Bülent Kara ist nicht länger Trainer bei der SG Gahmen. © Günther Goldstein

Bülent Kara im Interview: „War mir nicht sicher, ob ich die Jungs noch packen kann“

Die SG Gahmen und Trainer Bülent Kara gehen zukünftig getrennte Wege. Im Interview erklärt der scheidende Coach die Hintergründe der Entscheidung und spricht über die eigene sportliche Zukunft.

Im Oktober 2019 übernahm Bülent Kara die SG Gahmen im Tabellenmittelfeld der Kreisliga A mit dem Ziel, kurzfristig den Aufstieg in die Bezirksliga zu realisieren. Doch die Pandemie machte der SGG wiederholt einen Strich durch die Rechnung.

Nach knapp anderthalb Jahren endet die Zeit von Kara in Gahmen jetzt vorzeitig. Welche ausschlaggebende Rolle dabei tatsächlich der verpasste Aufstieg gespielt hat und wie es für ihn persönlich weitergeht, hat der baldige Ex-Gahmen-Trainer im Interview verraten.

Herr Kara, es wurde schon länger gemunkelt und jetzt gibt es Gewissheit: Sie werden nicht mehr als Trainer der SG Gahmen an die Seitenlinie zurückkehren. Was hat Sie zu dieser Entscheidung bewogen?


Ich habe wirklich lange darüber nachgedacht und viele Gespräche mit den Verantwortlichen in Gahmen geführt. Ich bin dann aber zu dem Schluss gekommen, dass es mir schwergefallen wäre, nach diesen zwei Jahren, den verpassten Aufstiegen und den Enttäuschungen die Mannschaft noch einmal richtig zu motivieren. Ich war mir nicht sicher, ob ich die Jungs noch einmal packen kann.

Die SG hat bis zuletzt alles versucht, um möglicherweise doch noch eine Regelung für den Aufstieg zu erwirken. Inwieweit wäre Ihre Entscheidung anders ausgefallen, wenn es die SG Gahmen doch noch irgendwie in die Bezirksliga geschafft hätte?


Dann wäre ich geblieben. Deshalb habe ich auch so lange mit diesem Schritt gezögert, weil ich noch abwarten wollte, was aus dem offiziellen Schreiben an den Verband wird. Das hat allerdings leider nichts geändert und deshalb habe ich den Klub dann vor wenigen Tagen über meinen Rücktritt informiert.

Bülent Kara und die SG Gahmen gehen im Guten auseinander.
Bülent Kara und die SG Gahmen gehen im Guten auseinander. © Timo Janisch © Timo Janisch

Sportlich war es für Sie trotz der verpassten Aufstiege eine sehr erfolgreiche Zeit in Gahmen. Wie schwierig fällt da ein solcher Abschied?


Mir liegt der Verein wirklich am Herzen. Es ist ein Top-Klub und es tut mir in der Seele weh, dass die Zeit dann jetzt zu Ende geht. Aber wir gehen auf jeden Fall positiv auseinander und vielleicht hat die Mannschaft dann jetzt die Chance, sich etwas umzustrukturieren und mit einem neuen Trainer wieder anzugreifen.

Wurde Ihre Entscheidung auch davon beeinflusst, dass mit Musa Sagculu und Hüseyin Tekin gleich zwei Vereinsverantwortliche ebenfalls ihren Rücktritt im Sommer angekündigt haben?

Natürlich ist es nicht gerade eine Zusatz-Motivation, wenn auch andere Leute ihre Posten räumen, mit denen man in der vergangenen Zeit eng und gut zusammengearbeitet hat. Entscheidend war dieser Umstand allerdings nicht, es kommt aber einfach auch noch oben drauf.

Wie sehen denn Ihre persönliche Pläne im Fußball aus? Es wurde mal gemunkelt, dass Sie womöglich bald den Trainerjob bei einem anderen Verein übernehmen würden.

Gerüchte gibt es natürlich immer viele, aber wenn man mit dem Gedanken spielt, bei einem Verein aufzuhören, dann ist es ja fast normal, dass dann auch andere Klubs kommen und vielleicht mal anfragen. Ich kann aber nichts bestätigen und letztlich hat mein Abgang bei der SG Gahmen auch nichts mit einem möglichen Engagement bei einem anderen Verein zu tun.

Das heißt, dass es aber durchaus schon Gespräche mit anderen Vereinen gab?

Natürlich spricht man vielleicht dann mal mit dem einen oder anderen, aber wenn wir mit der SG Gahmen aufgestiegen wären, hätte sich diese Frage gar nicht gestellt. Dann hätte es für mich gar keinen Grund für einen Wechsel gegeben. Jetzt wird man dann sehen müssen, wie es weitergeht. Aber ich bin überzeugt, dass die SG auf jeden Fall auch in der neuen Saison eine super Mannschaft stellen wird. Vielleicht dann mit einigen neuen Spielern und natürlich einem anderen Trainer, aber das Fundament bleibt erhalten.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul