Vor den Special Olympics steigt die Aufregung

Reitsport

In weniger als zwei Wochen geht es für Christian Jansen Richtung Abu Dhabi. Zum ersten Mal wird der 36-Jährige bei den Special Olympics Deutschland in der Sportart Reiten vertreten.

Werne

, 25.02.2019, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am 8. März fliegt Christian Jansen (M.) gemeinsam mit Arndt Holsträter und Uta Deutschländer nach Abu Dhabi. Dort wird er zum ersten Mal an den Special Olympics teilnehmen.

Am 8. März fliegt Christian Jansen (M.) gemeinsam mit Arndt Holsträter und Uta Deutschländer nach Abu Dhabi. Dort wird er zum ersten Mal an den Special Olympics teilnehmen. © Mersch

Die Special Olympics sind der international größte Wettbewerb für Menschen mit geistiger Behinderung oder mit Mehrfachbehinderung. Für die Qualifizierung nahm Christian Jansen mit dem Verein für Reittherapie Kreis Unna sowohl erfolgreich bei den Landes- als auch bei den Nationalenspielen teil.

Nach seiner guten Leistung bei den Nationalen Spielen in Kiel landete er in einem Auswahltopf, aus dem ein Gremium ihn nachher aussuchte. Die Freude war riesig: In Dänemark und Shanghai war Jansen nur als Ersatzreiter eingeteilt worden. Privat ist er sogar dorthin mit geflogen, um seine Sportkollegen vor Ort zu unterstützen. „Es dürfen immer unterschiedliche Athleten mitfahren, damit jeder einmal die Chance bekommt“, erklärte die erste Vorsitzende des Reittherapie-Vereins Marion Acar. Seit den Spielen 2007 in Shanghai stellt ihr Verein jedes Jahr mindestens einen Reiter. Stützpunkt des Vereins ist der Hof Schwert in Werne an der Südkirchener Straße.

Von Kindesbeinen an im Sattel

Von Kindesbeinen an reitet Christian Jansen nun schon. Seine ersten Versuche hat er vor mehr als 20 Jahren unter der Aufsicht von Gerti Latussek gemacht, der Mitgründerin des Vereins für Reittherapie. Ein Mal in der Woche trainiert Jansen auf der Anlage Schwert bei Trainerin Uta Deutschländer. Am liebsten sitzt er auf der Stute Clair. „Das ist ein sehr braves Pferd“, sagt er. Neben dem Reiten spielt der 36-Jährige, der in Lünen lebt, gerne Fußball und geht abends mit seinen Freunden ins Steakhouse. „Ich arbeite in der Caritas-Werkstatt in Lünen“, erzählt er. Dort sind Isolierungen für Elektronik sein Fachgebiet.

Am 8. März fliegt er mit drei weiteren Athleten und den Betreuern Arndt Holtsträter und Uta Deutschländer in den Wüstenstaat Abu Dhabi. Die ersten Tage verbringen die Sportler damit, Land und Leute kennenzulernen, bis am 14. März der Wettbewerb beginnt.

Auf fremde Pferde einstellen

Jansens Lieblingspferd Clair reist allerdings nicht mit: „Wir bekommen fremde Pferde. Man muss gucken, wie die laufen“, erklärt Jansen. Die besondere Herausforderung, sich in kurzer Zeit auf ein neues Tier einzustellen, ist er aber schon von früheren Turnieren gewohnt. Der Wettbewerb findet auf dem Level C, also in der Gangart Schritt, statt. Langsam aber sicher steigt die Aufregung für das anstehende Turnier. Nach der Zusage für die Special Olympics sei er zunächst ganz ruhig gewesen. „Seit ein paar Wochen spricht er nun ständig davon“, sagt seine Mutter Roswita.

Die Einkleidung für das Event hat bereits in Fulda stattgefunden, wo Jansen nicht nur Kleidung mit den aufgedruckten Lettern „Germany“ erhielt, sondern auch einen großen Koffer. Dieser kann nun für die weite Reise gepackt werden – mit Luft für den Rückweg. Eine Medaille solle dann schon reinpassen.

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