Joel Hermann (l.) klärt hier im letzten Moment vor Alsteddes Mohamed Haddouti. © Nico Ebmeier
Fußball

Acht Tore und Rot nach Beleidigung bei Test-Derby zwischen SV Preußen und BW Alsteddes U23

Das Testspiel zwischen der Zweitvertretung von BW Alstedde und dem SV Preußen wurde zu einem echten Tor-Spektakel. Nur am Ende wurde es unschön.

Rein ligentechnisch waren die Vorzeichen vor dem Testspiel-Derby zwischen dem SV Preußen und der U23 von BW Alstedde klar. Dass es aufgrund der großen Ambitionen der Blau-Weißen und dem Umbruch der Horstmarer allerdings vielleicht anders als erwartbar ausgehen wird, ebenso. Am Ende fielen insgesamt acht Treffer.

„Jetzt schaue ich am Montag in die Zeitung und sehe, dass wir schon wieder verloren haben. Das macht natürlich keinen Spaß“, musste der sichtlich enttäuschte Preußen-Coach Patrick Höfig nach der Partie eingestehen. Denn tatsächlich – wirklich viel Grund zur Freude gab es an diesem Sonntagnachmittag am Alten Postweg für ihn und seine Jungs nicht. Zwar zappelte der Ball gleich acht Mal in den Tornetzen – sechs Mal davon war aber ein B-Liga-Spieler im weißen Alstedde-Dress zuletzt am Ball.

Schon nach neun Minuten begann dabei der Torreigen, als Yakub Arslan einen Freistoß aus knappen 25 Metern mit links ins Netz zirkelte. Nur zwei Minuten später erhöhte direkt Lemuel Giglio, der eine mustergültige Vorlage von Marcel Weslowsky nur noch ins Preußen-Tor einschieben musste.

Ab diesem Moment schien der A-Ligist, der weiterhin auf der Suche nach der eigenen Form bleibt, gebrochen und musste nach genau 30 Minuten einen wunderschönen Lupfer von Giglio aus dem eigenen Netz fischen. Kurz vor der Pause kamen die Horstmarer sogar nochmal mit der ersten echten Chance durch Marcel Michels ran, doch wieder war es die Alstedder Nummer 10, die den alten Drei-Tore-Abstand per Außenrist-Schuss wieder herstellte.

Moritz Potthoff (weiß) belebte bei BW Alstedde die Flügel.
Moritz Potthoff (weiß) belebte bei BW Alstedde die Flügel. © Nico Ebmeier © Nico Ebmeier

„Mir ist es völlig egal, ob ich die Tore schieße oder irgendwer anders“, sagte der Dreierpacker Giglio nach der Partie. „Hauptsache wir haben Spaß am Fußball spielen und zeigen so gute Leistungen mit der Mannschaft.“ Freuen wird er sich nach seinen ersten Toren in der diesjährigen Vorbereitung dennoch.

Zwar wechselten beide Teams dann nach 45 Minuten die Spielfeldhälften und auch das Wetter zeigte sich plötzlich von seiner regnerischen Seite, doch am Spiel änderte sich nichts. Im Gegenteil: Während die 07er teilweise stehend k.o. waren, hatte die Bezirksliga-Reserve weiterhin richtig Spaß am Derby. Vor allem Moritz Potthoff lief ununterbrochen seine rechte Angriffsseite rauf und runter, verpasste es nur, sich für ein gutes Spiel mit einem Treffer zu belohnen.

Stattdessen bediente die Nummer 21 immer wieder seine Mitspieler mustergültig und assistierte Erdem Altuntas beim fünften Alstedder Treffer des Sonntages.

Etwa 20 Minuten vor dem Spielende sorgten die Preußen dann zumindest kurzfristig für ein bisschen Ergebniskorrektur, nachdem Tom-Cedric Schmidt eine Ecke punktgenau auf Stephan Voigt weiterleitete, aber auch dieser Treffer machte den Gästen nichts aus. Per Übersteiger und gezieltem Schuss ins lange Ecke stellte Marcel Weslowsky den Endstand von 6:2 aus Sicht des B-Ligisten her.

„Wir können uns wirklich überhaupt nichts vorwerfen. Vielleicht war es sogar fast ein perfektes Spiel“, lobt BWA-Trainer Alexander Wiegers, der dann allerdings doch mit einer Szene überhaupt nicht zufrieden sein konnte. In der Nachspielzeit wurde Emre Bayraktar erst gefoult und beleidigte dann seinen Gegenspieler böse, sodass Schiedsrichter Nils John gar nichts anderes übrig blieb, als ihm die Rote Karte zu zeigen. „Natürlich darf das dann nicht passieren und die Jungs müssen mehr aufpassen, was sie sagen. Aber die Mannschaft ist noch sehr jung und wird daraus lernen“, ordnet Wiegers ein.

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Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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