Auch für den TSC Kamen sorgte Yasin Gider - hier in der Kreisliga A gegen Wetsfalia Wethmar II (3:0) - für einige Treffer. © Teimann
Fußball

Ehemaliger Landesliga-Stürmer: „Unterhalb der Kreisliga B wird ´s gefährlich!“

Er erlebte die glorreichen Zeiten des VfK Weddinghofen und stürmte für den Lüner SV in der Landesliga. Mittlerweile kennt Yasin Gider aber auch die Kreisliga D - und ihre Tücken.

Mit ihm ist immer zu rechnen: Zwei Haken nach links, einer nach rechts und schon stürmt Yasin Gider am Gegenspieler vorbei. Gelernt ist gelernt, dem 33-jährigen Offensivspieler macht mittlerweile niemand mehr etwas vor. So manch heimischer A-Kreisligist könnte seine torgefährlichen Dienste aktuell noch gebrauchen. Der Bergkamener aber stürmt in dieser Saison einige Klassen tiefer – in der Kreisliga D (2).

Mit dem VfK Weddinghofen II lief es aber zuletzt weniger erfolgreich. Die Reserve vom Häupenweg ist in der tiefsten deutschen Liga gerade einmal Zehnter mit mickrigen vier Punkten aus fünf Spielen. Dabei hatte sich die Truppe um den erfolgreichen Fußballer und Trainer Burak Maden doch so viel vorgenommen. „Wir sind halt eine zusammengetrommelte Truppe und müssen uns noch einspielen“, sagt Stürmer Yasin Gider zuversichtlich mit Blick in die Zukunft.

Zumindest der hat seine Hausaufgaben gemacht. Zu Beginn der Saison traf er in den beiden Begegnungen beim 4:2 gegen den TuS Niederaden gleich drei Mal und einen Spieltag später gegen GS Cappenberg III (1:2). Jedes Spiel erfolgreich. In den drei folgenden Spielen war er leider nicht dabei.

Yasin Gider bejubelt hier zusammen mit TuRa-Betreuer Erkan Gökce einen Treffer zu Bezirksliga-Zeiten. © Archiv © Archiv

Gider ist erfolgreich, aber warum dann persönlich der sportliche Abstieg gleich hinunter bis in die Kreisliga D? „Ja, selbst in der Kreisliga A muss du schon jedes Mal beim Training sein, wenn die am Sonntag in der Start-Elf stehen willst. Dazu habe ich aber nicht immer die Zeit“, erklärt der Stürmer. So habe ihn dann sein Ex-Mitspieler Burak Maden gefragt, ob er nicht gelegentlich bei der VfK-Reserve spielen möchte. „Da kann ich aus dem Stand mit Fußball spielen“, willigte der Bergkamen Stürmer gleich ein.

Aber die Unterschiede sind enorm. In der Landesliga beim VfK Weddinghofen lief Yasin Gider an der Seite von so spielstarken Akteuren wie Daniel Rios oder Thanh-Tan Tran auf. Volker Rieske war Trainer, Karl-Heinz Hüchtmann Sportlicher Leiter. „Mit der Kreisliga D ist dieses Tempo nicht mehr vergleichbar. In der Landes- und Bezirksliga wird schon schön gespielt, das waren tolle Begegnungen.“

„Einigen fehlen schlichtweg die spielerischen Möglichkeiten.“

Yasin Gider, VfK Weddinghofen

Jetzt ist das Niveau gesunken – auf Kreisliga D. Und das ist auch mit negativen Erfahrungen behaftet, immerhin wissen die Gegenspieler, wer da beim VfK Weddinghofen aufläuft. „Ab Kreisliga B abwärts hört es auf, da fehlen bei einigen schlichtweg die spielerischen Möglichkeiten. Da wird´s gefährlich, die Härte nimmt zu“, weiß Gider, dass so manch ein Widersacher ihn schon per Grätsche stoppen wollte.

Der flinke Angreifer lässt sich so rasch aber nicht mehr aus der Ruhe bringen. „Auch ich habe gelernt. Ich lasse mich nicht mehr provozieren, spiele lieber mannschaftsdienlich frühzeitig ab statt ins Dribbling zu gehen. Ich will nichts riskieren, spiele nur noch hobbymäßig.“

Und dennoch: In der Truppe stecke durchaus Potenzial, ein Platz unter den besten drei Mannschaften sei nach wie vor drin. Die Reserve des VfK Weddinghofen brauche noch Zeit. Die hat sie ja gerade in der Corona-Phase. Gider: „Ja schade, es ist langweilig gerade. Dabei ist Fußball doch mein Leben.“

Über den Autor
Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
Zur Autorenseite
Thorsten Teimann

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.