Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Keine "verpasste Chance"

Billard

Knapper ging es kaum noch: Erst in der Verlängerung des Halbfinals endeten die Träume des Stadtlohner Billardspielers Dirk Wörmer vom deutschen Meistertitel im Dreiband auf dem Turnierbillard bei den Deutschen Meisterschaften in Bad Wildungen.

von Von Michael Schley

, 02.11.2012
Keine "verpasste Chance"

<p>Der Stadtlohner Dirk Wörmer hat seiner eindrucksvollen Karriere ein Mosaiksteinchen hinzugefügt.

Doch anstatt von einer verpassten Chance zu sprechen, freute sich der in der Bundesliga für Bottrop startende Wörmer vielmehr über eine beachtliche Leistung und die Bronzemedaille - "sicher einer der größten Erfolge in meiner Karriere", so der Europameister im Dreiband auf dem kleinen Billard von 2008. Die Zahlen belegen dies: In den Finalrunden hatte der amtierende Westfalenmeister mit 2,127 den besten Generaldurchschnitt aller acht Endrundenteilnehmer erzielt.

 

 

 

Ungekröntes Comeback

 

 

 

 

Gänzlich souverän hatte sich der Stadtlohner zuvor durch die Vorrundengruppe gespielt und dabei auch den Titelverteidiger Karl-Heinz Gertzen (BC Frintrop) hinter sich gelassen. Im Viertelfinale legte er dann gegen Dennis Lendeckel (Salzgitter) einen echten Husarenritt hin: Mit 50:19 Punkten in 23 Aufnahmen spielte er einen Generaldurchschnitt von 2,173 heraus. Diese Form konnte Wörmer zunächst nicht ins Semifinale gegen Roger Liere (BC AGB Xanten), deutscher Meister in dieser Disziplin von 2009 und 2010, hineinretten.

 

"Beim Stand von 29:42 war ich im Grunde klinisch tot", so Wörmer, der dann ein erstaunliches Comeback feierte. Er drehte die Partie und führte 50:47, ehe Liere im sogenannten "Nachstoß" noch ausgleichen konnte - 24 Aufnahmen standen zu Buche. In der Verlängerung setzte sich dieser dann nach zwei Aufnahmen mit 5:3 durch und erreichte das Finale gegen Carl Laschet (BSC Merzenich), das dieser allerdings überraschend gewann. "Für diese Leistung muss ich meinem Gegner Respekt zollen. Es hat sich wieder gezeigt, wie dünn die Luft auf diesem hohen Niveau ist. Es sind die berühmten Nuancen, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Dieses Mal hatte ich nun einmal nicht das bessere Ende für mich", fasste Wörmer, der gemeinsam mit Michael Neng (St. Hubert) den dritten Podiumsplatz belegte, die Partie zusammen.

Am heutigen Samstag wartet auf Wörmer wieder der Meisterschaftsalltag. An der Seite von "Altmeister" Günter Siebert, mit dem er auch beim Heimatverein BC Stadtlohn "an den Tisch" geht, steht in der 2. Bundesliga Dreiband die Reise mit der Bottroper BA 2 zum BCC Witten 2 in der Disziplin "Karambolage großes Billard" an.

 

 

 

Bundesliga in Bottrop

 

 

 

 

Ein enormer Aufwand, den Wörmer gerne auf sich nimmt, weil er sich in "einer verschworenen Gemeinschaft" sehr wohl fühlt. Parallel greift er selbstverständlich auch der ersten Billardmannschaft des heimischen BC Stadtlohn in der Oberliga Vierkampf unter die Arme - sofern es "die Zeit zulässt", so Wörmer.

 

Naben einem Trainingsaufwand von rund zehn Stunden die Woche arbeitet er zudem an einem Nachwuchsförderkonzept, um den "faszinierenden Billardsport" auch in der Heimat an die Jugend heranzutragen. Erste Erfolge zeigen sich bereits in "seiner" ersten Mannschaft, die sich in "verjüngter" Besetzung auf höchster Ebene in Westfalen etabliert.

Und: Im Frühjahr hat Wörmer erneut die Europameisterschaften in Brandenburg fest im Blick - im dortigen Stahlpalast, wo er vor vier Jahren seinen größten Erfolg in der Karriere feierte.

 

 

Lesen Sie jetzt