Serkan Adas (rechts) darf wieder für Eintracht Werne spielen, nachdem er eine sechsmonatige Sperre absitzen musste. © Jura Weitzel

Milder „Corona-Verlauf“ nach Spuckattacke: Aus sechs Monaten Sperre werden fünf Liga-Spiele

Sechs Monate sollte der Kicker aussetzen, weil er seinen Gegenspieler angespuckt hatte. Die Sperre ist längst abgesessen - und hatte dabei ungewollt einen relativ milden Corona-Verlauf.

Rot im Kalender angestrichen hat sich Serkan Adas den 15. Februar zwar nicht. Dennoch ist der Stürmer von Fußball-A-Ligist Eintracht Werne verdammt froh, dass der Tag endlich gekommen ist. Denn für ihn bedeutet das: Er darf endlich wieder in einem Pflichtspiel Fußball spielen – wenn er dürfte.

Und das ist in der Tat kurios: Am 15. August 2020 trat Eintracht Werne im Kreispokal-Halbfinale gegen die IG Bönen an. Dabei brannten dem Werner Spieler in der 77. Minute die Sicherungen durch. Serkan Adas wurde von Samet Akyüz gefoult und – laut Adas – auch beleidigt. Daraufhin spuckte der Eintracht-Kicker seinem Gegenspieler direkt ins Gesicht und sah dafür eine völlig verdiente Rote Karte.

Regelrechte Odyssee nach der Spuckattacke

Was in den Tagen und Wochen danach folgte, war eine regelrechte Odyssee. Serkan Adas bestritt zuerst seine Spuckattacke, wurde aber dann dennoch von seinem Verein für einige Wochen suspendiert. Das brachte ihn zum Nach- und Umdenken. Er entschuldigte sich bei seinem Verein und seinen Mannschaftskollegen, ebenso wie bei seinem Gegenspieler.

Dennoch sprach natürlich auch das Kreissportgericht eine Strafe aus. Sechs Monate wurde Serkan Adas gesperrt – eben bis zum 15. Februar. Darauf folgten viele Proteste von Eintracht Werne. Die bleiben allerdings erfolglos.

„Das hat mir natürlich in die Karten gespielt.“

Serkan Adas

Nun ist diese Sperre abgesessen – und Serkan Adas erleichtert. Denn allzu viele Spiele hat er eigentlich gar nicht verpasst. Aufgrund der Corona-Zwangspause konnte er in den vergangenen Monaten nur in fünf Liga-, drei Pokal- und zwei Freundschaftsspielen nicht mitwirken.

„Das hat mir natürlich in die Karten gespielt“, sagt Serkan Adas selbst zu seiner Sperre. „Ich habe erwartet, viel mehr zu verpassen während der Sperre. Aber jetzt kann ich, wenn die Saison weitergeht, in den wichtigen Spielen noch mitwirken und der Mannschaft helfen.“

Dennoch macht er keinen Hehl daraus: Die Pause tat ihm ziemlich weh. „In der Zeit, als noch Spiele waren, habe ich schon sehr gelitten, als ich zuschauen musste“, gibt er zu. „Aber jetzt ist ja schon ziemlich lange Pause – nicht nur für mich, sondern für alle.“

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