Werne im Finale? Nur bei gefalteten Zitronen

Handball: Kreispokal

Der Handball-Kreisligist TV Werne wird den Verbandsligisten SuS Oberaden sportlich nicht groß überraschen können. Zu hoch ist das Leistungsniveau des Verbandsligisten. Trotzdem müssen sich die Oberadener im Kreispokal-Halbfinale auf Ungewohntes einstellen. Dafür sorgt ein Verbot.

WERNE

, 13.02.2015, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marcel Bade (l.) trifft mit dem TV Werne auf SuS Oberaden.

Marcel Bade (l.) trifft mit dem TV Werne auf SuS Oberaden.

Kreispokal, Halbfinale TV Werne - SuS Oberaden Samstag, 16 Uhr (Ballspielhalle, Bahnhofstraße 1, Werne)

In der Ballspielhalle darf nicht geharzt werden. Harz trägt dazu bei, dass der Ball nur mit einer Hand bequem gehalten werden kann und dass die Spieler mit dem Wurfarm auch diverse Täuschungen und Trickwürfe, wie zum Beispiel Dreher, ausführen können. Der Verbandsligist Oberaden ist es aus dem Ligaalltag gewohnt, dass geharzt werden darf.

"Zu Beginn des Spiels ist das bestimmt ein Vorteil für uns", sagt Wernes Coach Bernd Hüttemann. Er gehe davon aus, dass die Oberadener Spieler drei, vier Angriffe benötigen werden, um mit der neuen Situation vernünftig umzugehen. "Es gab auch schon Spieler in unserer Halle, die nach 15 Minuten entnervt gar nicht mehr weitergespielt haben, weil sie ohne Harz nicht zurechtgekommen sind", erklärt Hüttemann.

"Ganz neuer Sport"

Oberadens Coach Ralf Weinberger erklärt, dass sein Team viermal pro Woche mit Harz trainiert und auch damit spielt. "Das wird gegen Werne ein ganz neuer Sport für uns. Überhaupt nicht mit dem Handball zu vergleichen, den wir normalerweise spielen", sagt Weinberger.

Hüttemann sei es bewusst, dass das harzlose Spiele wohl nicht zum Sieg führen werde. "Wer glaubt, wir können diese Partie gewinnen, glaubt auch daran, dass der Zitronenfalter Zitronen falten könne", sagt er. Er wolle mit seiner Aussage seine Spieler nicht entmutigen, er schätze die Ausgangslage nur realistisch ein. "Oberaden spielt drei Klassen höher. Die haben unglaubliche Qualität", sagt er.

Oberadens Trainer Ralf Weinberger wird eine gemischte Truppe in die Ballspielhalle schicken. "Das Team wird aus A-Jugendlichen und Spielern der ersten Mannschaft bestehen", so Weinberger. Für Hüttemann bedeute das nicht, dass die Begegnung für sein Team nur einen Deut leichter werde.

Er hat aber klare Forderungen an seine Mannschaft. Er möchte, dass seine Jungs aus einer 6:0-Deckung heraus kräftig zupacken, immer wieder den Oberadener Rückraum attackieren und so leichte Würfe verhindern. In der Offensive verlangt er nach Gegentoren Tempo-Handball. Lässt sich der Plan nicht umsetzen, sollen seine Spieler im Angriff die Ruhe bewahren. "Wir müssen nicht nach fünf Sekunden abschließen. Wir können ruhig zeitbringend spielen." Maik Bolduan (verletzt) und Michael Abdinghoff (Grippe) fallen aus. Tobias Schröer, Luca Gründken, Yannik Most und Fabian Rensmann melden sich alle gesund zurück.

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