Patrick Höfig und der SV Preußen tun sich wie erwartet anfangs schwer in der Keisliga A. © Nico Ebmeier
Fußball-Kreisliga A

24 Gegentore in drei Spielen: Wie viel Lust hat der Torwart des SV Preußen noch?

Wie erwartet tut sich der SV Preußen in der Kreisliga A ziemlich schwer. Schon zwei Mal gab es zehn Gegentore. Wie findet das der Mann, der die Bälle anschließend aus dem Netz fischen muss?

Zehn Gegentore am ersten Spieltag, dann trotz starker Leistung vier am zweiten und schließlich wieder zehn im dritten Saison-Auftritt: Es ist die besorgniserregende Defensivbilanz des SV Preußen. Doch wie findet das der Torwart?

„Als Torwart ist das natürlich scheiße. An den meisten Toren kann ich nichts machen“, sagt Leon Bensiek, der in allen drei A-Liga-Spielen der Preußen bislang das Tor hütete.

Leon Bensiek ist oftmals machtlos beim SV Preußen

Bensiek erkennt in vielen Gegentreffern ein Muster, das ihm die Abwehr enorm erschwert. Oftmals kamen die Gegner mit Tempo über die Außen, überspielten die SVP-Außenverteidiger und legten quer in die Mitte.

„Dann muss ich die kurze Ecke zumachen, damit sie nicht direkt abschließen können“, sagt Bensiek. Doch in der Mitte verlieren die Horstmarer Innenverteidiger oftmals ihre Laufduelle, sodass die Kontrahenten nach der Hereingabe den freien Mann finden können, der aus wenigen Metern unbedrängt einschießt.

Leon Bensiek (r.) hat beim SV Preußen derzeit keine einfache Aufgabe.
Leon Bensiek (r.) hat beim SV Preußen derzeit keine einfache Aufgabe. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

„Man muss aber auch sagen, dass wir letztes Jahr fast alle Kreisliga C gespielt haben“, sagt Bensiek. Bekanntlich ist den Preußen im Sommer beinahe die gesamte erste Mannschaft weggebrochen, der Klub zog die Reserve in die A-Liga hoch.

Wie groß ist angesichts des wenig vielversprechenden Saisonstarts noch die Lust des 21-Jährigen? Schließlich muss er die Bälle immer wieder aus dem eigenen Netz fischen und in Richtung Anstoßpunkt befördern.

„Ich habe eigentlich richtig Lust, noch zu spielen. Aber dafür muss sich was ändern an der Einstellung“, so Bensiek. Gerade die Trainingsbeteiligung sei aktuell nicht zufriedenstellend, sagt er. Momentan muss er selbst krank pausieren.

SV Preußen muss so spielen wie gegen den VfL Kemminghausen II

Trotzdem glaubt der Schlussmann, dass die Horstmarer sich derzeit nicht am Leistungslimit befinden. Der zweite Spieltag, an dem der SVP eine gute Leistung zeigte und bis in die Schlussphase beim VfL Kemminghausen die Chance auf etwas Zählbares hatte, hätte ihm das vor Augen geführt.

„Wir sind nicht die einzige schlechte Mannschaft“, sagt Bensiek. Schließlich hätten auch K.F. Sharri, der VfR Kirchlinde II und der BV Brambauer II schon schlechte Tordifferenzen.

Gegen diese Teams müssten die Schwarz-Weißen spielen wie gegen Kemminghausen. „Dann holen wir unsere Punkte“, so Bensiek. Für ihn ist es nach sechsjähriger Fußballpause die erste Saison im Seniorenbereich – und direkt die maximale Herausforderung.

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Timo Janisch

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