Eine Schwerter Stürmerlegende wollte eigentlich seine Schuhe an den Nagel hängen. © Jens Lukas

Als einziger Klub in Westdeutschland: Lüner Verein legt Einspruch gegen Annullierung ein

Bis Donnerstag konnten Vereine gegen die Annullierung der Saison 2020/21 Einspruch einlegen. Als einziger Klub in ganz Westdeutschland hat ein Lüner Verein diese Möglichkeit wahrgenommen.

Noch am Mittwoch schien es so, als könnte die zurückliegende Spielzeit im Amateurfußball gänzlich abgehakt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt – einen Tag vor Ende der entscheidenden Frist – hatte laut Manfred Schnieders, Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW), kein Verein Einspruch gegen die Annullierung eingelegt.

Kein weiterer Verein in Westdeutschland beteiligt

Das änderte sich allerdings am Mittwochabend – kurz vor Ablauf der Frist. Denn als einziger Verein innerhalb des Westdeutschen Fußballverbandes entschied sich die SG Gahmen schlussendlich doch gegen eine Wertung der Saison ohne Auf- und Absteiger vorzugehen und reichte einen offiziellen Einspruch ein.

Hüseyin Tekin, Sportlicher Leiter der SG Gahmen, hatte schon vor einigen Tagen angekündigt, Einspruch einlegen zu wollen.
Hüseyin Tekin, Sportlicher Leiter der SG Gahmen, hatte schon vor einigen Tagen angekündigt, Einspruch einlegen zu wollen. © Timo Janisch © Timo Janisch

„Soweit mir bekannt ist, ist die SG Gahmen tatsächlich der einzige Klub, der in Westdeutschland Einspruch eingelegt hat“, erklärte Schnieders im Gespräch mit dieser Zeitung. Konkret bedeutet dies: Sowohl im FLVW als auch im Fußball-Verband Mittelrhein und dem Fußballverband Niederrhein hat kein weiterer Verein diese Möglichkeit wahrgenommen.

Dabei kommt das Vorgehen des Lüner A-Ligisten keinesfalls aus heiterem Himmel. Schon im vergangenen Jahr ging die SGG formell gegen die damalige Aufstiegsentscheidung des Verbandes vor. Und auch in diesem Jahr hatte der Klub bereits kurz nach Bekanntwerden der Annullierung in Person des Sportlichen Leiters Hüseyin Tekin angekündigt, den Schritt des Einspruchs gehen zu wollen.

„Es gibt keinen Plan B“

„Man hat uns in gewisser Weise auch schon in der letzten Saison den Aufstieg geklaut. Und anders als im Herbst angekündigt, scheint der Verband auch keinen Plan B für einen möglichen Modus zu haben, um zumindest noch Auf- und Absteiger ermitteln zu können“, erklärt Tekin die Hintergründe des Einspruchs.

Beim ambitionierten A-Ligisten hoffe man laut Tekin darauf, kurz vor dem Start der neuen Spielzeit möglicherweise noch Auf- und Abstiegsrunden ausspielen zu können: „Wir können doch in einzelnen Entscheidungsspielen die Mannschaften ermitteln, die dann letztlich eine Klasse höher oder tiefer antreten. Es weiß doch aktuell auch niemand, ob die neue Saison nicht auch irgendwann wieder unterbrochen werden muss.“

Ob der Einspruch allerdings erfolgreich sein kann, ist äußerst fraglich. Laut Schnieders sei die Annullierung im Vorfeld rechtlich geprüft und abgesichert worden. Wie im Fall der SG Gahmen nun weiter verfahren wird, bleibt zunächst abzuwarten.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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