Wie der Werner SC bestehen kann – und wie nicht

Fußball: Landesliga

Es war erst das erste Spiel in der Fußball-Landesliga für den Werner SC, die 1:4-Niederlage gegen das Spitzenteam des SC Münster 08 war verdient, aber auch kein Beinbruch. Und der WSC konnte aus 90 Minuten viel mitnehmen: In der ersten Halbzeit wurde deutlich, wie es in der neuen Liga nicht funktioniert, in der zweiten Spielhälfte wiederum, wie es gehen kann.

WERNE

, 15.08.2017, 12:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Aggressivität stimmte: In dieser Szene muss Joel Simon von Chris Thannheiser zurückgehalten werden. Simon war genervt von den Einlagen der Münsteraner, die nach Zweikämpfen oft am Boden liegen blieben und so ein paar Minuten von der Uhr nahmen.

Die Aggressivität stimmte: In dieser Szene muss Joel Simon von Chris Thannheiser zurückgehalten werden. Simon war genervt von den Einlagen der Münsteraner, die nach Zweikämpfen oft am Boden liegen blieben und so ein paar Minuten von der Uhr nahmen.

So geht es nicht: „Wir werden sicher nicht still sitzen wie das Mäuschen vor der Schlange“, sagte WSC-Trainer Lars Müller im Vorfeld der Partie gegen Münster. Richtiger Ansatz, aber blöd für den Trainer, wenn es das eigene Team dann nicht umsetzt. Nach dem schnellen 1:0 in der 13. Minute wirkten die Werner eingeschüchtert. Der Gegner schob den Ball sicher durch die eigenen Reihen und ließ das Heimteam laufen. Da konnte Kapitän Chris Thannheiser noch so sehr „Aufrücken!“ und „Dazwischen!“ rufen, Münster ließ Zweikämpfe gar nicht erst zu.

Der SC legte sich Werne in aller Ruhe zurecht, wartete auf Fehler und war dann gnadenlos effektiv. Die drei Gegentore in Halbzeit eins wären vermeidbar gewesen, nur ging es da für die beteiligten Werner Spieler einfach zu schnell. „Wir haben in einigen Situationen gezeigt, wie es nicht geht. Phasenweise haben wir Dinge falsch gemacht, die wir deutlich besprochen hatten“, sagte Müller. Sein Gegenüber Mirsad Celebic machte klar: „In der ersten Hälfte waren die Abstände einfach zu groß beim WSC. Wir konnten den Ball laufen lassen. Das waren perfekte Voraussetzungen für unser Spiel.“

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So kann es gehen: „In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht, hatten die nötige Aggressivität“, sagte Müller und das zeigte Wirkung beim Gegner: Über die Außenpositionen kam der WSC immer wieder zu Flanken, von denen aber letztlich auch nur eine zum einzigen Treffer führte, als Thannheiser den Ball behaupten und auf Dennis Klossek ablegen konnte. „Der letzte Pass fehlte noch“, so Müller.

Aber: Werne nahm durch aggressives Anlaufen den Münsteranern die Lust. Besonders bei technisch guten Mannschaften muss das der Weg sein. Dem Gegner keinen Raum lassen, Aktionen besser antizipieren und so vielleicht ins Konterspiel kommen. Dann kann beispielsweise ein Mann wie Jannik Prinz mit seinem Tempo zur Waffe werden. Hat Werne jedoch einen sortierten Abwehrverbund vor sich, fehlen derzeit die spielerischen Mittel, um kontrolliert zum Abschluss zu kommen. Auf die Hilfe des Gegners, wie bei Klosseks 1:3, als SCM-Keeper Exner den Ball durch die Beine flutschen ließ, kann sich Werne nicht verlassen.

Ein probates Mittel können künftig auch Standards sein. Münsters 18-jähriger Keeper hatte bei Ecken immer wieder Probleme, wenn die Werner eine Spielertraube am kurzen Pfosten bildeten, sodass der Torwart sich im Luftkampf mühsam durch eine Handvoll Spieler kämpfen musste. Nur: Wenn der Ball dann zwischen Fünfmeterraum und Elfmeterpunkt auf den Boden klatscht, müsste auch jemand von der Strafraumgrenze einrücken und knipsen. So konnten Münsters Feldspieler die Unsicherheiten ihres Keepers stets ausbügeln.

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