„Verband - wofür seid ihr da?“: Werner SC trifft Corona-Entscheidung - und übt Kritik

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Auch der Werner SC ist vom Kontaktsportverbot des Kreises Unna betroffen. Doch wie damit umgehen? Nun hat der Landesligist eine Entscheidung diesbezüglich getroffen.

Werne

, 15.10.2020, 06:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Werner SC hat eine Entscheidung getroffen, wir ihr Landesliga-Team mit dem Kontaktsport-Verbot im Kreis Unna umgeht. Zuvor hatte der Staffelleiter der Landesliga 4 dem Verein vier Optionen gegeben.

Thomas Overmann, Vorsitzender des Werner SC, bestätigte am Mittwoch, dass der Verein um die Verlegung der beiden Spiele zuhause gegen SG Bockum-Hövel an diesem Sonntag sowie auswärts gegen SC Borken am 25. Oktober gebeten hat. Den Antrag dafür hat der Verein ebenfalls gestellt, dieser werde nach Rücksprache mit Staffelleiter Gerhard Rühlow stattgegeben.

Somit muss der momentane Tabellenführer der Landesliga 4 nicht mit Punktabzügen rechnen. Rühlow bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Spiele verlegt werden: „Die Argumentation des Werner SC trifft voll zu. Es ist Schwachsinn, sonntags zu spielen, wenn man unter der Woche nicht trainieren kann.“

Zuvor hatte Rühlow dem WSC vier Optionen gegeben: Die Werner hätten das Heimrecht mit Bockum-Hövel tauschen können. Oder sie hätten sich eine Spielstätte in einem benachbarten Landkreis suchen können, gleiches gilt für einen Trainingsplatz. Als letztes eben die Absetzung der Spiele, weil sie weder trainieren noch spielen dürfen.

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Nach interner Rücksprache entschied der Werner SC sich dann für Letzteres: „Wir halten uns daran, was vorgegeben ist. Sport ist zwar ganz, ganz wichtig, aber noch wichtiger ist die Gesundheit“, so Overmann. Alles andere wäre für den Vorsitzenden „schwachsinnig“: „Ich möchte die Diskussion mal sehen, wenn beim WSC jemand infiziert ist und wir dann in einem anderen Kreis trainieren oder spielen“, meint er bezüglich der Option, in andere Landkreise auszuweichen.

Zwar habe man auch Kontakt zu anderen Kreisen aufgenommen, um sich abzusichern. Eine richtige Option sei dies aber nicht gewesen. „Ohne Training ist das meiner Meinung nach auch Wettbewerbsverzerrung, dann zu den Spielen anzutreten“, sagt er.

„Das ist so ein Chaos“

Overmann sieht aber hinsichtlich der fünf verschiedenen Kreise, die in der Landesliga 4 vertreten sind, auch den Verband in der Pflicht: „Das ist alles so schwammig, weil alle andere Richtlinien haben. Das ist so ein Chaos, da muss doch der Verband langsam mal was vorgeben, was endlich Sache ist“, kritisiert er. Die ganze Situation mit dem Spiel IG Bönen gegen Borussia Münster am Wochenende hat da für Verunsicherung gesorgt.

Der WSC-Vorsitzende sieht daher Optionen: Entweder den ganzen Spielbetrieb angesichts der steigenden Zahlen für zwei Wochen einzustellen. Oder diesen nur für die höherklassigen Mannschaften aufrechtzuerhalten, dann allerdings ohne Zuschauer: „Die Jugend hat ja eh Ferien, sodass dann nur eine Mannschaft den gesamten Platz nutzen könnte, meinetwegen dann auch mit Maske beim Training.“

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Denn sportlich gesehen sei die Situation nun doof für den WSC: „Wir hatten ja schon einen Lauf gerade. Das ist schon schade. Aber die Vernunft haben wir auch und da zählt die Platzierung nicht.“ Und betont dann noch mal: „Fußball ist die wichtigste Nebensache der Welt - und daher werden wir vom Werner SC beide Spiele nicht machen.“

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