Seit 2016 gibt es einen Kunstrasenplatz auf der Sportanlage In der Geist des BV Lünen - doch der Weg dahin war weit. © Günther Goldstein (A)
Fußball

115 Jahre – Die bewegte Geschichte des BV Lünen: Wie der Verein am Sportplatz In der Geist ankam

Mittlerweile ist der BV Lünen tief mit dem Sportplatz In der Geist verankert. Doch das war nicht immer so. Der Verein hat Wurzeln im gesamten Stadtgebiet.

Wer heutzutage an den BV Lünen 05 denkt, der denkt unweigerlich auch an den Sportplatz In der Geist. Doch wer in die Geschichte blickt, der sieht: Es dauerte etwas, bis der BV05 da ankam. Das ist die bewegte Geschichte des BV Lünen 05.

Als sich im Sommer diesen Jahres der BV Lünen 05 und der Lüner SV zum freundschaftlichen Vergleich auf der Sportanlage In der Geist trafen, da konnte jeder Zuschauer sehen: Die Geister haben sich da mittlerweile an der Moltkestraße ein echtes Schmuckkästchen zusammengebaut.

Der Sportplatz in der Geist ist die Heimat des ältesten Fußballklubs der Stadt. Doch der in diesem Jahr 115 Lenzen alt gewordene Klub hat Wurzeln im gesamten Stadtgebiet und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.

Gegründet wurde der BV Lünen im Lokal Emil Hartmann an der Cappenberger Straße. Heute finden wir dort die Gaststätte Omi’s Deele.

Für ein Jahr wurde in der Nähe der Zeche Victoria gespielt

Die ersten starken Männer des Vereins hießen Oberschulte und Seidel. Sie waren Geschäftsführer und Vorsitzender des ersten Fußballvereins in Lünen. Heute heißt der Mann am Ruder des BV Erich Tremblau. Er führt die Geister schon seit 20 Jahren als 1. Vorsitzender an.

Fußball gespielt wurde anno 1905 auch noch nicht In der Geist, sondern zunächst für ein Jahr auf einem Sportplatz in der Nähe der Zeche Victoria.

Lange Zeit hatte der BV Lünen ab dem Jahre 1906 dann seine sportliche Heimat am alten Schützenhof an der Cappenberger Straße, wo sich heute eine Neubausiedlung befindet. Dort trugen die 05er unter anderem Spiele gegen Preußen Münster oder anlässlich des 25. Jubiläums gegen den FC Schalke 04 aus.

Weitere Plätze, die vom BV Lünen genutzt wurden, waren an der Steinstraße und dem Wüstenknapp zu finden. Diese Sportanlagen sollten aber mit der Zeit für Wohnbebauung weichen.

Bis in die 1960er Jahre gab es eine Radrennbahn

Erst 1949 ging es für den BV05 dann auf den heute bekannten Sportplatz In der Geist. Dort fand der Klub über die Jahrzehnte seine dauerhafte Heimat. Eine Heimat, die sich im Wandel der Jahrzehnte ordentlich verändert hat.

Wo heute der Lüner SV Tennis seine Spielfelder hat, da war bis in die 60er-Jahre hinein eine Radrennbahn zu finden. Auf dieser Asche- und später Betonbahn zogen viele Rennen der Sechs-Tage-Art oder auch Steher-Rennen die Massen in die Geist. Davon ist heute nichts mehr zu sehen.

Umtriebige Vorsitzende wie unter anderem Heinrich Demuth oder Eitel Losch, der vor einigen Tagen 90 Jahre alt wurde, trieben die Fortentwicklung sowohl des Vereins im Gesamten als auch der Sportanlage im Speziellen an.

So wurden im Laufe der Jahre das heute bekannte Vereinsheim mitsamt des Kabinentraktes als auch eine kleine Tribüne mit Kiosk und Imbiss auf der Sportanlage in der Geist verrichtet. Der letzte große Umbau fand 2016 statt – seitdem kickt der BV Lünen auf einem Kunstrasenfeld und nicht mehr auf Asche.

In den 70ern spielte der BV in der Bezirksliga

Sportliche Heimat des BV Lünen waren und sind die Kreisligen der Region. Ausgenommen ein wenig erfolgreicher Ausflug in die Bezirksliga unter Trainer Günter Spitzer in den 70er Jahren.

In der Frühzeit des Klubs kamen die Gegner zumeist aus der Region Recklinghausen, seit vielen Jahrzehnten jedoch gehört der BV05 dem Kreis Dortmund an. Aktuell spielt der BV Lünen dort in der Kreisliga B3 und versucht seit einigen Jahren, zurück in die Kreisliga A aufzusteigen.

Der große Wurf sollte bis dato aber noch nicht gelingen. Seit 2016 warten die Geister auf den Weg zurück in die A-Liga.

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