Weggefährte König erinnert sich an Christian Welp

Basketball

Eine Nachricht, die Basketballdeutschland erschütterte: Der 106-fache Nationalspieler Christian Welp starb am Sonntag im Alter von 51 in den Vereinigten Staaten – womöglich an den Folgen eines Herzinfarktes. Sein ehemaliger Mitspieler und LippeBaskets-Chef Jens König erinnert sich an ihn.

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, 05.03.2015, 17:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jens König mit einem Mannschaftsfoto der BC Giants Osnabrück (oben) aus dem Jahr 1981.

Jens König mit einem Mannschaftsfoto der BC Giants Osnabrück (oben) aus dem Jahr 1981.

„Wir waren alle zutiefst erschüttert“, sagt Jens König. Wir, das sind er und seine ehemaligen Mannschaftskameraden der BC Giants Osnabrück. Zu den Giants gehörte auch Christian Welp in den Jahren 1981, 82 und 83. Damals ist er als „wahrer Benjamin“ mit 17 Jahren in das Team aus „gestandenen Spielern“ gestoßen, so König.

Welp war ein Basketball-Spätstarter. „Erst mit 16 Jahren hat er angefangen“, erinnert sich König an den mit über zwei Metern damals schon großen Welp. Drei erfolgreiche Jahre haben die beiden zusammen verbracht. Nach Aufstiegen bis in die Bundesliga trennten sich 1983 ihre Wege.

Welp wagte den Sprung in die Vereinigten Staaten, wo er nach vier Collegejahren sogar in die Profi-Liga NBA aufstieg. 1987 debütierte er für die Philadelphia 76ers. 1991 kehrte der gebürtige Delmenhorster nach Europa zurück. Spielte für Leverkusen, Piräus, Berlin und Reggio Calabria, mit denen er zahlreiche Titel gewann.

„Er war ein begnadeter Spieler, das wussten wir schon damals“, so König. Trotz seines Talents sei er aber nie abgehoben. „Er hat die Öffentlichkeit immer eher gescheut als gesucht“, so König. Im Kreise seiner Mannschaft war er aber keinesfalls ein stiller Zeitgenosse: „Er haute auch gerne mal einen Witz heraus“, sagt König.

"Ein sanfter Riese"

Welp machte sich nicht viel aus seiner Karriere. Erst ein Bekannter soll seine Kinder über die Vergangenheit ihres berühmten Vaters aufgeklärt haben. Zur Legende reifte der 2,12-Meter-Mann in seinem Geburtsland, als er im Finale der Heim-Europameisterschaft 1993 den entscheidenden Freiwurf zum 70:68-Sieg gegen Russland erzielte.

„Er war ein sanfter Riese, der stets freundlich war“, so König. Nach seiner aktiven Zeit und dem Engagement als Assistenztrainer der Nationalmannschaft bis 2006, kehrte Welp zurück in die Staaten nach Seattle. Christian Welp hinterlässt seine Frau, zwei Söhne und eine Tochter.  

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