Von der Ley und Saado im Duell der Ballermänner

Torjäger im Interview

Ein Spieltag steht noch aus in den Ligen des Amateurfußballs. In Werne und Herbern haben noch zwei Kicker die Chance, sich die Torjägerkanone dieses Medienhauses zu sichern. Die Entscheidung fällt zwischen Daniel von der Ley vom SV Herbern und Jussef Saado von Eintracht Werne.

WERNE/HERBERN

, 05.06.2014, 20:15 Uhr / Lesedauer: 4 min
Jussef Saado (r.) und Daniel von der Ley führen die Gesamtwertung im Kampf um die Torjägerkanone an.

Jussef Saado (r.) und Daniel von der Ley führen die Gesamtwertung im Kampf um die Torjägerkanone an.

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Die Negativserie ärgert mich natürlich. Aber bei mir und dem Team lief es halt in den vergangenen Wochen nicht so gut. Ich konnte nicht von meinen Mitspielern und die nicht von mir profitieren. Ich habe wirklich nicht gut gespielt.

Ich habe auch schon seit vier Spieltagen nicht mehr getroffen. Da ziehe ich endlich mit Daniel gleich und verballer im Anschluss die besten Chancen. Ich hatte genug Chancen, um längst alleine an der Spitze zu liegen.

Wir haben immer Bock auf Fußball und Siege. Aber wenn du als junges Team plötzlich unten reinrutschst, machst du dir schon deine Gedanken. Vor allem, wenn du siebenmal in Serie nicht gewinnst.

Wir haben ja lange um den Aufstieg mitgespielt, mussten aber immer Olfen hinterherrennen. Da fällt es einem nicht immer leicht locker zu bleiben. Vor allem, wenn du für alle der große Favorit auf den Aufstieg bist.

Es wird schon in der Kabine ein bisschen gefaselt. „Wenn der von der Ley trifft, gewinnen wir heute.“ Ich versuche aber immer druckfrei ins Spiel zu gehen. Ich schieße auch keine Tore, um in der Überschrift zu stehen, sondern um das Team zu unterstützen.

Es gibt keinen Druck. Ich will immer Tore schießen, da ist es mir egal, ob ich im Rampenlicht stehe.

Ja, klar. Du wirst gleich gedoppelt. Aber kein Problem. So hatte mein Sturmpartner Ercan Taymaz mehr Platz, der hat ja auch schon 21-mal getroffen.

Wer viele Tore schießt, auf dem liegt der Fokus des Gegners. Die wissen jetzt ganz genau, dass ich Linksfuß bin. Auch ist die Gangart härter geworden. In der Rückrunde habe ich einige Schläge auf den Oberschenkel bekommen.

Lose Anfragen gibt es jedes Jahr. Diesmal waren die Angebote viel attraktiver. Auch, weil ich so oft getroffen habe.

Als erfolgreicher Stürmer stehst du im Gegensatz zu starken Defensivspielern öfters in der Zeitung. Dann ist ja klar, dass das Telefon häufiger klingelt.

Mir war klar, dass Jussef noch aufholen würde. Mit seinem Leistungsvermögen hat er in der A-Liga gar nichts zu suchen. Ich wusste immer, der wird noch regelmäßig bomben.

Ich hätte nicht mehr dran geglaubt.

Das stimmt. Über Facebook habe ich Daniel auch ein paar Mal heiß gemacht. So bin ich halt.

Ja, ja. Er hat halt extrem viel Selbstbewusstsein. An den Zeitungsartikel erinnere ich mich. Den hat mein Trainer zum Training mitgebracht.

Ich habe ja immer gesagt, dass ich mitverantwortlich für Daniels überragende Saison bin. Ich habe ihn schön unter Druck gesetzt.

Das weiß ich nicht. Wir sind beide quirlige Stürmer, ähneln uns.

Ich denke schon, dass wir zusammen funktionieren würden. Ich müsste dann aber den Part des Vorbereiters übernehmen. Daniel wäre der Knipser.

Wenn ich der Trainer wäre, würde ich mich immer als einzige Spitze aufstellen. Ich habe aber keine Probleme, auch über außen zu kommen.

Ich bin ja nur zufällig Stürmer geworden, weil wir in Herbern so viele Verletzte hatten. Ich muss aber sagen, ich fühle mich da vorne wohl. Ich mag es aber auch, über die Außenbahnen zu kommen.

Wenn du ein paar Spiele hintereinander triffst, geht das von ganz alleine

Wenn du als Stürmer anfängst nachzudenken, hast du gleich verloren.

Ganz klar der Stürmer. Der hat den Bewegungsvorteil und gibt die Richtung vor.

Der Torwart hat den Vorteil, dass er in dieser Situation nichts zu verlieren hat. Trifft der Stürmer nicht, ist er der Depp.

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Ich bin im 16-Meter-Raum am stärksten, weil ich keinen harten Schuss habe. Von meinen 30 Toren waren sieben Elfmeter dabei.

Ich habe gar keinen Elfer geschossen. Ich treffe auch von außerhalb des 16-Meter-Raums. Nur auf Kopfhöhe sollte man mich nicht anspielen.

Es ist wichtig, kompakt zu verteidigen. Als Stürmer darfst du aber nicht zu viel nach hinten arbeiten, dann fehlt dir vorne das Durchsetzungsvermögen.

Ich habe bei der Eintracht alle Freiheiten vom Trainer.

Ich will mich vor meinen Wechsel nach Gievenbeck mit einem Tor von Herbern verabschieden und nehme die Torjägerkanone gerne mit.

Ich wäre auch froh, wenn ich Sonntag zwei Tore zum Sieg vorbereiten würde. Scherz. Natürlich will ich gewinnen. Ich muss mal mit meinen Jungs sprechen, ob ich auch die Freistöße schießen darf.  

Die Anwärter auf die Torjägerkanone
Daniel von der Ley (SV Herbern, 18 Tore, Faktor 1,0, 18 Punkte): Der 21-Jährige ist Versicherungskaufmann. In der Jugend kickte er für den TuS Ascheberg, VfL Senden, RW Ahlen und den SV Herbern. Mit Herberns A stieg er in die Landesliga auf. Nach seinem dritten Seniorenjahr verlässt er den SVH Richtung Gievenbeck.
Jussef Saado (Eintracht Werne, 30 Tore, Faktor 0,6, 18 Punkte): Der Zerspanungsmechaniker ist 24 Jahre alt. Als Jugendspieler war er für den Werner SC, Preußen Lünen und den SV Herbern aktiv. Bei den Senioren für den SV Herbern, Davaria Davensberg und Eintracht Werne. Jetzt wechselt er zum WSC.

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