Zwölf Zahlen zum Herberner Autocross

Motorsport

Jede Menge Pferdestärken wollen am Wochenende in Herbern auf den Acker gebracht werden: Der Motorsportclub Herbern lädt zum jährlichen Autocross und eines ist sicher: Der Dreck wird fliegen, wenn beim Langstreckenrennen und beim Großen Preis sowie bei diversen Wertungsläufen für die Deutsche Meisterschaft die Fahrer aufs Gaspedal treten. Wir haben zwölf Zahlen zum Autocross-Event in Herbern aufgelistet und erklärt.

HERBERN

, 19.08.2017, 08:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Christian Reher (Nr. 0210) kämpft hier im Vorjahr um die Führung im Langstreckenrennen. Reher ist auch in diesem Jahr für das Rennwochenende in Herbern gelistet.

Christian Reher (Nr. 0210) kämpft hier im Vorjahr um die Führung im Langstreckenrennen. Reher ist auch in diesem Jahr für das Rennwochenende in Herbern gelistet.

5000 Euro Preisgeld sind insgesamt für die Fahrer in den verschiedenen Rennklassen zu holen. Welche Sieger wie viel bekommen, hängt von den Platzierungen in den Gesamtwertungen der jeweiligen Rennklassen ab.

2500 Zuschauer wünscht sich MSC-Pressewart Dirk Schoppmann für die beiden Renntage. „Wenn das Wetter mitspielt, wäre das schon eine sehr gute Zahl“, so Schoppmann. Wichtig sei ihm in erster Linie, dass Rennen nicht wegen Regen abgebrochen werden müssen. „Wenn die Zuschauer wegen des Wetters ausbleiben, wird das richtig teuer für uns“, sagt Schoppmann, denn der MSC Herbern organisiert das Rennwochenende in Eigenregie. Ein bisschen Feuchtigkeit darf aber zumindest der Boden aufweisen: „Dann staubt es nicht so und vor allem die Fahrer mit Frontmotor kommen dann besser zurecht. Wer Heckmotor fährt, kommt hingegen auf matschiger Strecke schneller ins Rutschen“, weiß Schoppmann.

1500 Meter Bauzaun, rund 200 Strohbündel und extra Sicherheitscontainer für die Streckenposten hat der Verein in den vergangenen Tagen platziert. Die Strecke ist 20 Meter breit und bietet weitere 20 Meter Auslaufzone. „Ein Restrisiko bleibt immer, aber wir legen viel Wert auf Sicherheit. Zuschauer kommen nicht näher als 20 Meter an die Strecke ran.“

1000 Euro – das ist die Summe, die man als Neuling einplanen muss, wenn man sich Autocross zum Hobby nimmt und einsteigen möchte. „Ein alter VW Polo vom Schrottplatz für 300 Euro, 500 Euro für den Umbau, Helm und ein feuerfester Anzug, den man auch gebraucht bekommt, und man hat ein rennfertiges Auto für die kleinste Serienklasse. Damit kann man dann mitfahren, mehr aber auch nicht“, sagt Dirk Schoppmann. Wie bei allen Hobbies sind laut Schoppmann die finanziellen Grenzen nach oben hin offen. „Es gibt auch Teams, die mit einem Budget von 30 000 Euro arbeiten“, sagt der MSC-Pressewart.

800 Meter ist die Strecke in der Bauernschaft Arup zwischen Herbern und Ascheberg ungefähr lang. „Es ist so ziemlich die längste Strecke im Deutschen Rallye Cross Verband – und eine der schnellsten“, sagt Schoppmann. Er schätzt, dass die leichtesten und dabei gleichzeitig am stärksten motorisierten Autocrosser auf der Gerade in Herbern um die 140 Stundenkilometer erreichen können.

500 Pferdestärken unter der Motorhaube – das sei laut Dirk Schoppmann bei den am stärksten motorisierten Wagen im Teilnehmerfeld nicht unüblich: „Die frisierten Serienwagen haben mitunter zwischen 400 und 500 PS.“

175 Helfer organisieren den Herberner Autocross. Vereinsmitglieder und ehrenamtliche Helfer haben bereits im Vorfeld die Strecke präpariert, das Festzelt aufgebaut, Strom- und Wasserleitungen gelegt, sowie diverse Stände aufgebaut. „Ohne die Unterstützung vom gesamten Team wäre die Veranstaltung kaum zu stemmen. Es steckt viel Arbeit in dem Event, aber es lohnt sich immer wieder“, sagte MSC-Pressewart Dirk Schoppmann.

150 verschiedene Rennwagen erwarten die Organisatoren des MSC Herbern am morgigen Samstag und am Sonntag in der Spitze, die sich grundsätzlich in drei verschiedene Klassen einteilen lassen: Serientourenwagen, Spezialtourenwagen und Spezialcrosser.

15 verschiedene Rennklassen gibt es innerhalb der drei verschiedenen Fahrzeugtypen. Die Klassen 1, 2 und 3 umfassen die Serientourenwagen. „In Klasse 1 fahren Autos mit kleinen Motoren, in 2 die mittleren und in 3 die großen“, erklärt Dirk Schoppmann. „Sicherheitsrelevante Veränderungen sind erlaubt, auch über die Reifen oder das Fahrwerk können die Autos optimiert werden, aber frisierte Motoren und Getriebe sind in den Klassen nicht erlaubt“, erläutert Schoppmann. Für die Spezialtourenwagen der Klassen 4, 5 und 6 gilt das gleiche Prinzip. Hier darf die Leistung der Fahrzeuge aber getunt werden. Die Klassen 7 bis 10 umfassen die Autocrosser, die zumeist Eigenbauten der Rennteams sind. In den Klassen 11 bis 15 sind die Nachwuchsfahrer für sich unterwegs.

14 Jahre jung sind die jüngsten Fahrer, die am Wochenende in Herbern in einen Serienrennwagen steigen. 14- bis 16-Jährige dürfen bereits im Cockpit von Fahrzeugen mit maximal 1400 Kubikzentimeter Hubraum Platz nehmen. In der Crossbuggy-Klasse reicht sogar ein Alter von zwölf Jahren für die Teilnahme an Rennen. Die jüngsten Fahrer in Diensten des MSC Herbern haben alle holländische Wurzeln: Colin Pähler sowie Hessel, Sybren und Jurre Steinmeijer stammen aus den Niederlanden, fahren aber für Herbern. Jüngster Herberner Fahrer ist der 22-jährige Marcel Schoppmann.

8 Teammitglieder hat das Team von Dirk Schoppmann, der in Klasse 3, Serienwagen mit bis zu 1800 Kubikzentimeter Hubraum, antritt. Als Fahrer gehören Sohn Dirk und Sebastian Willmer zum Rennstall sowie Schoppmanns Frau und Tochter, die sich um die Verpflegung kümmern. „Es gibt Zwei-Mann-Teams aber auch Rennställe mit bis zu 15 Mitgliedern. Der Zeitaufwand für das Hobby kann enorm sein: „Als ich angefangen habe, ist mir im allerersten Training der Motor kaputt gegangen. Da habe ich bis nachts um zwei Uhr repariert, um am nächsten Tag beim Rennen starten zu können“, erinnert sich Schoppmann. Unter der Woche schraubt man zwei bis drei Stunden an den Wagen.

1 dicke Party steigt am Samstagabend, wenn Schlagerstar Mia Julia das Festzelt auf dem Renngelände zum Ausrasten bringen will. Alle Infos zur großen Partynacht finden Sie auf der

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt