Wegen Corona: Werner Fußballer verstehen Derby ohne Zuschauer - hoffen aber auf Konsequenz

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Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Jetzt ist auch die Bundesliga betroffen - das Revierderby am Wochenende wird zum Geisterspiel. Die Werner Fußballer sind geteilter Meinung.

Werne, Herbern

, 10.03.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wäre Herberns Mittelfeldspieler Fabian Vogt am Samstag im Stadion gewesen. Mit Papa und Oma hätte er sich als bekennender BVB-Fan das Revierderby zwischen seiner Borussia und dem FC Schalke 04 live im Signal-Iduna-Park angeschaut. „Wir hatten die Möglichkeit, drei Tickets zu bekommen und wollten Oma mitnehmen, weil sie das ja nicht so oft sieht“, erklärte Vogt. Das ist nun aber nicht möglich.

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Am Dienstagnachmittag entschied die Stadt Dortmund: Durch den Coronavirus ist die Ansteckungsgefahr zu hoch, das Derby wird ein Geisterspiel. Vogt muss das Derby nun stattdessen mit Papa und Oma vor dem Fernseher anschauen. Was er davon halten soll, weiß er aktuell selbst nicht genau.

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„Ich finde, das ist super schwer einzuschätzen“, so der Herberner Mittelfeldmotor. „Auf der einen Seite bin ich mir unsicher, ob das insgesamt so gut durchdacht ist. Es hat ja auch Folgen, wenn die Spiele abgesagt werden.“ Auf der anderen Seite muss er aber auch zugeben: „Vielleicht ist es gesundheitlich tatsächlich besser so. schließlich kommt man da schon mit vielen Menschen in Kontakt.“

Wie komisch das am Samstag vor dem Fernseher werden könnte, hat Fabian Vogt bereits beim Spiel von Juventus Turin gegen Inter Mailand gesehen, das ebenfalls vor leeren Rängen stattfand. „Das wirkte wie ein Testspiel, ganz ungewohnt“, sagt er. „Aber es ist gut, dass die Spiele trotzdem stattfinden. Sonst müsste man die Saison ja extrem in die Länge ziehen.“

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In eine ähnliche Richtung wie Vogt schlägt auch Jannis Vertgewall, Spieler des Werner SC und Schalke-Fan, ein. „Ich finde, es ist eh immer ein ganz komisches Gefühl, wenn ein Spiel in einem leeren Stadion stattfindet“, sagt er. „Aber dass auch noch ein Derby ist, ist schon nochmal eine ganz andere Nummer.“

Irgendwie, schildert er, sei die Situation für ihn unvorstellbar: „Das Spiel lebt ja auch größtenteils von den Emotionen von den Rängen, die dann auch nochmal auf die Spieler übertragen werden.“

Einen besseren Weg, als das Derby so auszutragen, sieht Vertgewall aktuell nicht: „Ich finde es in der jetzigen Situation schon vernünftig und bin auch der Meinung, dass es vielleicht sogar schon zu spät kommt. Dass sich das Virus verbreiten würde, war ja schon klar, aber durch solche Massenveranstaltungen forciert man es ja umso mehr und zögert die Ausbreitung ja nicht wirklich hinaus.“

Das sieht auch Thomas Overmann - Vorsitzender des Werner SC und ebenfalls Schalker - ähnlich. Er fordert dann aber Konsequenz: „Wir sehen das ja jetzt in Italien. Da wird alles erstmal ausgesetzt und dann im April geguckt, wie es weitergeht. Gesundheit geht immer vor, aber es wäre sinnvoll, denke ich, überall eine ähnliche Linie zu fahren und nicht in manchen Stadien mit Zuschauern und in manchen ohne zu spielen.“

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