sagte sogar: "Ich habe mich bedroht gefühlt."

Daniel Schürmann und Andreas Middrup stellten als Vertreter des SC Union fest, dass ein Fehlverhalten der eigenen A-Jugendlichen vorläge. Dies sei aber nicht so schlimm gewesen, wie es in der Presse dargestellt worden wäre und die betroffenen Spieler hätten sich bereits bei einem Treffen mit der Herberner B-Jugend entschuldigt. Weitere interne Sanktionen seien nicht erfolgt. Dies reichte Gießler und dem KSJK-Vorsitz nicht aus: "So ein unsportliches Verhalten kann weder bei einem Jugend- noch bei einem Seniorenspiel akzeptiert werden und darf nicht bagatellisiert werden. Die Presse hat in diesem Fall nichts aufgebauscht, wie hier gesagt wurde." Union kann das Urteil nun anfechten und will dies wegen der Höhe des Ordnungsgeldes auch tun.

Lesen Sie jetzt