Noch ist das Training - hier der Holzwickeder SC - in großen Gruppen mit 20 Kindern bis 14 Jahren erlaubt. Schon am Mittwoch kann sich das ändern. © Art
Fußball

Corona-Test vor jedem Jugendtraining: „Das ist ja hanebüchen“

Hohe Inzidenzwerte: Ab Mittwoch darf aller Voraussicht nach nur noch mit zehn Kindern gleichzeitig trainiert werden. Für die Vereine ist das machbar - nur eine angedachte Testserie im Vorfeld nicht.

Der Inzidenzwert hat im Kreis Unna am Sonntag die magische Marke von 100 überschritten und es ist nicht davon auszugehen, dass dieser Wert in den nächsten Tagen sinkt. Liegt der Wert in einem Kreis drei Tage lang über 100, dann greifen laut Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen neue Vorgaben im Sport – und das gilt besonders für den Jugendfußball.

Es ist davon auszugehen, dass ab Mittwoch kreisweit ein Training nur noch mit zehn statt bislang 20 Kindern bis 14 Jahren auf dem Sportplatz absolviert werden darf. Das heißt am Ende, dass Mannschaften geteilt werden müssen oder Trainingseinheiten komplett ausfallen. Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal will hingegen weiterhin 20 Kinder auf die Plätze lassen – allerdings nur mit einem tagesaktuellen, negativen Schnelltest. Wäre das im Kreis Unna in der Praxis überhaupt umsetzbar?

VfK-Chef Fieg fragt: „Sind Corona-Tests für Sportler kostenlos?“

„Noch trainieren bei uns alle Jugendmannschaften im Alter bis 14 Jahre, wie es die Vorgaben erlauben“, erklärt Manfred Frieg vom VfK Weddinghofen. „Sollte es ab Mittwoch so nicht mehr möglich sein, dann reduzieren wir die Mannschaftsstärke eben“, sieht er in der Umsetzung keine Probleme. Tagesaktuelle Corona-Tests seien selbstverständlich hilfreich, aber nur wenn sie auch für den Verein kostenlos sind. Frieg: „Da müssten wir mal mit der Stadt sprechen, ob die für Sportler kostenfrei sind.“

Benjamin Wagner ist Jugendleiter beim Kamener SC und sieht noch keine organisatorischen Probleme, sollten die Trainingsgruppen ab Mittwoch zahlenmäßig reduziert werden. © art © art

Der Kamener SC stellt wohl die größte Jugendabteilung in der Sesekestadt. Und Jugendchef Benjamin Wagner ist überaus froh darüber, dass seine Nachwuchskicker auch gleich beide Sportplätze an der Gutenbergstraße nutzen können. „Wir sind ja zunächst einmal glücklich darüber, dass die jüngeren Jahrgänge Sport treiben dürfen“, sagt der 35-Jährige.

Schon jetzt trainiere eine Mannschaft mit 20 Kindern auf einer Sportplatzhälfte. „Das läuft sehr gut und alle halten sich an das Hygienekonzept“, kann sich Wagner auf seine Spieler und Betreuer verlassen. „Sollte die Trainingsstärke ab Mittwoch auf zehn Spieler begrenzt werden, dann ist das logistisch durchaus möglich. Wir könnten am Ende immer noch auf den Samstag ausweichen.“ Und zum Thema Corona-Tests vor dem Training: „Ich glaube, das kann keiner stemmen. Das ist nur schwer vorstellbar.“

Beim SV Bausenhagen trainiert stets nur ein Team auf dem Platz

Auch auf der Bausenhagener „Alm“ laufen alle Kicker unter 14 Jahren regelmäßig zum Training auf. „Bei uns belegt ein Team den gesamten Platz, damit es zu möglichst wenig Kontakten kommt“, erklärt Jugendleiter Marcel Baus. Sollte am Mittwoch die weitere Einschränkung kommen, dann sei das organisatorisch machbar.

Das aber wiederum gelte nicht für eine Testserie vor jedem Training. „Jedes Kind soll zwei Mal in der Woche negative Testergebnisse vorlegen?“, fragt sich Baus. „Wer soll das bezahlen, die Eltern etwa?“ Für den Bausenhagener Jugend-Chef ist das ein Ding der Unmöglichkeit: „Das ist ja hanebüchen.“

Auch Sabine Schwarz, Jugendleiterin bei RW Unna, schüttelt mit dem Kopf, wenn es um Tests vor den Übungseinheiten geht: „Wer kann das denn umsetzen?“ Der RWU-Vorstand habe längst das Hygienekonzept angepasst, wenn es ab Mittwoch Änderungen geben sollte. Sabine Schwarz: „Bei RW Unna können wir auch nach den neuen Vorgaben trainieren. Und es sind Ferien, da ginge das sogar vormittags.“

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Thorsten Teimann

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