WSC empfängt Ahaus unter veränderten Vorzeichen

Fußball: Landesliga

In der Fußball-Landesliga empfängt Werne Eintracht Ahaus – schon wieder. Mittlerweile ärgert sich der WSC, dass er Ahaus einen Gefallen getan hat. Die Vorzeichen haben sich im Vergleich zur Vorwoche geändert.

Werne

von Marc-André Landsiedel

, 15.12.2017, 18:47 Uhr / Lesedauer: 3 min
Joel Simon wird dem Werner SC im Nachholspiel gegen Eintracht Ahaus fehlen. Vor einer Woche hatte er gegen die Ahauser seine 5. Gelbe Karte gesehen. Nach dem Spielabbruch wurde das Ergebnis gestrichen – die Verwarnung jedoch nicht.

Joel Simon wird dem Werner SC im Nachholspiel gegen Eintracht Ahaus fehlen. Vor einer Woche hatte er gegen die Ahauser seine 5. Gelbe Karte gesehen. Nach dem Spielabbruch wurde das Ergebnis gestrichen – die Verwarnung jedoch nicht. © Marcel Witte

Ein altes Sprichwort sagt: Wer Gutes tut, dem wird Gutes widerfahren. Dass dem nicht immer zwangsläufig so ist, musste der Fußball-Landesligist Werner SC nun schmerzhaft erfahren.

Ahauser Bitte nachgekommen

Ein Rückblick: Eintracht Ahaus war vor einiger Zeit mit der Bitte auf den WSC zugekommen, die Partie des 17. Spieltages vom Sonntag, 10. Dezember, auf Freitagabend, 8. Dezember, vorzuverlegen. Grund war die Hochzeit von Eintracht-Stürmer Sedat Semer am selben Wochenende. Der WSC zeigte sich hilfsbereit und stimmte der Verlegung zu. Während des Spiels setzte starker Schneefall ein, die Partie wurde in der 58. Minute beim Stand von 4:2 für Werne abgebrochen. Das Ergebnis wurde gestrichen, die Partie neu angesetzt – ärgerlich genug. Also wieder alles auf Anfang, könnte man meinen.

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„Nicht ganz“, widerspricht WSC-Trainer Lars Müller zurecht und mit einem Hauch Sarkasmus in der Stimme. Denn während das Ergebnis aus der Vorwoche für nichtig erklärt wurde, bleiben die Verwarnungen bestehen. Abwehrspieler Joel Simon sah seine 5. Gelbe Karte und muss nun zuschauen. „Da kannst du nichts zu sagen. Ein totaler Schwachsinn – das erschließt sich mir nicht“, schüttelt Müller den Kopf über diese Entscheidung.

Klossek kehrt zurück

„Ich hätte nichts dagegen, wenn das Spiel ausfällt“, sagt Joel Simon selber. Da Gelb-Sperren im Amateurbereich für höchstens ein Spiel oder maximal zehn Tage gelten, dürfte er theoretisch wieder spielen, wenn das Spiel ins neue Jahr verlegt werden würde. Von dieser Regelung profitiert nun Wernes Dennis Klossek. Der Mittelfeldspieler musste letzten Freitag zuschauen. Am Sonntag darf er wieder mitwirken.

Ein schwacher Trost für Wernes Trainer. „Der neue Termin ist eine Katastrophe“, ärgert sich Müller mit Blick auf die personelle Situation. Neben Simon fehlen Chris Thannheiser und Marvin Bruland verletzt, Niklas Link und Mondrian Runde sind verhindert. „Zur Belohnung, dass wir Ahaus‘ Bitte nachgekommen sind, wird das Spiel beim Stand von 4:2 für uns abgebrochen und jetzt stehen uns auch noch weniger Leute zur Verfügung“, fasst Müller die Entwicklung aus WSC-Sicht zusammen. Dass das Spiel in der Vorwoche abgebrochen werden musste, stellt Müller indes nicht infrage: „Darüber gibt es keine zwei Meinungen.“

Ahaus tut sich gegen Werne schwer

Und so geht es nun also wieder bei 0:0 los. Die drittplatzierten Ahauser machen in dieser Saison offensichtlich vieles richtig. Nicht aber gegen Werne. Das Hinspiel ging mit 3:0 an den WSC, in der Vorwoche führte die Elf von Lars Müller mit 4:2. Doch der WSC-Coach warnt: „In der Anfangsphase haben wir nicht viel richtig gemacht und lagen nach zehn Minuten 0:2 hinten“, erinnert der Coach an die Ahauser Stärke nach Standards. Beide Treffer fielen nach ruhenden Bällen.

Doch durch gute Standards allein landet man nicht auf Platz drei. Ein gutes Gegenpressing und defensive Stabilität hat Müller bei der Eintracht ausgemacht. „Natürlich glauben wir auch an unsere eigene Qualität. Aber die Ausgangslage ist klar: Ahaus ist der Favorit“, sagt Müller.

Gegenseitige Schützenhilfe?

Kurios ist, dass Werne und Lokalrivale Herbern sich gegenseitig Schützenhilfe leisten könnten. Wenn Werne gegen Ahaus punktet, könnte Herbern im letzten Spiel des Jahres noch an Ahaus vorbeiziehen und auf Platz drei springen. Dazu bräuchte der SVH einen Heimsieg gegen den Tabellen-14. Westfalia Gemen. Und das wiederum könnte dem WSC helfen, den Abstand von derzeit nur einem Zähler auf die Abstiegsplätze zu vergrößern. Ob Lars Müller dem SVH die Daumen drückt? „Ich hoffe einfach, dass die Konkurrenz so wenig punktet, wie möglich – gegen wen ist mir egal“, sagt der WSC-Trainer. Und schiebt mit einem Augenzwinkern hinterher: „Aber von mir aus kann Herbern ruhig gewinnen.“


Anpfiff: Sonntag, 14.30 Uhr, Kunstrasen Lindert, Kardinal-von-Galen-Str., 59368 Werne

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